Ratingagentur: S&P verärgert Brasilien mit schlechten Noten

Ratingagentur: S&P verärgert Brasilien mit schlechten Noten

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Die Agentur senkte die Kreditwürdigkeit des Landes von „BBB“ auf „BBB-“.

Die WM-Stimmung in Brasilien ist getrübt. Standard & Poor's stuft Brasiliens Bonität angesichts des lauen Wirtschaftswachstums und Haushaltsrisiken herab. Die Regierung ist sauer und widerspricht.

Lateinamerikas größte Volkswirtschaft Brasilien fasst aus Sicht der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) nicht richtig Tritt. Die Agentur senkte die Kreditwürdigkeit des Landes von „BBB“ auf „BBB-“. Zwar sieht S&P Brasilien immer noch als sicheres Investitionsziel. Doch mit der Herabstufung liegt Brasilien nur noch eine Stufe vor dem sogenannten Ramschniveau, mit dem spekulative Anlagen gekennzeichnet werden. Das Finanzministerium reagierte prompt und wies die Entscheidung als „haltlos“ und „widersprüchlich“ zurück.

Die Agentur begründete den Schritt mit bestehenden Haushaltsrisiken und des auch in den kommenden zwei Jahren zu erwarteten niedrigen Wirtschaftswachstums. Die - je nach Rechengrundlage - sechst- oder siebtgröße Volkswirtschaft der Welt kommt nach Schätzung der Agentur in diesem Jahr auf ein Wachstum von 1,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und 2015 auf 2,0 Prozent. Das ist für ein aufstrebendes Schwellenland vergleichsweise wenig.

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Der Wirtschaftsboom in dem 200-Millionen-Einwohnerland hatte sich in den vergangenen Jahren abgekühlt. 2010 wurden noch 7,5 Prozent Wachstum erreicht. Die Wirtschaft ist stark vom Binnenmarkt abhängig, der etwa 80 Prozent der BIPs generiert. Wirtschaftsexperten sehen die weitere Entwicklung zurückhaltend. Marktanalysten rechnen 2014 nur mit einem Wachstum von 1,7 Prozent und 2015 von 2,0 Prozent, wie die jüngste Umfrage der Zentralbank ergab.

Brasiliens Finanzminister Guido Mantega kritisierte die Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Die Senkung widerspreche der Solidität und den wirtschaftlichen Fundamenten Brasiliens, hieß es in einer Erklärung seines Ministeriums. In den Zeiten der 2008 begonnenen Finanzkrise habe das Land eine der stärksten Wachstumsraten unter den G20-Ländern aufgewiesen, und 2013 sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,3 Prozent gestiegen und damit stärker als in den meisten G20-Ländern.

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Zudem habe Brasilien 2013 einen primären Haushaltsüberschuss von 1,9 Prozent des BIP verzeichnet, was ausreichend gewesen sei, um die öffentliche Bruttoverschuldung von 58,8 auf 57,2 Prozent des BIP zu senken. Allerdings war der Vorjahresüberschuss der niedrigste seit 2002. Das Ministerium betonte zugleich, die Agentur schätze das Investitionsniveau in Brasilien weiter als „stabil“ ein.

Der frühere Zentralbank-Chef Gustavo Loyola zeigte sich weniger optimistisch. Er sieht die Gefahr, dass das Land in der Bewertung weiter abrutscht. „Wenn die Regierung keine starken Signale für eine Kurskorrektur setzt, kann es eine neue Herabstufung geben“, sagte Loyola der Agência Estado.

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