Reedereien: Rickmers: Reedereien müssen sich Hedgefonds öffnen

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Containerschiff im Hamburger Hafen

von Hermann J. Olbermann

Die deutschen Reeder müssen sich nach Einschätzung von Bertram Rickmers, Chef der gleichnamigen Reederei, Finanzinvestoren und Hedgefonds öffnen, wenn sie weiterhin den Bau großer Schiffe finanzieren wollen.

Traditionelle Schiffsfinanzierungen wie Schiffsfonds brächen dagegen weg, sagte Rickmers im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Das ist tot. Tempi passati. Wir müssen uns komplett ändern. Wir müssen für Hedgefonds interessant werden, für Family Offices, für Pensionsfonds“, fordert Rickmers einen radikalen Wechsel der gesamten Branche. „Wir müssen kapitalmarktfähig werden.“ Rickmers hatte Anfang Dezember die Bestellung von acht Containerschiffen bekannt gegeben, die komplett vom amerikanischen Hedgefonds Oaktree finanziert werden.

Gerade jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um in effizientere Containerschiffe zu investieren. „Der Druck, die Schiffe auf mehr Effizienz zu trimmen, nimmt zu. Der größte Kostenfaktor in der Schifffahrt ist der Treibstoff“, erklärt Rickmers. „Neue Schiffe haben eine neue Maschinengeneration, eine bessere Hydrodynamik und kommen mit 50, 60 Tonnen weniger Treibstoff am Tag aus.“

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Zugleich sei absehbar, dass neue Transportkapazitäten gebraucht werden. „Alle gehen davon aus, dass es in der zweiten Hälfte 2014, 2015, spätestens aber Anfang 2016 wieder aufwärts geht und dass wir dann ähnliche Zustände bekommen wie 2006, 2007 und 2008. Damals schossen die Frachtraten durch die Decke“, so Rickmers. Außerdem seien jetzt die Preise für Schiffsneubauten niedrig.

Der Großreeder, dessen Gruppe über rund 100 Schiffe verfügt und 2012 mehr als 600 Millionen Euro umsetzte, erwartet, dass bald auch chinesische Staatsfonds in das Geschäft der Schiffsfinanzierungen in Deutschland einsteigen, um Aufträge für chinesische Großwerften zu sichern. „Staatliche Investitionsfonds suchen nach neuen Möglichkeiten – auch im maritimen Bereich“, sagte Rickmers. „China hat riesige Werften mit 60.000, 70.000 Mitarbeitern. Wer will da ausschließen, dass allein zur Kapazitätsauslastung Investitionen dort getätigt werden.“

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