Rekordaktienrückkauf: Geldregen für Apples Aktionäre

Rekordaktienrückkauf: Geldregen für Apples Aktionäre

von Andreas Toller und Saskia Littmann

In nur zwei Wochen hat Apple für 14 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückgekauft. Für Konzern und Anleger hat das viele Vorteile, dennoch birgt der Geldregen für Aktionäre auch Risiken.

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Apple-Chef Tim Cook.

Münchener Rück tut es, UPS tut es, Dow Chemical tut es, viele andere Börsenschwergewichte haben es schon getan: Aktienrückkäufe sind unter den Börsenriesen gerade populär und die genannten Unternehmen haben deshalb jüngst bekanntgegeben, weitere Milliarden für den Rückkauf der eigenen Anteilsscheine locker zu machen. Der amerikanische Chemiekonzern Dow Chemical will dafür 4,5 Milliarden Dollar ausgeben, beim größten Rückversicherer der Welt Munich Re hieß es im November, das Unternehmen starte einen milliardenschweren Aktienrückkauf.

„Die Unternehmen verfügen insgesamt betrachtet über hohe Liquiditätsreserven“, sagt Lutz-Peter Wilke, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Blackrock. Daher könne auch der Rückkauf eigener Aktien in einigen Fällen zum Kurstreiber werden. Allein im Jahr 2013 kauften die im breiten US-Börsenindex S&P 500 gelisteten Unternehmen eigene Aktien im Volumen von etwa 500 Milliarden Dollar zurück. Geht es bei einem einzelnen Unternehmen in die Milliarden, kann das durchaus den Aktienmarkt bewegen. Normalerweise wollen die Konzerne mit Aktienrückkäufen ihre Kurse stärken. In der Kommunikation will es die Unternehmensführung jedoch auch gern so verstanden wissen, dass sie von der aussichtsreichen Zukunft des eigenen Tuns überzeugt ist. So auch Apple-Chef Tim Cook im Interview mit dem Wallstreet Journal: "Das bedeutet, dass wir auf Apple setzen."

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Durch die Aktienrückkäufe nimmt die Zahl der dividendenberechtigten Papiere ab, ergo entfällt bei gleicher Ausschüttungsquote mehr Dividende auf eine einzelne Aktie. Auch für die Kursentwicklung sind Aktienkäufe eine feine Sache, denn der erwirtschaftete Nettogewinn pro Aktie steigt. Damit sinkt das Bewertungsniveau, die Anteilsscheine werden für Investoren attraktiver, gleichzeitig ist das Angebot knapper. Beste Voraussetzung also für steigende Kurse, wenn die Geschäftsentwicklung und die allgemeine Börsenstimmung mitspielen. Dennoch ist der Nutzen für Aktionäre ein indirekter. Unmittelbar ertragssteigernd wirkt für die Aktionäre nur eine direkte Dividendenerhöhung.

Aktienrückkäufe Aktien auf Pump sind ein gutes Geschäft

Für Unternehmen sind Schulden billiger als Dividenden. Intel etwa leiht sich Geld über eine Anleihe, um Aktien zurückzukaufen. Warum das ein Pluspunkt für Aktien ist.

Das Intel-Logo an der Unternehmenszentrale in Santa Clara Quelle: dapd

Einmal mehr rekordverdächtig agiert Apple: Nachdem die neuesten Zahlen zu den iPhone-Verkäufen an der Börse trotz Rekordabsatz enttäuschten und den Aktienkurs am folgenden Tag um acht Prozent einknicken ließen, nutzte der Hightech-Konzern aus Kalifornien die Gunst der Stunde: In nur 14 Tagen sammelte Apple für 14 Milliarden Dollar eigene Aktien von Investoren und am Markt ein. Binnen eines Jahres hat der Kult-Konzern somit Aktien für mehr als 40 Milliarden Dollar zurückgekauft.

Die Summe ist enorm, sie entspricht mehr als dem dreifachen Quartalsgewinn, den Apple Ende Januar vermeldete. Dennoch kann sich Apple das locker leisten, stehen doch 160 Milliarden Dollar Liquiditätsreserven in der Bilanz. Bereits im April 2013 hatte Apple bekanntgegeben, den Aktionären 100 Milliarden US-Dollar bis Ende 2015 zukommen zu lassen. Davon sollen 60 Milliarden Dollar allein auf die Aktienrückkäufe entfallen, der Rest fließt größtenteils in erhöhte Dividendenausschüttungen.

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