Renminbi-Abwertung: Hohe Renditechancen mit China-Aktien

Renminbi-Abwertung: Hohe Renditechancen mit China-Aktien

von Frank Doll

Die chinesische Notenbank treibt die Abwertung des Renminbi voran. In Hongkong notierte Aktien chinesischer Festlandunternehmen profitieren.

Eine harte Währung wird zum Fluch: Der chinesische Renminbi ist an den starken Dollar gekoppelt. Dessen Aufwertung gegenüber anderen asiatischen Währungen macht chinesische Produkte teurer und bringt die dünnen Gewinnmargen in der Industrie unter Druck. Ein weiter steigender Dollar wirkt für China wie eine Straffung der Geldpolitik. Der Preisverfall am chinesischen Immobilienmarkt geht mit minus sechs Prozent im März im Jahresvergleich weiter. Die britische Barclays-Bank hält den Renminbi jetzt für um 20 Prozent überbewertet. Laut US-Wettbewerber JP Morgan gibt es hohe Kapitalabflüsse aus China. Das Wall Street Journal berichtet bereits von einem bevorstehenden Programm der chinesischen Notenbank, um Geld in die Märkte zur pumpen, angeblich mehr als 1000 Milliarden Yuan. Dabei geben Provinzregierungen neue Anleihen aus, die sie dann bei den Banken gegen Cash hinterlegt werden können. Fazit: QE - also eine lockere Geldpolitik wie in den USA, Europa und Japan - auf Chinesisch kommt!

Peking muss jetzt reagieren und die Kopplung an den Dollar lösen – oder China riskiert eine Pleitewelle. Die Konjunkturdaten sind schlecht, der Deflationsdruck bleibt hoch. Die Verbraucherpreise sind im Jahresvergleich nur noch um 1,4 Prozent gestiegen, deutlich unter den von Peking angestrebten drei Prozent. Zunehmend schwach ist der Außenhandel: Im März schrumpften die Exporte um 14,6 Prozent.

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Die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft hat ein Problem. Der Schweizer Vermögensverwalter Felix Zulauf geht davon aus, dass sich das chinesische Wirtschaftswachstum weiter abschwächt, von aktuell sieben Prozent bis auf unter drei Prozent. Wegen des gewaltigen gesamtwirtschaftlichen Schuldenberges drohen ökonomische, politische und gesellschaftliche Probleme.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

  • Immobilienblase

    Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

  • Schattenbanken

    Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

  • Faule Kredite

    Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

  • Überkapazitäten

    Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

  • Internationale Krisen

    Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Bedenkliche Situation an den Kreditmärkten

Die private Verschuldung erreicht inzwischen fast 210 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Zum Vergleich: In den USA liegt dieser Wert bei 146 Prozent. Die gesamtwirtschaftliche Verschuldung beläuft sich nach Schätzungen der US-Investmentbank Goldman Sachs auf 286 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Die Situation an den Kreditmärkten ist bedenklich. Neukredite gehen nahezu vollständig in die Umschuldung alter Kredite. Die Unternehmen leiden unter akutem Liquiditätsmangel. 2014 nahmen sie rund 1500 Milliarden Dollar Schulden in Fremdwährungen auf, oft mit kurzen Laufzeiten. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei nahezu null.

Alle Augen richten sich auf den Immobilienmarkt. Im Februar sind die Preise für Neubauten im Jahresvergleich um 5,7 Prozent eingebrochen – stärker als nach dem Lehman-Kollaps 2008. Zwei Leitzinssenkungen der People’s Bank of China (PBC) sind wirkungslos verpufft. 50 Millionen Wohnungen stehen leer, 70 Millionen stecken noch in den Projekt-Pipelines der Immobilienentwickler.

Konjunktur China wächst so langsam wie seit sechs Jahren nicht mehr

In China ist das Wachstum auf den niedrigsten Stand seit 2009 gefallen. Regierungschef Li will Reformen antreiben statt die Konjunktur künstlich zu stützen.

Eine Frau läuft vor dem Finanzdistrikt Pudong in Shanghai entlang. Quelle: REUTERS

Preis- und Kreditblase

Evergrande Real Estate, einer der größten Entwickler des Landes, musste unlängst von Banken mit Notfallkrediten in Höhe von gut 16 Milliarden Dollar über Wasser gehalten werden. Das Unternehmen ist hoch verschuldet, vor allem im Ausland. Binnen fünf Jahren stieg die Verschuldung des Immobiliensektors um 280 Prozent.

Jetzt droht die Preis- und Kreditblase zu platzen. Peking hat reagiert: Die Mindestanzahlung beim Kauf einer Zweitwohnung wurde von 60 auf 40 Prozent abgesenkt, die Steuer auf den Verkauf von Wohneigentum ausgesetzt. Die Maßnahmen seien mehr Symbolpolitik und werden „weniger bewirken als angenommen“, meint allerdings Jinsong Du, Analyst bei Credit Suisse.

Peking steckt in einer Zwickmühle. Einerseits müssen die hohen Finanzierungskosten der chinesischen Unternehmen gesenkt werden. Andererseits sind die Exzesse an den Festlandbörsen in Shanghai und Shenzhen nach Indexanstiegen um 27 und 55 Prozent allein in diesem Jahr nicht mehr zu übersehen. Aktienkäufe auf Kredit machen dort knapp 20 Prozent der täglichen Handelsumsätze aus. Allein in der letzten Märzwoche wurden in China 1,7 Millionen neue Aktiendepots eröffnet, 50 Prozent mehr als in der Woche zuvor.

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