Riedls Dax-Radar: 36.667 Euro für zwei Tassen Kaffee täglich

Riedls Dax-Radar: 36.667 Euro für zwei Tassen Kaffee täglich

von Anton Riedl

Im Umfeld der Italien-Wahl bleiben die Märkte vorerst nervös. Die Liquiditätsschwemme aber sollte größere Verluste verhindern. Die Kaffee-Weisheit spricht eher für steigende Aktien.

Bei uns im Handelsblatt-Haus gibt es seit einiger Zeit eine schöne kleine Kaffee-Ecke, bei der man einen richtig guten Kaffee bekommt. Natürlich, mit rund 1,80 Euro je Tasse (je nachdem, was man nimmt), ist das nicht billig; aber wenn man vielleicht zweimal am Tag statt zum 40-Cent-Becher aus dem Automaten zum guten Kaffee greift, sollte das kaum ins Gewicht fallen. Allerdings: Wenn man sich diesen Luxus jeden Tag gönnt, vertilgt man dabei die Zinsen eines ganzen Anleihedepots, das einen Nominalwert von 36.667 Euro hat – nach folgender Rechnung:

  • 1,80 Euro je Becher, zweimal am Tag, macht im Jahr (bei 220 Arbeitstagen) 792 Euro.
  • Rechnet man Kapitalertragssteuer und Kirchensteuer dazu, sind dafür 1100 Euro jährliche Zinseinnahmen notwendig.
  • Selbst wenn man Anleihen mit einer schon etwas höheren Verzinsung nimmt, sagen wir einmal drei Prozent Jahresrendite, ist dafür ein Investment von 36.667 Euro notwendig.
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36.667 Euro reichen gerade mal für zwei gute Tassen Kaffee am Tag! – Eine solche Relation muss man sich vor Augen halten, wenn man meint, man könne mit Zinsanlagen ein normales Leben finanzieren oder sogar Vermögen aufbauen.

Die Kaffee-Weisheit spricht eher für steigende Aktien

Nun, was hat die Kaffee-Rechnung mit der aktuellen Entwicklung an den Kapitalmärkten zu tun? Sie zeigt, dass die Zinsen, selbst wenn man sich etwas ins Risiko wagt, nichts mehr mit ihrer ursprünglichen Funktion zu tun haben: einen fairen, der Ausfallgefahr angemessenen Ertrag für die Überlassung von Kapital zu bieten.

Natürlich wissen wir hier nicht, welche Kaffeeautomaten in den Büros der amerikanischen Fed stehen. Aber es wundert nicht, dass sich dort die Stimmen mehren, die permanente Niedrigzinspolitik (einschließlich solcher Extremmaßnahmen wie Anleihekäufe) könne auf Dauer nicht gut gehen; gerade weil es ja auch immer wieder Anzeichen dafür gibt, dass sich die Wirtschaft zumindest etwas erholt. (Auch hierzulande ist der aktuelle Ifo-Index wieder einmal besser als erwartet.)

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