Riedls Dax-Radar: Aktien halten sich besser als erwartet

kolumneRiedls Dax-Radar: Aktien halten sich besser als erwartet

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Börse Frankfurt

Kolumne von Anton Riedl

Trotz Krisen- und Zinsangst stabilisiert sich der Dax. Ein schnelles Durchrutschen der Kurse wird unwahrscheinlicher.

Um 1,9 Prozent, so das Ifo-Institut, soll die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr wachsen. Vor kurzem lautete die Prognose noch 1,5 Prozent. Für die Aktienmärkte liegt in dieser Aussage ein wahrer Segen. Denn zuallererst wird die Stimmungslage derzeit von zwei Themen gedämpft: Dem politischen Hick-Hack in der Griechenland-Krise und der Angst vor der großen Zinswende.

Dabei sollte vor allem im Fall Griechenland langsam ein Gewöhnungsprozess eintreten. Denn es gibt weder einen Zeitpunkt, an dem der große Knall kommt, noch einen Zeitpunkt, an dem die Krise „gelöst“ sein wird. Selbst wenn Griechenland jetzt auf irgendeine Weise seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen sollte, wird es vor der nächsten fälligen Rate die gleiche Diskussion wieder geben.

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Dass Griechenland in der EU ist, war und ist eine politische Entscheidung. Dafür wurden sowohl beim Eintritt als auch jetzt die wirtschaftlichen und finanzpolitischen Rahmenbedingungen hingebogen.

In diesem Fall der EZB übrigens schwere Vorwürfe zu machen, geht an die falsche Adresse. Die EZB gibt die politische Richtung nicht vor, sie ist in dieser Krise ein ausführendes Instrument. Einen fundamentalen Grundsatz allerdings hat sie (und da weiß sie sich mit den politischen Führungen einig): Den Euro zu verteidigen – was immer es auch kosten mag.  

Zinsmärkte bleiben hektisch

Das wichtigste Werkzeug der EZB ist und bleibt ihre Zinspolitik. Dass die Renditen am langen Ende so massiv angestiegen sind und sich die Spanne zu den kurzfristigen Null-Zinsen und den zehnjährigen Bunds zeitweise auf ein Prozent ausgeweitet hat, zeigt das ganze Drama des Zinsmarkts: Einerseits drängen die nicht so schlechte Konjunkturlage und langsam anziehende Inflationsdaten auf wesentlich höhere Zinsen; andererseits hält die EZB aus politischen Gründen die Zinsen am Boden.

Da sich an dieser Spannungslage so schnell nichts ändert, dürften die realen Zinsen an den Märkten auch in den nächsten Monaten weiter hektisch oszillieren. In der Umlaufrendite könnte die Untergrenze dabei im Bereich 0,2 bis 0,4 Prozent liegen, die obere Grenze etwa bei 0,8 bis 1,0 Prozent.

Eine abgeschlossene Zinswende, die einen neuen, mehrjährigen Aufwärtstrend einleitet, ist das aus technischer Sicht definitiv noch nicht. Allerdings können die aktuellen Schwankungen durchaus ein Baustein zu einer großen Zinswende werden. Dazu müsste es allerdings zumindest einen politischen Fahrplan in der Griechenland-Krise geben, insgesamt robuste Konjunkturdaten und dazu eine kontrollierte Inflationsneigung.

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