Riedls-Dax-Radar: Anhaltende Kurskorrektur mit guten Aussichten im Dax

kolumneRiedls-Dax-Radar: Anhaltende Kurskorrektur mit guten Aussichten im Dax

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Stahlproduktion bei ArcelorMittal.

Kolumne von Anton Riedl

Die Konsolidierung am deutschen Aktienmarkt dürfte noch etwas anhalten, obwohl die Aussichten gar nicht schlecht sind. Im zweiten Halbjahr könnte es dann wichtigen Schub aus Amerika geben.

Der französische Stahlkonzern ArcelorMittal sieht eine leichte Entspannung auf dem internationalen Stahlmarkt. Die Nachfrage ist etwas robuster als befürchtet, sie dürfte 2016 nun leicht über Vorjahresniveau liegen und Mengen und Preise stabilisieren.

Für Börsianer ist diese Nachricht in dreifacher Hinsicht bemerkenswert. Erstens ist die Stahlbranche eine Basisindustrie, die in vielerlei Branchen liefert: Von der Fahrzeugherstellung über die Bauwirtschaft bis hin zu den Energieunternehmen. Wenn also tatsächlich eine Stabilisierung eintritt, ist das für die gesamte Wirtschaft ein wichtiges Signal.

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Zweitens, die Stahlbranche ist vielfach verquickt mit den Rohstoffmärkten. Das betrifft vor allem den wichtigsten Rohstoff Erz sowie die Energieträger Kohle, Gas und Öl. Eine gesunde Wirtschaftsentwicklung ist ohne gesunde Rohstoffmärkte undenkbar.

Drittens, einen wichtigen Impuls sieht Arcelor in China. Hier scheint sich der Markt nun doch zu stabilisieren. Das ist ein zuversichtliches Signal von einer zentralen Volkswirtschaft, die – vor allem von Beobachtern hierzulande – in den vergangenen Monaten immer wieder abgeschrieben wurde.

Ölpreis Ölkonzerne mit schwachen Zahlen und hohen Kursen

Scheinbar sind die einzigen, die Grund haben, sich über den niedrigen Ölpreis zu freuen, die Verbraucher. Benzin und Heizöl sind noch immer günstig, auch wenn sich der Ölpreis zuletzt wieder deutlich erhöht hat.

Ölförderanlage Quelle: AP

Die Meldung von Arcelor passt zu der bisherigen Einschätzung, dass sowohl die Weltwirtschaft als auch die Wirtschaft in der EU sich moderat aufwärts entwickeln. Für Börsianer ist das eine gute Mischung, da sie bei niedrigem – oder derzeit sogar niedrigstem – Zinsniveau Aussicht auf steigende Unternehmensgewinne verspricht.

Dax-Schwergewichte im Kurz-Check:

Die Allianz ist die jüngste positive Überraschung. Natürlich leidet der Versicherer unter der aktuellen Zinssituation. Doch dies ist keineswegs neu, die Allianz hat sich frühzeitig darauf eingestellt. Das Geschäft mit Lebensversicherungen ist dort noch interessant, wo es keine Zinsgarantien mehr gibt. Das mag für Kunden wenig ersprießlich sein, die mangelnde Anlagemöglichkeit lässt oft keine Alternative zu. Dass die Allianz aus der Not der niedrigen Zinsen eine geschäftliche Tugend macht, spricht durchaus für sie.

Durch den Dividendenabschlag ist die Allianz-Aktie wieder deutlich unter die 200-Tage-Linie gerutscht. Da die hohe und ziemlich sichere Dividende für die Aktie ein wichtiger Kaufgrund ist und die Ausschüttung nun gerade erfolgt ist, dürfte die aktuelle Konsolidierung noch etwas anhalten. Gut möglich, dass sich der Kurs in den nächsten Wochen zwischen 140 und 130 Euro wieder stabilisiert.

Auch die anderen Schwergewichte im Dax versprechen insgesamt einen soliden Geschäftsverlauf: SAP kommt mit seiner Cloud gut voran, die frühzeitige Investition in Datenbanktechnik, die beim Management von Big Data notwendig ist, wird sich langfristig auszahlen. Technisch gesehen ist die Aktie zwischen 65 und 60 Euro ein klarer Kauf. Dann wäre auch die fundamentale Bewertung noch einen Tick günstiger als aktuell.

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