Riedls Dax-Radar: Baisse-Risiko aus Amerika

kolumneRiedls Dax-Radar: Baisse-Risiko aus Amerika

Kolumne von Anton Riedl

Die Kursschwäche amerikanischer Standardwerte wird für den Dax zu einer immer größeren Gefahr.

In Amerika mehren sich die Stimmen der Notenbanker, die von einer baldigen Zinserhöhung ausgehen. Die US-Wirtschaft ist zwar von einer hohen Dynamik weit entfernt, doch sie kommt Schritt für Schritt voran. Der Arbeitsmarkt ist bei den einfacheren Stellen robust, wenn es um die besseren Jobs geht, sieht er nicht so gut aus. Einzelheiten gibt es heute (Freitag) vom neuesten US-Arbeitsmarktbericht.

Am US-Anleihemarkt ist im Vorfeld wenig Änderung festzustellen, die Rendite der zehnjährigen Bonds liegt weiter bei gut 2,2 Prozent. Es sieht derzeit nicht danach aus, als ob die Märkte mit großen Impulsen in die eine oder andere Richtung rechnen. Diese Stabilität ist ein gutes Zeichen. Sie spricht dafür, dass der Markt zwar in den nächsten Monaten mit einer Zinserhöhung rechnet, die allerdings nicht zu heftig ausfallen sollte.

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USA Infrastruktur vor dem Kollaps

Tausende maroden Straßen, Brücken und Zugstrecken in den USA müssten dringend saniert werden. Doch die Kassen in Washington und in vielen Bundesstaaten sind leer – ab Juli droht ein gefährliches Chaos.

Marode Verkehrsinfrastruktur in den USA Quelle: REUTERS

Gerade signalisiert die britische Notenbank, dass sie es mit Zinserhöhungen nicht eilig habe. Diese Haltung, einerseits zwar am Horizont mit höheren Zinsen zu winken, dies kurzfristig aber immer wieder hinauszuschieben, dürfte auch der Linie der Fed entsprechen. Damit bleiben einerseits die Märkte durch die latente Ungewissheit unter Spannung; andererseits hat die Notenbank stets die Option einer Erhöhung, wenn dies denn in ihren Augen wirklich notwendig sein sollte.

Moderate Zinserhöhung in der Pipeline

Diese schleichende Vorbereitung einer Zinserhöhung hat einen großen Vorteil. Die Märkte können sich darauf einstellen, werden also nicht kalt von einem solchen Schritt erwischt. Angesichts der riesigen Investitionsvolumina besonders bei Anleihen ist das ein wichtiges Moment, das sicherlich auch die Fed im Auge hat. Gerade weil die Asset-Märkte ein so gigantisches Volumen erreicht haben, haben heftige Bewegungen – zumal nach unten – immer auch gefährliche Rückwirkungen auf die Realwirtschaft.

Dieser Zusammenhang zeigt sich derzeit besonders in China; wobei der chinesische Aktienmarkt im Vergleich zur chinesischen Wirtschaft (und den dahinterstehenden staatlichen Reserven) eine wesentlich geringere Bedeutung hat als die Anlagemärkte für die westlichen Volkswirtschaften. Umso mehr dürfte die Fed bei ihrer Zinspolitik sehr behutsam vorgehen.

Die Kehrseite des Öl-Schiefer Booms: Die Rohstoff-Baisse schlägt auf die USA zurück

Der Rohstoffindex des HWWI verliert im Juli 9,1 Prozent, der Ölpreis hält gerade mal um 50 Dollar. Die weltweite Rohstoffe-Baisse hat sich zuletzt wieder verschärft.

Für die Aktienmärkte insgesamt sind billige Rohstoffe ein gemischter Indikator. Rückläufige Preise wichtiger Industriemetalle, vor allem Kupfer, signalisieren eine schwächere Nachfrage in vielen Industrien, mithin auch eine abflauende Konjunktur. Dieser Zusammenhang wirkt sich derzeit vor allem in Asien aus, hier schlägt die schwächere chinesische Nachfrage durch.

Direkt betroffen sind weltweit die Rohstoffkonzerne, Minen, Schürfer, die Öl-und Gasindustrie und deren Zulieferer. Das macht sich in Australien, Brasilien und Russland besonders bemerkbar, verstärkt aber auch in den Vereinigten Staaten, die durch den Ölschiefer-Boom zu einem Rohstoff-Land geworden sind.

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