Riedls Dax-Radar: Börse zwischen China-Angst und Zins-Hoffnung

kolumneRiedls Dax-Radar: Börse zwischen China-Angst und Zins-Hoffnung

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Chinesische Yuan-Banknoten.

Kolumne von Anton Riedl

Der Trend ist in Gefahr: In den nächsten Wochen muss der Dax den Dreh nach oben schaffen, sonst droht eine Baisse. Zumindest die Aktien von Telekom und ThyssenKrupp lassen hoffen.

Bis vor kurzem war die chinesische Währung vielen hierzulande bestenfalls dem Namen nach bekannt. Plötzlich aber, nachdem die chinesische Notenbank den Renminbi gedrückt hat (die Währungseinheit heißt Yuan), ist sie plötzlich in aller Munde. Dabei hat sich, wie ein Blick auf die langfristige Entwicklungen zeigt, bisher gar nicht so viel geändert.  

In den vergangenen sieben Jahren ist die chinesische Währung, die an den Märkten das Symbol CNY hat, von 0,08 Euro auf 0,15 Euro gestiegen. Sie gehörte damit zu den stärksten Währungen der Welt, durchaus entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes.

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Nun ist sie in wenigen Tagen von 0,15 Euro auf 0,14 Euro gedrückt worden. Das ist ein heftiger Einschnitt, wirkt aber durchaus natürlich, wenn man parallel dazu die abflauende chinesische Konjunktur betrachtet. Und selbst wenn der CNY noch ein oder zwei Cent zurückginge (das wären immerhin bis zu 15 Prozent an weiteren Verlusten), hätte er immer noch das Niveau der Jahre 2012 und 2013. Kein deutsches Unternehmen hat zu dieser Zeit über einen zu schwachen Renminbi geklagt.

China ist im Kapitalismus angekommen

Ohne Frage, die Maßnahmen der chinesischen Notenbank wirken auf westliche Beobachter drastisch. Notenbankeingriffe dieser Art haben immer etwas Außergewöhnliches an sich, und vor allem treten sie in der Regel in gefährlichen Krisensituationen auf.

Ob die Situation in China nun auch gleich so dramatisch ist, sei dahingestellt. Natürlich ist das Wachstum derzeit weit entfernt von den offiziellen sieben Prozent. Es gibt Analystenrechnungen, die auf ein bis zwei Prozent Wachstum kommen. Das allerdings wäre nach dem Schub der vergangenen Jahre eigentlich nur eine Normalisierung. Anders ausgedrückt: Die chinesische Wirtschaft, die sich seit Jahren mehr und mehr marktwirtschaftlichen Gepflogenheiten öffnet, ist im Kapitalismus angekommen.

Für westliche Exporteure ist der Renminbi-Rückgang und der Konjunkturknick in China natürlich bitter, denn sie hatten – besonders die Autobauer – hier hohe Anteile ihrer Gewinne erwirtschaftet. Hier wird es nun Abstriche geben. Dieser Prozess wird wahrscheinlich die nächsten Monate anhalten und die Aktienkurse der Exporteure relativ schlechter laufen lassen als den Gesamtmarkt.

Andererseits zeugt es schon von einer gewissen Naivität, wenn milliardenstarke Unternehmen ihr Wohl und Wehe so eng an die Entwicklung eines einzigen Marktes binden. Es wäre ja gerade der Vorteil der Globalisierung, dass man schwächere Märkte mit anderen, stärkeren ausgleichen kann. Und nun ist China – wer hätte das gedacht! – auf einmal ein schwächerer Markt.

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