Riedls Dax-Radar: Chance für Dax und Spekulationen um VW

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Der Dax bleibt interessant

Kolumne von Anton Riedl

Die jüngste Erholung im Dax verlief dynamisch und vielversprechend. Die anstehende Quartalssaison könnte dem Aktienmarkt eine wichtige Unterstützung geben.

Die Erholung im Dax vom jüngsten Tief bei 9300 Punkten verlief dynamisch. In etwas mehr als zwei Tagen gewann der Index 500 Punkte. Der Anstieg war sogar so heftig, dass es jedes Mal zu Beginn des Börsenhandels einen mächtigen Sprung gab, ein sogenanntes Gap. Das muss nicht immer ein schlechtes Zeichen sein, denn es spricht für deutliche Nachfrage. Indes ist die oft technisch bedingt: Es sind eher Eindeckungen von Baisse-Spekulationen, die zu solchen Erholungen führen als echte Anlagekäufe.

Für die Aktienmärkte hat sich in den vergangenen Tagen am Umfeld nichts verändert: Die Konjunktur ist in Amerika robuster als in Europa, doch die Unsicherheiten sind erheblich – von den Schwellenländern über das wacklige China bis hin zu neuen Belastungen der wichtigsten europäischen Wirtschaft, nämlich der deutschen.

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Stichwort: Die schwärzesten Tage für den Dax seit 1987

  • Hintergrund

    Frankfurt, 24. Aug (Reuters) - Die Furcht vor einem deutlichen Konjunktureinbruch in China hat die Aktienmärkte am Montag auf Talfahrt geschickt. Der Frankfurter Leitindex Dax rutschte erstmals seit Mitte Januar wieder unter die Marke von 10.000 Punkten, zeitweise fiel er um bis 3,6 Prozent auf 9760 Zähler.

    Eindeutige Kriterien für einen Crash gibt es nicht - außer Panik, hohe Umsätze und hohe Verluste. Beim bislang größten Börsenkrach der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987, als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index an der Wall Street um 23 Prozent einbrechen ließ, gab es den Dax noch nicht. Er wurde erst am 1. Juli 1988 erstmals berechnet.

    Im folgenden eine Übersicht über die prozentual höchsten Verluste des Dax seither:

    DIE 1990er JAHRE UND DIE ANSCHLÄGE VON 9/11

  • 16. Oktober 1989

    Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten bei einem Unternehmensverkauf einen Ausverkauf auslösten.

  • 19. August 1991

    Ein später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow drückt den Dax um gut neun Prozent ins Minus.

  • 20. Oktober 1997

    Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf um bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.

  • 1. Oktober 1998

    Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

  • 11. September 2001

    Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

  • Finanzkrise 2008

    Sie hinterlässt tiefe Spuren im Dax.

  • 21. Januar 2008

    Angst vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6790 Punkte ins Minus. Bei der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September kommt er aber glimpflich davon und verliert nur moderate 2,7 Prozent.

  • 6. Oktober 2008

    Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

  • 8. Oktober 2008

    Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

  • 10. Oktober 2008

    Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

  • 24. Oktober 2008

    Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

  • 8. August 2011

    Nachdem die USA bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer verlieren, brechen die Kurse ein: Der Dax verliert rund fünf Prozent.

  • 5. September 2011

    Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

  • 1. November 2011

    Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

  • 29. Juni 2015

    Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

Dass die Preise im September in Europa um 0,1 Prozent gesunken sind, ist ein Beleg für diese zähe Entwicklung. Es kommt eben nicht, wie von den Notenbanken gewünscht, zu einer leichten Inflation, die stimulierend wirken soll. Stattdessen ersticken niedrige Rohstoff- und Energiepreise jede Teuerungstendenz im Keim.

Sinken die Zinsen etwa bald wieder?

Noch bis vor kurzem hatten Anleger hierzulande Angst, die EZB könnte ihr Anleihekaufprogramm so bald wie möglich wieder einstellen und damit den Zinsmärkten ihren Schutz entziehen. Davon dürfte derzeit keine Rede mehr sein – und an den Märkten ist diese Tendenz spürbar: Die Umlaufrendite, die im Juni bis auf 0,8 Prozent geschossen ist, hat sich seitdem fast schon wieder halbiert.

Mehr noch: Wenn die Durchschnittszinsen unter 0,4 Prozent rutschen, könnten sie die seit Frühjahr bestehende Schwankungsphase beenden. Und dann kann etwas passieren, mit dem die wenigsten rechnen: Die Zinsen könnten in einen neuen Sinkflug übergehen. Dass der Bund-Future den Anstieg über die wichtige Obergrenze bei 155,50 Prozent schon geschafft hat, wäre dafür ein Vorzeichen.  

In Amerika ist das Bild ähnlich. Auch hier haben die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen die Spitzen vom Juni, die bei 2,4 Prozent lagen, längst wieder unterschritten. Mit aktuell 2,04 Prozent fehlt nicht mehr viel zum August-Tief.

Die Märkte rechnen weiterhin damit, dass die US-Geldpolitik im Zyklus fortgeschrittener ist als die europäische, dass zuerst eine Zinserhöhung in Amerika kommt und dann – in ferner Zukunft – irgendwann einmal in Europa. Dennoch ist mittlerweile auch die Erwartung an eine schnelle Leitzinserhöhung in Amerika geringer geworden. Kein Wunder, wenn die Falken in der US-Notenbank Fed deshalb jetzt umso lauter eine Zinsanhebung noch in diesem Jahr fordern.

Macht die politische Entspannung Öl teurer?

Zur Aussicht auf weiterhin niedrige Zinsen kommen die derzeit günstigen Rohstoffpreise. Kupfer ist mittlerweile bei 5000 Dollar die Tonne angekommen, der Ölpreis (Brent) weiter unter 50 Dollar. Auf diesem Niveau können viele Einkäufer günstig disponieren – das hilft vor allem klassischen Industriebranchen wie Auto, Stahl und Chemie. Andererseits sind hier durchaus Erholungstendenzen möglich – und die könnten sich auch aus der politischen Großwetterlage ergeben.

Über viele Monate hinweg war Öl auf den Weltmärkten billig und wurde vor allem für Russland in der Ukraine-Krise zu einer Belastung. Gleichzeit bestand die klare Konfrontation gegen die USA. Diese Konfrontation hat sich mittlerweile gelockert. Sowohl über die Iran-Frage als auch über die Syrien-Krise kam Russland zurück ins Spiel der Großmächte – und nun auch wieder ins Gespräch mit den Amerikanern.

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