Riedls Dax-Radar: Das große Hoffen auf die Deutsche Bank

kolumneRiedls Dax-Radar: Das große Hoffen auf die Deutsche Bank

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Dax vom 7. Oktober 2015

Kolumne von Anton Riedl

Zu einem der heißesten Papiere im Dax gehört nun die Deutsche Bank. Kurzfristig könnte der deutsche Aktienindex 11.500 Punkte anpeilen. Doch danach steht die große Trendentscheidung an.

Wenn sich die Inflation in Amerika auf die Marke von zwei Prozent zubewegt und der Arbeitsmarkt sich nachhaltig stabilisiert, will Janet Yellen noch in diesem Jahr die Zinsen erhöhen. Solche Äußerungen kann man durchaus als Signal für einen bevorstehenden Zinsschritt verstehen. Doch, wie immer bei der Notenbank, enthält er Bedingungen, deren Eintreffen keineswegs ausgemachte Sache ist.

Von zwei Prozent Inflation ist die amerikanische Wirtschaft weit entfernt. Im August sind die Verbraucherpreise gerade einmal um 0,2 Prozent gestiegen. Vor allem die niedrigen Energiepreise deuten darauf hin, dass sich daran in den nächsten Wochen nicht besonders viel ändert.  

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Am Arbeitsmarkt gab es zuletzt sogar eine herbe Enttäuschung. Die Septemberdaten waren deutlich schlechter als erwartet, es entstanden viel weniger neue Jobs als geplant.

Schon die Entwicklung dieser beiden Kernkriterien macht es wenig wahrscheinlich, dass es bei den nächst möglichen Zeitpunkten (Ende Oktober und Mitte Dezember) zu einer Zinserhöhung kommt. Dazu kommen noch die internationalen Risiken, vor allem aus den Schwellenländern.

So macht sich derzeit vor allem der IWF lautstark Sorgen über ein weltweit schwächeres Wachstum bis hin zu einer neuen Krise. Eine Zinserhöhung durch die mit Abstand wichtigste Notenbank würde dazu überhaupt nicht passen.

Zehnjährige US-Anleihen pendeln nach ihrem jüngsten Renditerutsch weiter um die Marke von zwei Prozent. Sie spiegeln damit die abwartende Haltung des Marktes wider: Danach könnte man die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch in diesem Jahr auf 50 zu 50 taxen.

Deutsche Wirtschaft im Kriechgang

Zum eingetrübten Bild passen die Schwächesignale der wichtigsten europäischen Wirtschaft. Im August ist der deutsche Export gegenüber Juli um fünf Prozent gesunken. Auch wenn der Saisoneffekt der verspäteten Sommerferien hier mitwirkt, deuten immer mehr Indikatoren auf einen schleichenden Abwärtstrend. In der Industrie sind die Auftragseingänge um 1,8 Prozent zurückgegangen. Schon im Juli waren sie mit minus 2,2 Prozent rückläufig. Auch aus dem Inland kommen mittlerweile weniger Aufträge.

Volkswirte zu Flüchtlingen Zeiten sinkender Arbeitslosigkeit gehen zu Ende

Jahrelang zeigte sich der deutsche Arbeitsmarkt weitgehend krisenresistent. Damit dürfte es 2016 erst einmal vorbei zu sein. Die große Zahl von Flüchtlingen dürfte ihre Spuren hinterlassen, erwarten Ökonomen.

Flüchtlinge in Deutschland Quelle: dpa

Es sieht ganz so aus, als ob die Konjunkturlokomotive Europas an Kraft verliert – was angesichts der zahlreichen Belastungen (China-Schwäche, Griechenland-Krise, Migrations-Folgen) kein Wunder ist.

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute reduzieren ihre Wachstumsprognose für Deutschland für dieses Jahr von 2,1 auf 1,8 Prozent. 2016 wird dann erstmals seit Jahren in Deutschland die Arbeitslosigkeit wieder steigen.

Damit wird es in Europa bei der bisherigen Linie der Zinspolitik bleiben: Die expansiven Maßnahmen werden fortgesetzt und notfalls dürfte Draghi auch nicht zögern, seine Anleihekäufe zu verlängern oder sogar noch zu verstärken. Wie stark das der Realwirtschaft hilft, ist umstritten. An den Anlagemärkten kommt die ungebrochene Geldversorgung aber nach wie vor gut an.

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