Riedls Dax-Radar: Dax und VW-Aktie suchen nach Halt

kolumneRiedls Dax-Radar: Dax und VW-Aktie suchen nach Halt

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Sowohl der Börsenindex Dax als auch die Volkswagen-Aktie erlitten in der vergangenen Woche herbe Verluste - und für beide sieht es nicht gut aus

Kolumne von Anton Riedl

Neue Konjunkturrisiken und der VW-Schock können den Dax noch weiter nach unten ziehen. Eine ganze Reihe von Verkaufssignalen spricht dafür, dass die Baisse noch nicht ausgestanden ist.

Auf die deutsche Wirtschaft kommen mehrere Belastungen zu, die Börsianer so vor einigen Monaten noch nicht auf dem Schirm hatten. Die chinesische Wirtschaft verliert weiter an Dynamik, auch wenn sie von einem Schrumpfungsprozess noch weit entfernt ist. Die Schwellenländer, allen voran Russland und Brasilien, werden von der Rohstoffbaisse nach unten gezogen.

Als Folge der kriegerischen Konflikte in der arabischen Welt entstehen für die deutsche Wirtschaft neue, unerwartete Aufwendungen, die zunächst finanziert werden müssen. Und dann gerät durch das Diesel-Desaster von VW auch noch der Deutschen liebste Branche unter Generalverdacht, die Autoindustrie. Fast schon in Vergessenheit gerät die Krise um Griechenland, als deren Folge ebenfalls erhebliche Finanzleistungen von Deutschland erwartet werden.

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Selbst wenn der jüngste Ifo-Index bisher noch erstaunlich robust war, der nächste dürfte schwächer ausfallen. Insgesamt ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass die bis vor kurzem durchaus positiven Konjunkturprognosen auch so schön aufgehen.

Von wegen Gefahr von der Fed

Noch bis vor wenigen Monaten wurde die Aussicht auf eine Zinserhöhung durch die Fed als größte Gefahr für die Börsenentwicklung genannt. Nun, von einer echten Zinserhöhung dürfte die amerikanische Notenbank weiter denn je entfernt sein. Denn so wie Deutschland keine Insel der Seligen ist, trifft das auch auf die USA  zu. Die amerikanische Wirtschaft ist in keiner schlechten Verfassung, aber nicht so robust, dass die Notenbank ohne Scheuklappen einfach die Zinsen heraufsetzen könnte, nur weil der Arbeitsmarkt einmal etwas besser aussieht.

Eine wichtige Indikation für die weitere Zinspolitik gibt die Entwicklung Dollar zu Euro. Im ersten Moment, als bekannt wurde, dass die Fed die Zinsen doch nicht erhöht, konnte der Euro etwas zulegen, der Dollar verlor an Boden. Doch schon kurz danach setze sich die übergeordnete Tendenz wieder durch: schwächerer Euro, stärkerer Dollar. Die Gründe sind die alten: stärkere US-Wirtschaft, höheres Zinsniveau, insgesamt eher die Einstufung als sicherer Hafen im Vergleich zur wackligen Entwicklung in Europa.

VW-Aktie Günstig - aber gefährlich

Die Volkswagen-Aktien wirkt nach den Kursrückschlägen günstig. Anleger, die jetzt auf eine schnelle Erholung spekulieren, könnte die Entscheidung aber teuer zu stehen kommen.

Die VW-Aktie zuckt nach jedem neuen Detail, das zur Abgaskrise ans Licht kommt. Daran haben nur Zocker Spaß, Anleger sollten VW noch meiden. Quelle: dpa

Indes, für die deutschen Börsenunternehmen ergibt sich genau deshalb eine wichtige Unterstützung: Die niedrigen Zinsen der Fed halten weltweit das Zinsniveau am Boden; und im internationalen Geschäft profitieren die Exporteure weiterhin vom schwachen Euro.

Auch der Kursverlauf selbst signalisiert für die nächsten Monate eher einen rückläufigen Euro. Ende August hatte es einen kurzen Anstieg des Euro über die wichtige Grenze bei 1,15 Dollar gegeben. Hieraus hätte eine längere Stärkephase der europäischen Währung entstehen können. Dass der Euro aber innerhalb weniger Tage wieder unter 1,15 Dollar rutschte, war ein klares Schwächezeichen. Die nächsten Ziele liegen nun bei 1,08 Dollar und 1,05 Dollar, sie können noch dieses Jahr erreicht werden.

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