Riedls Dax-Radar: Der Crash kommt – aber erst etwas später

Riedls Dax-Radar: Der Crash kommt – aber erst etwas später

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Deutscher Aktien Index: Der Crash kommt, aber erst etwas später.

von Anton Riedl

Mit der Marke 13.000 Punkte hat der Dax ein neues Hoch erreicht. Gut möglich, dass es hier zu einer kurzen Verschnaufpause kommt. Angst vor dem großen Absturz müssen Anleger derzeit aber nicht haben.

Der Crash will einfach nicht kommen, obwohl er doch schon seit Monaten, eigentlich schon seit Jahren, von so vielen Profis erwartet wird. Und jetzt hat der Dax auch noch die neue Höchstmarke 13000 erreicht, wenn auch bisher nur für ein paar Sekunden. Alles nur ein Präludium für den großen Zusammenbruch?

Statistisch gesehen haben Crash-Propheten schlechte Karten. Seitdem es Aktienmärkte gibt – und hier reichen die wissenschaftlichen Untersuchungen über die langfristige Performance britischer Aktien bis ins späte 17. Jahrhundert zurück – verlaufen Aktienmärkte zeitlich gesehen in einem wesentlich längerem Ausmaß in einer Aufwärtsbewegung als in einer Abwärtsbewegung. Das hat den einfachen Grund, weil die fundamentale Basis der Börsen, die allgemeine Wirtschaft und Unternehmen, sich schrittweise weiter entwickeln. Es gibt zwar Brüche, doch die große Tendenz zeigt nach oben.

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Nicht umsonst warnt der erfolgreichste Investor aller Zeiten, Warren Buffett, ausdrücklich davor, diese grundlegende Tendenz der Aktienmärkte nicht nur nicht zu nutzen (indem man keine Aktien kauft), sondern sie auch noch aktiv zu bekämpfen.

Es gibt in der gesamten Börsengeschichte keinen einzigen Spekulanten, der mit Short-Geschäften, also Spekulationen auf fallende Kurse, dauerhafte Reichtümer angehäuft hat, die mit Buffetts Imperium vergleichbar wären. Und auch die aktuellen Crash-Propheten schneiden mit ihren Fonds, in denen sie real beweisen müssen, was sie können, durchweg blamabel ab. Insofern ist es bedauerlich, dass gerade sie in den vergangenen Jahren beim breiten Anlagepublikum immer wieder auf so große Resonanz gestoßen sind.

Schwarzseher wollen das gute Börsenumfeld nicht wahrhaben

Denn das Börsenumfeld ist keineswegs schlecht. Die Aussichten für die Konjunktur wurden gerade wieder einen Tick erhöht. Leichte Aufwärtsrevisionen dieser Art sind ideal für die Börse: Einerseits zeigen sie, dass die Zukunft noch ein Stück dynamischer abgehen kann; andererseits ist der Anstieg noch nicht so hektisch, dass es zu einer Übertreibung kommt.

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Wachstumsraten um zwei Prozent, die es bei vielen Industrieländern derzeit etwa gibt, sind für die Anlagemärkte optimal. Bei drei bis vier Prozent wird es gefährlich. Ein solcher Zuwachs ist zum einen auf Dauer kaum zu halten – damit entsteht Enttäuschungspotenzial. Zudem besteht die Gefahr, dass dann wichtige Zielgrößen wie Löhne und Preise aus dem Ruder geraten.

Bei moderatem Wachstum bleibt auch das Zinsniveau niedrig. Zwar müssten die Renditen nach klassischem Muster langsam weiter anziehen, doch die politische Keule der Notenbanken hält sie unten. Und es gibt keine echten Anzeichen dafür, dass Fed oder EZB an diesem Kurs grundsätzlich etwas ändern – erst recht nicht, wenn neue Krisen wie in Spanien die mühsam erreichte Erholung gefährden könnten.

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Quelle: Fotolia

Sieben Kursschocks in 35 Jahren

In den vergangenen 35 Jahren, seitdem die 1982 begonnene große Aufschwungsphase läuft, kam es an den Börsen siebenmal zu einem Crash oder einer crashartigen Abwärtsbewegung: 1987 die Verkaufsprogramme, 1990 Saddam-Einmarsch, 1998 Asien-Russland-Krise, 2001 World-Trade-Center-Crash, 2003 High-Tech-Baisse, 2008 Finanzkrise, 2011 Konjunktur-Baisse. Rechnerisch gab es alle fünf Jahre ein Kurskrach. Geht man vom letzten Einbruch 2011 aus, wäre ein Crash so gesehen schon überfällig.

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