Riedls Dax-Radar: Die Börse wählt Emmanuel Macron

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Ein Wahlsieg Emmanuel Macrons käme der europäischen Wirtschaft und den europäischen Aktienmärkten zugute.

Kolumne von Anton Riedl

Ein Wahlsieg Emmanuel Macrons käme der europäischen Wirtschaft und den europäischen Aktienmärkten zugute. Der nicht auszuschließende Sieg Marine Le Pens ist ein Restrisiko.

An den Börsen ist die Präsidentschaftswahl in Frankreich schon entschieden. Die hohen Kursgewinne europäischer Aktien und die in den vergangenen Wochen ausgeprägte Stärke französischer Papiere nehmen einen Sieg Emmanuel Macrons vorweg.

Geht es nach den jüngsten Umfragen, wird Macron gut 60 Prozent bekommen, Marine Le Pen knapp 40 Prozent. Das mag ein beruhigender Vorsprung sein, doch eine abgemachte Sache ist die Wahl noch nicht. Zudem sind an die 40 Prozent für Le Pen – auch wenn darunter etliche Protestwähler sein sollten, die partout nicht Macron wählen wollen – ein Zeichen für die kritische Stimmung in Frankreich. Obwohl Macron gewinnen dürfte und sich danach als „Präsident aller Franzosen“ vorstellen dürfte, wird das kein leichter Start für die absehbare Regierung.

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Nicht nur europäische Aktien werden vom möglichen Wahlausgang in Frankreich beflügelt, auch der Euro hat mittlerweile den höchsten Stand seit fast sechs Monaten erreicht. Von Parität zum Dollar und einer sterbenden europäischen Währung spricht derzeit kaum noch jemand.

Dax auf Rekordjagd Börsen nehmen Macron-Sieg vorweg

Anleger wetten bei der Stichwahl in Frankreich auf einen Sieg Emmanuel Macrons. Die Spekulationen treiben die Nachfrage nach französischen Anleihen. Und auch der Dax setzt seinen Rekordlauf fort.

Emmanuel Macron Quelle: REUTERS

Renaissance für den Euro

Im Gegenteil: Nachdem das Pfund Sterling durch den Exit der Briten schwer gedrückt wurde und sich in Amerika die Wirtschaft nur langsam erholt, erlebt der Euro eine Renaissance. Gut möglich, dass er bei einem Sieg Macrons in den nächsten Wochen gegenüber dem Dollar bis an den oberen Rand seiner mittelfristigen Schwankungen steigt, der bei 1,16 Dollar liegt.

Die Stärke des Euro ist umso bemerkenswerter, da von der EZB keine Signale zum Ende der laxen Zinspolitik kommen. Dahinter könnte, positiv interpretiert, eine Wiederbelebung des europäischen Gedankens stecken – eben weil sich das alte Europa durch den Sonderweg der Briten, die Unberechenbarkeit der Amerikaner und nationale Entwicklungen in Osteuropa und der Türkei wieder enger zusammenrauft.

Der starke Anstieg an den europäischen Aktienmärkten und speziell im Dax erstaunt manchen Beobachter. Professionelle Investoren trifft das genauso. Es gibt eine ganze Reihe bekannter Fondsmanager, die in den vergangenen Monaten ihre Aktienbestände abgebaut haben – explizit mit Verweis auf die Risiken dieses Jahres, vor allem die Wahlen.

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