Riedls Dax-Radar: Die Gewinneraktien der Mega-Trends

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Nach Abstürzen im Sommer wurden viele Dax-Werte von Trends gestützt

Kolumne von Anton Riedl

20 Prozent hat der Dax von Anfang Oktober bis Ende November gut gemacht: Welche Dax-Werte von großen Trends profitieren – und welche davon nach unten gedrückt werden.

Aber es gibt auch Probleme: Der frühe Anstieg stellt für die aktuelle Verfassung des Aktienmarkts ein zweifaches Problem dar: Erstens vollzog sich diese Kletterpartie unter anderem deshalb, weil Anleger auf eine weitere Lockerung durch die EZB gesetzt hatten - die nun aber nicht wie erwartet eingetreten ist. Zweitens entspricht eine Anstiegsphase von acht Wochen dem typischen Ausmaß einer mittelfristigen Trendbewegung, der oft eine Konsolidierung oder sogar eine Korrektur folgt.

Dass der Dax nach seinem kurzen Ausflug über die 200-Tage-Linie (derzeit bei 11.100) und den seit Frühjahr bestehenden Abwärtstrend wieder nach unten gerutscht ist, zeigt die Unsicherheit des Marktes und ist ein Warnsignal. Die breite Unterstützungszone zwischen 10.300 und 10.000 Punkte sollte der Dax in den nächsten Wochen auf keinen Fall durchschlagen.

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Misstrauen gegen Notenbanken

Ein Auslöser der jüngsten Wackelpartie sind die Notenbanken. Hier hat Draghi in den vergangenen Wochen hohe Erwartungen geschürt, die er dann aber so nicht erfüllte.

Zur reinen Enttäuschung über den nicht so großen jüngsten Schritt der EZB kommt ein weiterer Grund, der auf Dauer schwerer wiegen kann: Bei immer mehr Anlegern, auch bei denen, die Draghi grundsätzlich gar nicht so übel gesonnen sind, wachsen die Zweifel an der Wirksamkeit der Geldpolitik.

Mario Draghi hat die Erwartungen der Märkte enttäuscht. Kapitalmarktanalyst Robert Halver von der Baader Bank kritisiert, dass der EZB-Präsident im Vorfeld zu viel versprochen habe. Mit einer nachhaltigen Erschütterung des Dax rechnet er aber nicht.

Überspitzt ausgedrückt: Obwohl die Zinsen extrem niedrig sind, Energiepreise im freien Fall und der Euro wahrlich nicht überbewertet, kommt die Konjunktur in Europa kaum noch vom Fleck. Schlimmer noch: Die Aussichten auf eine Dynamisierung im nächsten Jahr werden unsicherer, weil nun China immer mehr aus dem Tritt kommt.

An den Börsen entsteht damit ein Enttäuschungspotenzial. Das muss nicht den Gesamtmarkt gleich treffen, dieses Misstrauen entsteht über Einzelwerte. Dabei kann es heftig einschlagen wie bei Volkswagen oder schwer und dauerhaft wie bei den Versorgern E.On und RWE. Es kann sich aber auch langsamer bemerkbar machen.

BASF verliert Favoriten-Status

Beispiel BASF. Über Jahre hinweg hat sich die Mischung aus höherwertigen Chemieprodukten und einer ausgedehnten Öl- und Gasförderung mit stabilen und steigenden Gewinnen und Kursen ausgezahlt. Doch dieser Trend ist in Gefahr.

Die Dauer-Baisse an den Rohstoffmärkten drückt nicht nur die Ölgeschäfte, im zweiten Schritt erwischt es nun auch die Chemikalien. Deren Preise können nicht auf Dauer stabil bleiben, wenn die Vorprodukte billiger werden und die Nachfrage konjunkturbedingt schwächelt. Das bisherige Erfolgsmodell BASF gerät damit von zwei Seiten unter Druck.

PremiumDax-Aktien "Das sind keine realen Werte"

Die massiven Gewinneinbrüche einiger Dax-Unternehmen sind nur der Anfang. Mehr als 100 Milliarden Euro stehen auf dem Spiel. So hoch schätzen Experten die Luft in den Bilanzen der Konzerne.

Dax-Unternehmen wie RWE bilanziell unter Druck. Quelle: dpa

Dass sich in Amerika in der Chemie eine riesige Fusion (mit anschließend möglichen neuen Abspaltungen) ankündigt, zeigt, wie hoch die Unsicherheit in der Branche derzeit ist.

Gegenwind für Finanzwerte und Autobauer

Anderen Premium-Branchen im Dax geht es nicht viel besser: Die beiden Banken sind riesige Baustellen, von denen mittlerweile sogar die Commerzbank fortgeschrittener ist als die Deutsche Bank. Die Versicherer Allianz und Münchener Rück haben immer mehr Probleme mit den extrem niedrigen Zinsen. Die Zeit arbeitet gegen sie, weil vermehrt alte, hoch verzinsliche Wertpapiere auslaufen und durch neue, niedrig verzinste ersetzt werden. Und wollen die Versicherer ihre Renditen halten, müssen sie schwer ins Risiko gehen.

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