Riedls Dax-Radar: Die Trend-Entscheidung im Dax steht bevor

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Das Wort "Dax" im Handelssaal der Frankfurter Börse

Kolumne von Anton Riedl

Die Unsicherheit geht um am deutschen Aktienmarkt. Doch genau deshalb könnte in wenigen Wochen sogar eine Jahresendrally starten.

Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank, bedauert, dass Finanzmarktprognosen derzeit Makulatur seien. So sei etwa die weitere Entwicklung der chinesischen oder der amerikanischen Wirtschaft auf Basis vorliegender Daten kaum noch zu greifen. Kurze Schwächephasen werden von überraschenden Erholungen abgelöst­, die dann wieder schneller als erwartet versanden.

Die US-Notenbank gebe ein ähnliches Bild ab: Immer wieder werde zwar auf eine bevorstehende Zinserhöhung verwiesen, andererseits aber stets auf absehbare Zeit eine üppige Geldversorgung in Aussicht gestellt.

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Auf politischer Ebene die gleiche Unsicherheit: Dass die Briten für den Brexit stimmten, hätte kaum jemand erwartet. Und wenn, dann mit einer wirtschaftlichen Katastrophe gerechnet. Kein Wunder, dass sich nun zum Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA kaum noch  jemand aus dem Fenster wage.

Das Fazit Otmar Langs: Bei der Weltkonjunktur rechnet er weiterhin mit einem Dahinplätschern, die USA könnte etwas besser abschneiden, China dafür abflauen. Womöglich kommen die Schwellenländer wieder, weil der Rückgang der Rohstoffpreise weitgehend verarbeitet sei. Der Fed traut Lang in den nächsten zwölf Monaten zwei Zinserhöhungen zu, der EZB keine. An den Aktienmärkten könnte das zu einem weiteren leichten Anstieg führen – vor allem, weil es zu Aktien keine echten Alternativen gebe.

Der Aktienmarkt ist unentschieden – aber nicht schwach

Immerhin, dieses durchwachsene Bild der Märkte hat einen großen Vorteil: Von einem verbreiteten Optimismus kann keine Rede sein. Insofern besteht schon einmal nicht die Gefahr einer Überspekulation wie in den Jahren 2000 oder 2007, als es Common Sense war, dass die Märkte nur nach oben gehen könnten.

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Dabei ist die Lage, wenn man sie mit etwas Abstand und Geduld betrachtet, derzeit weder schlecht noch aussichtslos. Als die Zinsen Ende vergangenen Jahres erstmals angehoben wurden, begann an den Märkten der Einbruch. Bis Anfang Februar führte das in vielen Indizes zu Verkaufssignalen. Doch diese Signale gingen nicht auf – auch weil die Notenbanken schnell signalisierten, dass es bei der großzügigen Geldversorgung bleibe. Die Märkte kehrten daraufhin in ihre bisherigen Bandbreiten zurück. Der Dax schaffte wieder den Anstieg über die 10.000er-Zone, bei der aktuell derzeit auch etwa die 200-Tage-Linie verläuft. Damit war die Absturzgefahr, die zu Beginn des Jahres geherrscht hat, zunächst einmal abgewendet.

Um aktuell von dieser Basis aus weiterzusteigen, bräuchte der Markt einen neuen Antrieb. Und da ist derzeit – wie Targo-Volkswirt Lang feststellt – nicht viel zu erwarten: weder von der Geldpolitik noch von der allgemeinen Konjunkturdynamik oder den Unternehmensergebnissen.

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