Riedls Dax-Radar: Die Trump-Rally ist vorbei – doch der Kursanstieg geht weiter

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Ein Ende der Trump-Rally an den Börsen wäre ein gutes Vorzeichen.

Kolumne von Anton Riedl

Die Euphorie der vergangenen Wochen ist verflogen. Für den großen Aufwärtstrend an den Aktienmärkten ist das ein gutes Signal.

Der jüngste Rückschlag an den Börsen stellt die stärksten Kursverluste dar, die es seit Beginn der Trump-Hausse im November vergangenen Jahres gegeben hat. Dieser Rückschlag ist umso bemerkenswerter, weil er wenige Tage nach dem Jubelsprung stattfand, den die Börsen nach der Zinserhöhung und der Wahl in den Niederlanden gemacht hatten. Ist die Rally an den Börsen, in Amerika wie in Europa, damit gelaufen und steht eine Korrektur oder sogar schwere Baisse ins Haus?

Auffallend starke Kursbewegungen sollten Anleger nie auf die leichte Schulter nehmen. Sie geben wichtige Signale - in beiden Richtungen.

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Als es letztmals so heftige Kursbewegungen gab wie in der vergangener Woche (nur eben in die andere Richtung, nach oben), war das Anfang November nach der Trump-Wahl und nochmals Anfang Dezember. Beide dynamische Phasen kennzeichneten den starken Aufwärtstrend, den die Börsen in den vergangenen Monaten nach oben eingeschlagen haben.

Kursbewegungen können an den Börsen besonders heftig ausfallen, wenn sie von den wenigsten Anlegern so erwartet werden; also: Marktteilnehmer sind entweder aktiv nicht investiert und müssen nachlaufen; oder sie setzten über Terminmärkte auf die andere Richtung und müssen ihre Positionen Hals über Kopf schließen. Das aber bedeutet: Eine starke Kursbewegung wirkt wie eine Initialzündung in die andere Richtung – sie kann einen Trend durchaus drehen.

Skepsis ist gut für den Aufwärtstrend

Brisant ist die aktuelle Situation an den Märkten, weil am besonders schwachen Dienstag (21. März) im Dow Jones, im Dax und im Nasdaq 100 die seit Anfang November bestehenden Aufwärtstrendlinien nach unten durchschlagen wurden. Um diese kurzfristig negativen Signale wieder aufzuheben, müssten die Aktienmärkte bis Anfang April schnell wieder die alten Höhen zurückerobern – und danach möglichst bald übertreffen. Schaffen sie das nicht, könnten die jüngsten Verkaufssignale ihre Wirkung erst so richtig ausspielen.

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Kurzfristig, mit Blick auf die nächsten Wochen, ist die Situation an den Börsen ohne Frage angespannt. Mittelfristig, über die nächsten Monate hinaus, passen die jüngsten Turbulenzen aber in ein positives Gesamtszenario.

Gerade weil die Börsen in den vergangenen Monaten in der Trump-Rally soweit nach oben gelaufen sind, haben sie jetzt Spielraum für eine Korrektur, ohne die große Aufwärtsrichtung zu verlassen. Mehr noch: Korrekturbewegungen wie die jüngsten Rückschläge sorgen dafür, dass die Euphorie an den Märkten gedämpft wird. Das lässt die Skepsis wieder wachsen – und das ist gut für den großen Trend. Denn nur, wenn genug Anleger skeptisch sind (also gar nicht oder zu wesentlichen Teilen nicht investiert sind), kann es überhaupt länger nach oben gehen.

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