Donald Trump lässt jetzt auch die Börsen zittern

kolumneRiedls Dax-Radar: Donald Trump lässt jetzt auch die Börsen zittern

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Als Trump US-Präsident wurde, blieben die Börsen noch gelassen. Jetzt steigt die Nervosität.

Kolumne von Anton Riedl

An den Börsen wachsen die Zweifel an der neuen US-Regierung. Noch halten die Trends – aber es wird immer knapper.

Die amerikanische Wirtschaft ist mit 1,6 Prozent 2016 nicht so stark gewachsen, wie von vielen Anlegern erwartet. Vor allem im vierten Quartal hat die Dynamik nachgelassen. Auch wenn sich der Aufschwung durch Maßnahmen der neuen Regierung wieder beleben sollte, dürfte es einige Quartale dauern, bis sich die Wachstumszahlen deutlich beschleunigen.

Auch die Fed wird etwas leiser. Ob die amerikanische Notenbank damit auch von ihrer dezidierten Trump-Opposition abrücken will, sei dahingestellt. Jedenfalls wäre es keine Überraschung, wenn sich die von Janet Yellen ins Auge gefasste Zinswende auf der Zeitachse weiter nach hinten verschieben würde.

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An den Anleihemärkten haben sich die Ausschläge beruhigt. Nach dem starken Renditeanstieg von 1,7 Prozent auf 2,6 Prozent direkt nach der Präsidentschaftswahl - aufgrund fallender Anleihenkurse - pendeln die zehnjährigen US-Staatsanleihen (Treasury-Notes) derzeit zwischen 2,3 und 2,5 Prozent. Immerhin kam es als Gegenreaktion auf den scharfen Renditeanstieg nicht wieder zu einem schnellen Renditeverfall. Das spricht dafür, dass die große Richtung bei den US-Anleihen weiter nach oben zeigt. Für dieses Jahr besteht dabei zunächst Spielraum bis drei Prozent.

Nicht einmal mehr auf die Fed können sich Anleger verlassen

Eine wichtige Folge der Beruhigung an den US-Anleihemärkten ist die Erholung des Euro. Denn während sich die US-Renditen im Januar bis auf kurze Schwankungen kaum verändert haben, ist die Rendite der zehnjährigen Bunds von weniger als 0,2 Prozent auf fast 0,5 Prozent gestiegen. Der Zinsvorteil des Dollars schwindet derzeit dahin – und dementsprechend verliert der Dollar auch seinen Vorsprung an den Währungsmärkten.

Die politische Begleitmusik aus Washington passt dazu. Ein zu starker Dollar, so wie er sich in den vergangenen Monaten abgezeichnet hat, ist der neuen Regierung ein Dorn im Auge. Dezidiert greift Trump deshalb Deutschland an, das ganz besonders von der günstigen Währung und den niedrigen Zinsen profitiert.

Es ist gut möglich, dass die Erholung des Euros sich noch etwas fortsetzt. Spätestens im Bereich 1,09 bis 1,10 Dollar jedoch sollte der Anstieg auslaufen. Am großen Abwärtstrend des Euro, der mittelfristig seit 2014 und langfristig seit 2008 besteht, hat sich bisher nichts geändert. Um diesen Trend zu drehen, müsste der Euro zunächst bis 1,16 Dollar steigen, dann dort einige Wochen auf der Stelle treten – um dann schließlich die Hürde von 1,16 mit Nachdruck zu überspringen.

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Greift Trump nach den Leitzinsen?

Für einen so nachhaltigen Anstieg müssten drei Dinge geschehen: Erstens müsste sich die Zinsdifferenz zwischen Dollar- und Euroraum wesentlich verkleinern – wozu auch die EZB von ihrer ultralaxen Geldpolitik abrücken müsste. Zweitens müsste Europa wirtschaftlich einen robusteren Verlauf nehmen – dazu müssten sich vor allem die Süd-Länder erholen. Und drittens müsste es auf politischer Ebene eine echte Aussicht darauf geben, dass die EU ihre divergierenden Tendenzen überwindet.

Es gäbe allerdings auch noch eine andere Möglichkeit, die zu einem deutlichen Euro-Anstieg führen würde: Wenn Trump in Amerika als nächste Überraschung sogar die Zinspolitik in die Hand bekäme. Das könnte er über die Besetzung der Fed durch willfährige Mitstreiter. Bisher hat Janet Yellen bekundet, dass sie ihre Amtszeit bis Februar 2018 auf alle Fälle durchhalten will. Dennoch, angesichts der Chuzpe, mit der Trump vorgeht, können sich Anleger nicht einmal mehr auf die Fed verlassen

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