Der Anstieg am Aktienmarkt ist noch lange nicht zuende.

kolumneRiedls Dax-Radar: Fünf Gründe, warum der Dax bis auf 14.600 Punkte steigen kann

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Bulle vor der Deutschen Börse in Frankfurt am Main.

Kolumne von Anton Riedl

An den Börsen sind die Aussichten für die nächsten Monate gut. Nach einer Hochrechnung könnte der Dax sogar bis auf 14.600 Punkte klettern.

Der September war ein guter Monat für Dax, Dow Jones und Euro Stoxx. Im Schatten blieben dagegen die Technologieaktien in den USA. Mehrmals versuchte der wegweisende Index, der Nasdaq 100, über die Marke von 6000 Punkten zu kommen. Dreimal ging dieser Versuch schief. Gestern jedoch, am 5. Oktober, schloss der Nasdaq-Index bei 6057 Punkten. Auch wenn der Durchbruch noch nicht nachhaltig ist (also die Marke von 6000 noch nicht um mehr als drei Prozent übertroffen wurde), stehen die Chancen gut, dass nun auch die Technologieaktien den großen Aufwärtstrend an den Börsen wieder mittragen.

Die neue Dynamik der High-Tech-Papiere ist ein wichtiger Grund, der in den nächsten Wochen und Monaten höhere Kurse erwarten lässt. Mit Apple, Microsoft, Amazon, Facebook und Google/Alphabet stehen die fünf führenden Werte der amerikanischen Technologiebörse für die Megatrends Internet, Onlinehandel, mobile Kommunikation, soziale Netzwerke. Ein Ende dieser Trends ist weder in der Realwirtschaft noch an den Kapitalmärkten absehbar. Alle fünf führenden Aktien verlaufen langfristig in stabilen Aufwärtsbewegungen.

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Für den Nasdaq-100-Index heißt das: Wenn sich die Indexkurve in den nächsten Tagen über 6000 Punkten hält und damit den jüngsten Ausbruch bestätigt, wäre in den nächsten Monaten ein Anstieg bis auf etwa 7000 Punkte realistisch.

PremiumBörse Der Crash steht immer noch nicht bevor

Die Rekordjagd an den Börsen geht munter weiter. Noch gibt es keinen erkennbaren Grund für ein abruptes Ende des Kursanstiegs.

Christof Schürmann. Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche

Stabile Rohstoffmärkte kommen Schwellenländern und Industrieländern zugute

Der zweite Grund für die Hausse ist die gute Verfassung der Rohstoffmärkte. Hier könnte sich eine mögliche Verständigung zwischen Russland und Saudi-Arabien als hilfreich erweisen. Immerhin handelt es sich hier um die größten Förderer von Rohöl und Erdgas.

Es muss ja nicht gleich zu einem Kartell zwischen den Saudis und Putin kommen. Doch allein, dass beide Parteien, die sich bisher misstrauisch gegenüber standen, miteinander reden, ist ein gutes Zeichen für den Energiemarkt. Am Ölmarkt sollten die Preise auf absehbare Zeit stabil bleiben, auch beim Erdgas kam es nach dem Tief zu Jahresanfang zu einer Erholung. Wenn sich die großen Förderer diszipliniert verhalten, könnte das in den nächsten Monaten angesichts einer weltweit robusten Nachfrage zu Öl-Notierungen zwischen 50 und 70 Dollar führen.

Auch die Industriemetalle liegen gut im Trend. Aluminium drängt kurzfristig noch etwas stärker nach oben als Kupfer. Doch auch hier sollte der jüngste Rückschlag bald wieder ausgebügelt sein.

PremiumRohstoffe 11.607.000.000 Liter Rohöl als Spekulationsmasse

Hurrikan Harvey hat die US-Ölverarbeitung gebremst. In einer Kleinstadt in Oklahoma sind die Tanks voll mit überschüssigem Öl – und alle rätseln, was das für den Preis bedeutet.

Öllager in Cushing, Oklahoma. Quelle: REUTERS

Stabile Rohstoffmärkte sind auf mehrfache Art und Weise wichtig für die Aktienhausse: Sie signalisieren einen guten Konjunkturverlauf, sind für die Schwellenländer die zentrale Einnahmequelle – und das wiederum sichert den Industrieländern gute Absatz- und Investitionsmöglichkeiten.

Der Konflikt um Katalonien bremst den Auftrieb des Euro – gut für Aktien

Der dritte Grund, der für steigende Aktienkurse spricht, hat – so seltsam es klingt – mit dem Konflikt um Katalonien zu tun. Sollte sich die wirtschaftlich wichtige Region um Katalonien von Spanien trennen, wäre das für Spanien eine Katastrophe; und für Katalonien wahrscheinlich auch, denn viele Unternehmen, die derzeit die Stärke dieser Region ausmachen, könnten sich mittel- bis langfristig daraus zurückziehen. Bei einigen Banken ist dies schon zu spüren.

Im Katalonien-Konflikt zeigt sich die offene Flanke Europas. Europas Stärke besteht wirtschaftlich darin, dass es nirgendwo auf der Welt eine solche Vielfalt und Dichte unternehmerischer Tradition gibt. Bei den neuen Megatrends sind sicherlich die USA führend, vor allem die Think-Tanks an der Westküste, weshalb US-Technologie-Aktien für die Börsen auch so wichtig sind. Doch in vielen klassischen Wirtschaftsbereichen ist Europa vorne: bei Autos, Maschinen, Anlagen, in der Chemie bis hin zum hochwertigen Stahl. 

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