Riedls Dax Radar: Für Dax-Anleger stehen die Chancen 60 zu 40

kolumneRiedls Dax Radar: Für Dax-Anleger stehen die Chancen 60 zu 40

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Dank Spekulationen um K+S und Griechenland bleibt der Dax stabil

Kolumne von Anton Riedl

Zwischen 10.800 und 11.600 Punkten im Dax beginnt am deutschen Aktienmarkt der Kampf um den großen Trend. Spekulationen stützten den Börsenindex zwar, aber die Risiken sollten Anleger nicht ausblenden.

In der Frage um Griechenland kommen aus Sicht der Börse mehrere Belastungen zusammen: Weder ist eine politische Versöhnung der Parteien in Sicht noch eine Lösung dafür, wie Griechenland seine Schulden überhaupt jemals bezahlt. Vielmehr läuft es immer mehr darauf hinaus, dass die Gläubiger dieses Geld schlicht und einfach abschreiben dürfen.

So betrachtet ist das für die Gläubiger, also letztlich für Steuerzahler und Anleger hierzulande, die schlechteste aller Lösungen. Und eigentlich müsste der Dax damit völlig zusammenbrechen.

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Doch was macht die Börse? Trotz dieser Ausweglosigkeit (und bestenfalls der Aussicht auf einen zweifelhaften, prolongierenden Kompromiss) hält sich der Dax ziemlich gut in der Spanne zwischen 10.800 und 11.600 Punkten. Was würde erst passieren, wenn es – entgegen den Erwartungen – sogar zu einer versöhnlichen Lösung käme?

Griechenland ist nicht das Kernproblem der Märkte

So oder so, die hohe Stabilität im Dax bedeutet zweierlei: Erstens, dass die Griechenlandkrise eben nicht, wie die thematische Hyperpräsenz suggeriert, das ökonomische Kernproblem der Welt ist. Zweitens verweist dies auf den wichtigeren Grund der Stabilisierung: Die wieder schleichende Entspannung an den Zinsmärkten.

Hier ziehen sich die Renditen, nachdem sie (in der Umlaufrendite) bis auf 0,8 Prozent gekommen waren, wieder langsam zurück. Aktuell sind es 0,67 Prozent. Verantwortlich dafür ist nicht nur die vorangegangene hektische Überspekulation auf eine schnelle Zinswende (die braucht, wenn sie kommt, noch viel viel länger); sondern auch die zuletzt wieder moderateren Indikatoren, etwa das Ifo-Geschäftsklima, das ein paar Millimeter nachgegeben hat.

Andere Unsicherheiten kommen dazu: An der chinesischen Börse sausen die Kurse weiter nach unten. Das ist nach der vorangegangenen  Hausse wenig verwunderlich und in dieser Schnelligkeit eine Quittung für den bis vor kurzem losgelösten Höhenflug. Ebenso wenig wie die vorangegangene Übertreibung nach oben hat die aktuelle Panik nach unten mit einer Trendwende der chinesischen Konjunktur zu tun.

Weitere Risiken bahnen sich in der Russland-Frage an. Truppenansammlungen auf beiden Seiten führen sicherlich nicht zu einer Versöhnung, sondern erhöhen die Gefahr eines neuen Kalten Kriegs. Dementsprechend gibt auch der Rubel seit seiner Erholungsspitze im April wieder deutlich nach. Derzeit sind 100 Rubel 1,63 Euro. Verwunderlich wäre es nicht, wenn die russische Währung in den nächsten Monaten noch einmal bis in den Bereich 1,40 abdriften würde.

Börsencrash Chinas Aktienkurse rutschen in den Keller

Die Party ist vorüber. Nach dem spekulativen Boom an Chinas Aktienmärkten setzt sich der Kursrutsch beschleunigt fort. Die achtmonatige Hausse passte ohnehin nicht zum langsameren Wachstum.

Börse China Quelle: dpa

Robuster deutscher Aktienmarkt

Deutsche Aktien halten sich nach wie vor gut. Bei 24 von 30 Dax-Werten verläuft der Kurs derzeit oberhalb der 200-Tage-Linie. Das sind 80 Prozent, und das ist stabiler Hausse-Modus. Zudem sind unter den sechs Fußkranken die beiden Versorger E.On und RWE, die wegen ihrer Sondersituation für Trend-Anleger ohnehin nicht infrage kommen; dazu die derzeit unattraktive Lufthansa (Streiks, Billigkonkurrenz) und die Großbaustelle Siemens. Dass es nun auch die Post erwischt hat, hat mit den Streiks zu tun. Die Bewertung der Aktie und die Gewinnaussichten dagegen sind nicht so schlecht.

Durch seinen jüngsten Sprung auf 11.635 ist der Dax ziemlich genau an den seit April bestehenden Korrektur-Abwärtstrend gekommen. Überwunden hat der Index den Abwärtstrend noch nicht, doch die jüngste Dynamik ist ein gutes Zeichen.

Jetzt kommt es darauf an, dass der Dax in den nächsten Wochen möglichst nicht mehr unter die Zone 10.800 bis 11.000 sinkt. Dann hätte er noch im Sommer eine gute Ausgangsposition für eine neue Phase der Hausse. Ein Kaufsignal wäre ein Anstieg über 11.600.

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