Riedls Dax-Radar: Jetzt auf die Zinswende einstellen

Riedls Dax-Radar: Jetzt auf die Zinswende einstellen

von Anton Riedl

Nach mehr als 30 Jahren Rückgang wird die Wende hin zu steigenden Zinsen immer wahrscheinlicher – mit enormen Konsequenzen für Anleihen und Aktien. Womit Anleger rechnen müssen.

Aus dem Offenmarktausschuss der amerikanischen Notenbank ist zunehmend Widerstand gegen weitere Anleihekäufe zu spüren. Natürlich geht die offizielle Linie dahin, die administrativen Zinsen, wenn man sie mal so nennen will, am Boden zu halten und das so lange wie notwendig – genau darin aber steckt der Sprengstoff: Wenn es eben nicht mehr so notwendig ist wie bisher, wenn sich die akute Krise entspannt, wird der künstliche Druck auf die Zinsen nachlassen und sich die Zinsen wieder am wirtschaftlichen Umfeld orientieren: Und damit lägen sie wesentlich höher.

Genau das ist an den weltweiten Anleihemärkten immer deutlicher zu spüren. Nachdem Festverzinsliche in den vergangenen Jahren enorme Gewinne einbrachten, sind die Renditen extrem mager geworden, die Risiken dafür umso größer.  Besonders gut sichtbar ist die Spannung an der Umlaufrendite. Hier sind die durchschnittlichen Renditen öffentlicher Anleihen verrechnet. Dominiert wird die Kurve von langen Anlagen.

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Die amerikanische Regierung hat die Idee, ihr Schuldenproblem durch die Prägung einer Platinmünze zu lösen. Wäre es nicht so traurig, man könnte angesichts solcher Tricks von Lachkrämpfen geschüttelt werden.

Raus aus den Schulden: Die Meldung über eine mögliche Eine-Billion-Dollar-Platinmünze mutet an wie ein schlechter Scherz Quelle: dpa

In den vergangenen sieben Monaten ist die Umlaufrendite vier Mal in den Bereich um ein Prozent gesunken, vier Mal drehte sie danach wieder nach oben; zuletzt sogar besonders schnell. Spiegelbildlich geben die Anleihenkurse nach: Das sieht man am Bund-Future, aber auch am Anleihenindex Rex; besonders gut hier am Kursindex, denn der wird (im Gegensatz zum Performance-Index) nicht durch die Kuponzahlungen zusätzlich gefüttert. Der Rex-Kursindex ist zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren auf seine 200-Tage-Linie eingeknickt. Das ist noch keine große Trendwende, aber es ist ein klares Warnsignal für Anleihenkurse.

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huGO-BildID: 24596031 Ein Händler stößt am Freitag (30.12.2011) in der Börse in Frankfurt am Main nach Handelsschluss mit einem Sektglas an. Am letzten Handelstag des Jahres hielt sich der DAX bis zum Mittag auf dem Wert des Vortages. Foto: Frank Rumpenhorst dpa/lhe +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Mögliche Wende zwischen 0,9 und 1,4 Prozent

Für die Umlaufrendite heißt das: Nachdem mehrmals die untere Zone um ein Prozent gehalten hat, wird der Markt die nächste Obergrenze testen; die liegt kurzfristig bei 1,3 bis 1,4 Prozent. Bis dahin kann es schnell gehen. Ein Anstieg darüber hinaus könne dann sogar einen mehrmonatigen Zinsanstieg einleiten – und der wiederum könnte ein Baustein der ganz großen Zinswende werden. Dann ginge es um den Trend, der 1981 bei elf Prozent begann und bis jetzt (seit 2008/09 verlängert durch die Finanzkrise) auf ein Prozent hinunter ging.

Die Zinspolitik der Notenbanken ist die eine, für die Märkte derzeit dominierende Kraft – unter anderem, weil sie durch die genannten Anleihenkäufe ihr klassisches, kurzfristig wirkendes Arsenal auf das lange Ende ausgebaut haben, also die Zinspolitik im Zuge der Krisenbekämpfung erweiterten.

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