Riedls Dax-Radar: Keine Angst vor Kurskorrekturen

kolumneRiedls Dax-Radar: Keine Angst vor Kurskorrekturen

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Der Raketenangriff der Amerikaner in Syrien hat die Anlagemärkte überrascht.

Kolumne von Anton Riedl

Die Unsicherheit an den Aktienmärkten wächst, verstärkt durch die Militäraktion der Amerikaner in Syrien. Dennoch ist der Dax robust genug, auch mittelgroße Rückschläge wegzustecken.

Der Raketenangriff der Amerikaner in Syrien hat die Anlagemärkte überrascht, bisher aber nur zu begrenzten Reaktionen geführt. Der Ölpreis steigt leicht, wobei er schon seit dem jüngsten Tief am 24. März kontinuierlich zulegt. Die Aktion der Amerikaner hat weder an der Richtung noch an der Dynamik des Preisverlaufs etwas verändert. Mit fast 56 Dollar pro Fass hat Brent wieder das Niveau der Monate Dezember bis März erreicht. Der zwischenzeitliche Rückschlag, der durch von der Hoffnung auf eine starke US-Förderung ausgelöst wurde, ist weitgehend ausgeglichen.

Insgesamt spricht dies dafür, dass der Ölpreis in den nächsten Wochen weiter in der Bandbreite zwischen 50 und 60 Dollar verlaufen dürfte. Für die Aktienmärkte wären dies verträgliche Preise, die einerseits den Produzenten (vor allem Russland und Saudi Arabien) passable Einnahmen sichern, andererseits die Käufer nicht zu stark strapazieren.

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Dax von Syrien-Beschuss der USA relativ unbeeindruckt

Der Dax rutschte am Morgen direkt nach dem Angriff in Syrien ein halbes Prozent ins Minus. Es gab weder Abgabedruck noch hohe Umsätze. Der Dax bewegt sich bisher weiter im Rahmen einer normalen Marktreaktion, die es in dieser Weise auch ohne die Militäraktion geben hätte können.

Bei den klassischen Krisenindikatoren kommt es zu kurzzeitigen Aufschlägen: Stärker beim Gold, das vorübergehend bis zu 20 Dollar gewinnt; etwas schwächer beim Bund Future, der zwar für ein paar Minuten bei 162,80 Prozent ein Zehn-Tages-Hoch markiert, dann aber wieder abtaucht. Insgesamt dürfte der Bund weiter in der Bandbreite der vergangenen zwölf Monate bleiben, die zwischen 158 und 168 Prozent liegt.

Etwas stärker ist der Dollar. Er ist gegenüber dem Euro bis auf 0,94 geklettert, der Euro verliert im Gegenzug bis auf 1,06 Dollar. Auch hier gibt die US-Aktion dem Markt keine neue Richtung, denn der Dollar ist schon seit Ende März wieder auf der stärkeren Seite.

Hauptgrund dafür ist der wieder leicht vergrößerte Zinsvorsprung zehnjähriger US-Bonds, der in den vergangenen Tagen von 2,0 auf 2,1 Prozentpunkte angewachsen ist. Das ist noch kein neuer Trend, signalisiert aber doch, dass die Erholung, die der Euro Ende März einleitete, früher als erwartet zu Ende sein könnte. Für die nächsten Monate dürfte der Euro zwischen 1,04 und 1,09 Dollar bleiben.

Nach US-Luftschlag in Syrien Anleger behalten Nerven – Rohstoffe gefragt

Der US-Angriff in Syrien ist auch an den Börsen Thema. Asiatische und europäische Anleger behalten mehrheitlich die Nerven. Gefragt waren am Morgen die vermeintlich sicheren Rohstofftitel, insbesondere Gold und Öl.

Die Händler blicken heute auch auf die Ereignisse in Syrien. Quelle: dpa

Ein Rückschlag bis 11.500 Punkte wäre kein Problem für den Dax

Seitdem der Dax am 3. April bei 12.376 Punkten im Tagesverlauf sein altes Hoch bis auf wenige Punkte erreicht hat, geht es an der deutschen Börse wieder abwärts. Das ist nach acht Tagen mit steigenden Notierungen kein Beinbruch. Im Gegenteil: Es ist typisch, dass Aktienmärkte beim Erreichen alter Top-Marken erst einmal wieder zurückfallen. Wichtig ist zunächst nur, dass der Dax überhaupt bis an das alte Hoch vorgedrungen ist, und nicht schon vorher daran scheiterte.

Die mittelfristige Anstiegsphase im Dax begann im Februar 2016 – nachdem der Markt damals aus Angst vor einer schwachen chinesischen Konjunktur und amerikanischen Zinserhöhungen kräftig in die Knie gegangen war. 3560 Punkte, sage und schreibe 40 Prozent, hat der Dax seit dem Februar-Tief gewonnen. Ein so massiver Zugewinn in nur 13 Monaten ist ein Kraftakt, dem durchaus eine mehrmonatige Korrektur folgen könnte. Kalkuliert man von der Spitze bei rund 12.380 Punkten einen typischen Rücksetzer (38 Prozent von 3560 Punkten), so ergäbe das ein Korrekturniveau um 11.000.

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