Riedls Dax-Radar: Mit fünf Dax-Favoriten gegen maue US-Börsen

kolumneRiedls Dax-Radar: Mit fünf Dax-Favoriten gegen maue US-Börsen

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Der deutsche Aktienindex Dax zeigt sich robust, scheiterte aber zuletzt an der Hürde bei 10.800 Punkten. Noch ist der Aufwärtstrend intakt.

Kolumne von Anton Riedl

In den USA steigen die Langfristzinsen und die Börse erwartet eine US-Präsidentin Clinton. Im Vorfeld der Präsidentenwahl bieten sich auch deshalb im Dax mehr Chancen als im Dow Jones. Fünf Favoriten-Aktien im Dax.

In Amerika rückt die Wahlentscheidung näher, und der Dow Jones verliert an Stärke. Obwohl die Chancen Donald Trumps derzeit sinken, kann die Börse davon nicht profitieren. Im Gegenteil: Wichtige defensive Branchen wie die Pharma- und Biotechindustrie werden eher von der Aussicht auf eine Präsidentin Clinton gedämpft.

Seit mehreren Wochen kommt der Dow Jones nicht mehr deutlich weg von dem Bereich knapp über 18.100 Punkten. Streng genommen hat er sogar den seit Februar bestehenden Aufwärtstrend gebrochen. Nur noch 18 der 30 Dow-Werte verlaufen oberhalb ihrer 200-Tage-Linie. Das heißt: Der amerikanische Aktienmarkt ist zwar immer noch in seiner langfristigen Aufwärtsbewegung, doch er gibt Schwächesignale.

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Verantwortlich dafür sind vor allem zwei Gründe: Zum einen ist das Wachstum der US-Wirtschaft ziemlich flau geworden. Zum anderen steigen trotzdem die Zinsen am langen Ende. Bei den zehnjährigen Staatsanleihen sind mittlerweile 1,85 Prozent erreicht. Das schiebt auch den Dollar an. Beides dämpft die Aussichten der US-Wirtschaft.

An der Börse wird derzeit mehrheitlich mit einem Sieg Clintons gerechnet. Viele Marktteilnehmer haben aber auch das Debakel nach dem Brexit im Hinterkopf, schließen also eine Überraschung nicht aus.

Für die Börsen ist es ein Nachteil, dass die Chance auf eine positive Überraschung fehlt. Wenn Clinton gewinnt, ist das eben keine positive Überraschung, allenfalls eine Erleichterung. Wenn aber Trump gewinnt, wird das hektische Reaktionen zufolge haben: Womöglich steigen dann Aktien aus dem Bereichen Rüstung, Infrastruktur und Pharma, während der Markt insgesamt eher nach unten tendiert.

Zinsanpassungen am deutschen Aktienmarkt

Die Unsicherheit in Amerika spüren die Märkte auch hierzulande. Zwar hat der Dax wieder einmal versucht, die Spitzen von August und September bei 10.800 Punkten zu überwinden, ist aber sofort daran abgeprallt. Also, einen Durchmarsch wird es so schnell nicht geben.

Riedls Dax-Radar Schwaches Europa mit starken Aktien

Der rückläufige Euro, starke Technikwerte und das Comeback der Versicherer beflügeln den Dax.

Steigende Dax-Kurve (Symbolbild). Quelle: dpa

Wie in Amerika wirkt sich als Belastung für den Dax der Zinsanstieg aus. Zweimal, im Juli und Ende September, ging die Umlaufrendite bis auf minus 0,3 Prozent zurück. Zweimal drehte der Zins nun nach oben. Mit minus 0,02 Prozent hat er aktuell das höchste Niveau seit Anfang Juni erreicht. Auch wenn das noch nicht die große Zinswende ist, so macht dies in den nächsten Monaten einen Anstieg bis auf plus 0,2 Prozent möglich. Auf eine solche Entwicklung muss sich der Markt erst einmal einstellen.

Dieser Prozess läuft derzeit im Dax. Zu den großen Favoriten gehören seit einigen Wochen die Allianz und die Münchener Rück, schwach sind im Gegenzug Vonovia (und auch andere Immobilienaktien außerhalb des Dax). Beides sind Begleiterscheinungen der anziehenden Zinsen. Übrigens sind auch im Dow Jones derzeit die Finanzwerte ziemlich stark – wobei in den USA auch die Banken mitziehen, weil die nicht mit solchen Spezialproblemen zu kämpfen haben wie die Deutsche Bank und die Commerzbank hierzulande.

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