Riedls Dax-Radar: Nach Dax-Absturz: Wie tief die Kurse noch fallen können

Riedls Dax-Radar: Nach Dax-Absturz: Wie tief die Kurse noch fallen können

von Anton Riedl

Mit einem Rutsch unter 9000 Punkte setzt der Dax seine Abwärtsbewegung fort. Wie tief die Kurse fallen können – und wann Aktien wieder interessant sind.

Von den Auguren kommt es jetzt immer pessimistischer. Ifo, Sentix, Markit – ein Stimmungsindikator nach dem anderen knickt nach unten. Das allein ist schon kein gutes Zeichen für die nächsten Wochen.

Viel schlimmer aber ist, dass sich die reale Auftragslage verschlechtert. Das bedeutet, dass man schon fest mit schwachen Umsätzen und Gewinnen in den nächsten Monaten rechnen kann. Und dabei hatten die meisten Investoren für den weiteren Jahresverlauf eine deutliche Beschleunigung auf dem Plan.

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Nun machen Warnungen vor „Nullwachstum“ für dieses Jahr die Runde – angesichts des insgesamt guten ersten Halbjahres impliziert das einen schweren Einbruch in der zweiten Hälfte. Kein Wunder, dass in den Banken derzeit eifrig gerechnet wird und in den nächsten Wochen neue, deutlich niedrigere Gewinnschätzungen veröffentlicht werden. Dass es im Dax beim bisher erwarteten Zuwachs der durchschnittlichen Unternehmensgewinne von gut 20 Prozent bleibt, ist unwahrscheinlich.

Auffallend vorsichtig ist auch Mario Draghi geworden. Eindringlich warnt er vor den Folgen der Ukraine-Krise. Immerhin können Anleger als sogar als kleines Sicherheitspolster werten: Wenn es wirklich knüppeldick kommt und die Wirtschaft auch in starken Regionen wie Deutschland einbricht, ist die Notenbank zu Stelle – mit welchen Maßnahmen auch immer. Kurzfristig, das war den Worten Draghis am Donnerstag zu entnehmen, ist aber mit keinen besonderen Liquiditätsschritten zu rechnen.

10 Tipps für Börseneinsteiger

  • Volles Risiko oder lieber Nummer sicher - Typ-Analyse

    Bevor ein potentieller Anleger zum ersten Mal Aktien kauft, sollte er sich Gedanken darüber machen, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt und für welchen Anlegertyp er sich hält. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, muss an der Börse eine andere Taktik angewendet werden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?

  • Gier ist nicht immer gut

    Wer die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit "no risk, no fun!" beantwortet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz "Greed is good" sollten Börsenneulinge nicht handeln.

  • Nur kaufen, was man versteht

    Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wer sein Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchte, sollte nur in Produkte investieren, die er auch versteht. Wer nur auf die Renditeversprechen hört und Produkte kauft, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen er nicht begreift, fällt über kurz oder lang auf die Nase.

  • Bankgebühren beachten

    Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.

  • Auf die Mischung achten

    Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.

  • Mischung bei Fonds und Zertifikaten

    Wer seinem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischt, sollte auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.

  • Regelmäßige Überprüfung

    Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?

  • Qualität hinterfragen

    Bei der Überprüfung des Depots sollte man sich immer mal wieder fragen: Würde ich diese Aktie oder diesen Fonds heute noch kaufen? Lautet die Antwort ja, behalten Sie das Produkt. Sind Sie von der Qualität nicht mehr überzeugt, wird es Zeit zum Verkauf.

  • Verluste begrenzen

    Entwickelt sich eine Aktie oder ein sonstiges Produkt nicht so, wie geplant, sollten Sie nicht zögern, es zu verkaufen. Sogenannte Stopp-Loss-Orders, also Untergrenzen, bei denen verkauft werden soll, können hilfreich sein. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man den Kurs nicht permanent selbst im Auge behalten kann oder will.

  • Einen kühlen Kopf bewahren

    Grundsätzlich gilt: Verlieren Sie nicht die Nerven. An der Börse gibt es Kursschwankungen, Aktienkurse können unerwartet einbrechen. Das sollte aber kein Grund sein, den Kopf zu verlieren. Panische und unüberlegte Deals kosten meist mehr Geld als die Abwärtstrends.

Die Gewinnhochrechnungen werden zusammengestrichen

Bei rund 600 Euro lagen die Nettoerträge der Dax-Unternehmen im vergangenen Jahr, wenn man den Indexstand wie eine Aktie betrachtet (und dementsprechend den Gewinn je Index berechnet). Bisher lagen die Erwartungen für 2014 bei 720 bis 750 Euro. Das wäre in der Tat ein deutlicher Anstieg von mehr als 20 Prozent gewesen.

Nun, im ersten Halbjahr lief es gar nicht schlecht, das zeigt auch die aktuelle Berichtssaison. Wahrscheinlich sind es rund 360 Euro Gewinn geworden. Das wäre im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 ein Plus von mehr als 12 Prozent. Um also auf die bisherigen 20 Prozent oder mehr zu kommen, müssten die Unternehmen im zweiten Halbjahr noch höhere Gewinne als im ersten Halbjahr erzielen. Das aber ist angesichts der politischen Krisen, der kippenden Stimmung und der schrumpfenden Auftragslage ziemlich unwahrscheinlich geworden.

Wo könnten die Gewinne nun im zweiten Halbjahr etwa landen? Bisher pendeln die Erwartungen um 370 Euro. Wenn es in den nächsten Monaten gesamtwirtschaftlich zu einer spürbaren Abkühlung kommt, könnte das die effektiven Gewinne etwa um 10 bis 20 Prozent drücken. Das wären dann, wenn man etwas vorsichtiger rechnet, rund 300 Euro Gewinn. Zusammen mit dem ersten Halbjahr ergäbe das dann etwa 660 Euro Gewinn im Index. Das wäre immer noch ein deutliches Plus gegenüber 2013, aber eine Ernüchterung im Vergleich zu den hochfliegenden Ursprungsprognosen.

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