Riedls Dax-Radar: Nächste Phase im Krim-Crash

kolumneRiedls Dax-Radar: Nächste Phase im Krim-Crash

Kolumne von Anton Riedl

Der Deutsche Aktienindex hat zwischenzeitlich ein neues Jahrestief erreicht. Der Einbruch an den Börsen ist mehr als nur eine kurze Korrektur. Die nächsten Monate werden ziemlich kritisch.

Von wegen politische Börsen haben kurze Beine: Wenn sich die Großwetterlage aufgrund politischer Ereignisse ändert, bekommen das die Börsen sehr wohl zu spüren. Und da geht es nicht nur darum, ob die Metro einen Markt mehr oder weniger in Russland aufmacht, ob Stada mit seiner Tochter Nizhpharm nicht mehr soviel Pillen verkauft, oder ob das Gas einen paar Cent mehr oder weniger kostet.

In den Neunziger Jahren erlebten die Aktienmärkte eine langfristige Hausse, weil der jahrzehntelange Ost-Westkonflikt, der Kalte Krieg, beendet war; für fast ein Vierteljahrhundert jedenfalls. „Friedensdividende“ war damals das Zauberwort  – und es wirkte: Statt den bösen Nachbarn im Osten in Schach zu halten, entdeckte man plötzlich riesige neue Märkte. Die Ost-Westentspannung ab den Neunziger Jahren war ein wesentlicher Baustein des damaligen Aufschwungs – in der Wirtschaft wie an den Aktienmärkten.

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Natürlich, ob die Zäsur jetzt schon so tief ist, dass man wieder von einem neuen Kalten Krieg sprechen kann, ist noch nicht ausgemachte Sache. Doch die Gefahr, dass dies bei einer weiteren Eskalation dazu kommen könnte, ist so groß wie noch nie in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Wer das als Börsianer auf die leichte Schulter nimmt, handelt fahrlässig.

Chart of Doom Wie eine Grafik Anleger in Panik versetzt

Eine kleine Grafik, die die Entwicklung des Dow Jones abbildet, bereitet Anleger in den USA große Sorgen. Sie zeigt Parallelen zwischen der heutigen Hausse und der Börse vor dem Crash von 1929.

Zum Vergrößern der Grafik bitte hier klicken. Quelle: Screenshot

Und es gibt weitere Risikofaktoren:

  • Die chinesische Wirtschaft schwächelt. Schon bisher waren die Wachstumsraten von 7,5 Prozent erstaunlich konstant und man fragte sich, wieviel real eigentlich übrig geblieben ist. Dazu die Kreditblase, die überhitzten Immobilienmärkte und der Dschungel der Schattenbanken.  Dass die deutschen Unternehmen auf China ganz besonders große Hoffnungen setzen, macht das Enttäuschungspotenzial umso größer.
  • Die Schwellenländerkrise über Russland und China hinaus. Brasilien erlebt einen Währungsrutsch, Indien wurde entzaubert, die Türkei steht vor einer inneren Zerreißprobe. Das Problem dabei: Krisen dieser Art sind weder schnell vom Tisch noch ist deren Verlauf einigermaßen zu kalkulieren. Für Anleger ist das ein denkbar schlechtes Umfeld.
  • In der Eurokrise gibt es zwar Fortschritte (Portugal, Irland), ob die Erholung allerdings angesichts der neuen, internationalen Risiken Bestand hat, ist zweifelhaft. Besonders die deutsche Stärke, die zuletzt immer wieder hervorgehoben wurde (das Kieler Weltwirtschaftsinstitut hebt gerade die Wachstumsprognose für dieses Jahr von 1,7 Prozent auf 1,9 Prozent an), ist durchaus bedroht. Deutschland hat sowohl zu Russland als auch zu China wichtige wirtschaftliche Beziehungen – wesentlich intensivere als die USA. Kein Wunder, dass derzeit deutsche Aktien relativ schwächer laufen als britische oder amerikanische Papiere.
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