Riedls Dax-Radar: Scharfe Korrektur im langen Trend

kolumneRiedls Dax-Radar: Scharfe Korrektur im langen Trend

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An der Börse bleibt es weiter turbulent

Kolumne von Anton Riedl

Ausgestanden sind die Turbulenzen im Dax noch nicht. Womöglich geht die Korrektur bis in die zweite September-Hälfte.

Für Börsianer stellen sich derzeit zwei entscheidende Fragen. Erstens: Ist die große, langfristige  Aufwärtsbewegung seit der Finanzkrise, die den Dax in der Spitze um 238 Prozent nach oben gebracht hat, noch intakt – sind Aktien also nach wie vor ein zentrales Investment? Und zweitens: Ist durch die kurzfristige, schnelle Erholung der vergangenen Tage die akute Rückschlags- oder sogar Crash-Gefahr vorüber?

Zwei Meldungen, die gestern über den Ticker gingen, geben dazu wichtige Hinweise. Die amerikanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal mit 3,7 Prozent deutlich stärker gewachsen als erwartet. Bisher war die Unsicherheit groß, ob die US-Konjunktur im ersten Quartal wirklich nur aus Saison- und Wetter-Gründen so schwach war oder ob sie nicht doch substanziell an Dynamik verliert.

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Mit dem starken zweiten Quartal wird nun immer wahrscheinlicher, dass Amerika 2015 ein gutes Jahr erleben wird. Der Konsum ist robust (und der geht auch nicht wegen China-Ängsten in die Knie) und die Investitionen sind hoch (das ist ein gutes Zeichen für die nächsten Monate und Jahre). Auch wenn sich das Wachstum im zweiten Halbjahr etwas verlangsamen mag, sind insgesamt in den Staaten in diesem Jahr zwei bis drei Prozent Wachstum möglich.

Positive Überraschung aus Amerika möglich

Die verhaltenen Prognosen zum Wachstum der Unternehmensgewinne in Amerika sollten damit problemlos erreicht werden. Ohnehin sind sie mit plus vier Prozent im S&P 500 (und sogar unveränderten Erwartungen bei den Dow-Jones-Werten)  alles andere als überzogen. Geschuldet ist das dem stabilen Dollar, der vor allem den großen, international agierenden Konzernen das Leben schwer macht.

Deutsche Wirtschaft USA lösen Frankreich als Exportkunde Nr. 1 ab

Es ist das Ende einer Ära: Nach mehr als 50 Jahren lösen die USA Frankreich als wichtigsten Absatzmarkt für deutsche Waren ab. Auch zukünftig könnte Deutschland am stärksten nach Übersee exportieren.

huGO-BildID: 47429438 ARCHIV - Container werden am 09.05.2015 auf dem Container Terminal Burchardkai (CTB) der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) im Hamburger Hafen umgeschlagen. Foto: Christian Charisius/dpa (zu dpa: "Deutschlands Topkonzerne auf Rekordkurs - Sorgen wegen China" vom 01.08.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Unterm Strich bietet die Entwicklung in den USA den Mix, der die Kurse in den vergangenen Jahren soweit steigen lassen hat: Die Gewinne legen leicht zu, die Zinsen sinken (beziehungsweise bleiben unten) und die Stimmung ist keineswegs überschäumend und damit für die Kurse gefährlich. Im Gegenteil: Für die USA ist es sogar möglich, dass die Unternehmen die moderaten Erwartungen übertreffen – ganz so wie jetzt im zweiten Quartal die US-Wirtschaft die verbreiteten Hochrechnungen.

Ist die China-Angst vielleicht übertrieben?

Die zweite Meldung kam von Adidas – und soeben kommt sie in ähnlicher Weise von Fresenius. Beide Unternehmen sehen keine Anzeichen für schwache Geschäfte in China; im Gegenteil, die jüngsten Zahlen sprechen für weiteres Wachstum.

Wenn von der chinesischen Wirtschaft die Rede ist, folgte in den vergangenen Tagen reflexartig der Verweis auf deutsche Autokonzerne und Autozulieferer. Ohne Frage sind diese Branchen mit ihren breiten Geschäften in China hier überdurchschnittlich betroffen. Doch wahrscheinlich werden, wie die Beispiele Fresenius und Adidas zeigen, in einer zweiten Phase vermehrt auch die Unternehmen beachtet, die von China keineswegs stark gedrückt werden. Oder die – man wagt das derzeit gar nicht mehr zu denken – sogar davon sprechen, vom langfristigen chinesischen Aufschwung zu profitieren.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der geplante Einstieg des chinesischen Fahrzeugkonzerns Baic bei Daimler. Das ist nicht nur ein Zeichen für die wachsende Bedeutung Daimlers in China – immerhin fuhren die Stuttgarter auf diesem Markt der Konkurrenz lange hinterher. Das ist auch ein wichtiges Signal für die Daimler-Aktie, die im Gegensatz zu BMW und Volkswagen nicht über familiäre Anker-Aktionäre verfügt. Für spekulativ angehauchte Investoren macht das die Aktie noch ein Stück interessanter.

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