Riedls Dax-Radar

Wichtige Stabilisierung nach der Bärenrally

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Starker Dow Jones, mühsame Stabilisierung im Dax

Es ist erst wenige Wochen her, als Prognosen von 20 Dollar oder weniger die Runde machten, selbst aus berufenem Investmentbanker-Mund. Nun kostet Brent mehr als 40 Dollar je Fass – und angesichts nicht mehr so strammer Lagerdaten sollte sich diese Tendenz in den nächsten Monaten fortsetzen. Spätestens im Sommer könnte Brent bei mehr als 50 Dollar stehen.

Solange der Ölpreis nicht völlig durchstartet (was erst einmal wenig wahrscheinlich ist), ist das für die Aktienmärkte kein Nachteil. Vor allem in Amerika stellt die Ölindustrie einen Schwerpunkt der wirtschaftlichen Aktivität dar. Wenn es hier eine Erholung gibt, macht sich dies sofort in der Gesamttendenz und an den Aktienmärkten bemerkbar.

Das ist auch ein Grund dafür, warum der Dow Jones bei zuletzt 17.500 Punkten wieder bis an seine mittelfristige Abwärtstrendlinie zurückgekommen ist. Ein stabiler US-Aktienmarkt ist – wie mehrfach betont – ein optimaler Schutz vor einem Aktiencrash auch hierzulande. Eine starke Abwärtsbewegung im Dax bei gleichzeitig robusten US-Aktienmärkten hat es noch nie in der deutschen Nachkriegsgeschichte gegeben.

Diese Weltbörsen erklimmen Höchststände
Bild: Tankstelle in Kuala Lumpur, das Petronas-Hochhaus im Hintergrund. Quelle: dpa
Südkorea Quelle: AP
USA Quelle: dpa
Indonesien Quelle: REUTERS
Kanada Quelle: dpa
Mexiko Quelle: dpa
Großbritannien Quelle: dpa

Insofern ist es für Anleger übrigens wenig zielführend, sich von Kursschwankungen etwa in China oder Russland irritieren zu lassen. Ob man will oder nicht: die große Tendenz an den Märkten wird an der Wall Street gemacht. Und hier haben die wichtigen Indizes durch die Rally der vergangenen Wochen den schwachen Jahresstart weitgehend ausgeglichen.

Klassische Zwischenrally

Auch im Dax war der jüngste Anstieg nicht schlecht. Immerhin ging es in sechs Wochen von 8700 auf 10.100 Punkte hoch. Doch im Gegensatz zum Dow hat der Dax nur etwa die Hälfte der Verluste wettgemacht, die von Dezember bis Februar entstanden sind. So gesehen ist die jüngste Dax-Erholung bisher nur eine klassische Zwischenrally in einer übergeordneten Abwärtsbewegung.

Was Dax-Konzerne an ihre Anleger ausschütten

Dies muss jetzt nicht bedeuten, dass der Dax gleich wieder mit Tempo auf Baisse dreht. Vielmehr sollte der Dax in den nächsten Wochen erst einmal die bisher übersprungenen Hürden auf Stabilität testen. Zunächst wäre dies das Niveau um 9500. Hier kam es seit Sommer vergangenen Jahres mehrmals zu Tiefspitzen.

Optimal wäre es nun, wenn der Dax sich in einer moderaten Abwärtsbewegung diesem Unterstützungsniveau nähert, es möglichst einige Tage hintereinander verteidigt und dann April/Mai wieder in Richtung 10.000 Punkte zieht. Aus den gesamten Schwankungen seit Januar könnte dann ein mehrmonatiger Boden werden, der im späteren Verlauf des Jahres sogar zu einem deutlichen Wiederanstieg führt.

In einem solchen Szenario könnten die Märkte im späteren Jahresverlauf ihre große Aufwärtstendenz fortsetzen, die seit 2009 besteht. Vielleicht gibt es ja dann sogar wieder einmal gute Nachrichten von der Konjunktur.

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