Riedls Dax-Radar: Wahlentscheidung als Startschuss für neuen Kursanstieg

kolumneRiedls Dax-Radar: Wahlentscheidung als Startschuss für neuen Kursanstieg

Kolumne von Anton Riedl

Stabile Aktienmärkte senden zuversichtliche Signale. Nach der Zitterpartie im Vorfeld der französischen Wahl zeichnet sich ein weiterer Aufschwung ab.

Die Präsidentschaftswahl in Frankreich wirft ihre Schatten voraus. Am 23. April ist die erste Runde, die Entscheidung dürfte dann in der Stichwahl am 7. Mai fallen. Zwar ist es nach wie vor wenig wahrscheinlich, dass Marine Le Pen gewinnt; dennoch sind die Börsen nach den letztjährigen Erfahrungen um Brexit und Trump vorsichtig geworden. Für die Kursabkühlung im April ist zum Teil auch diese Unsicherheit verantwortlich.

Dennoch, die drei Prozent, die der Dax im April bisher eingebüßt, bedeuten natürlich keine neue Richtung des großen Trends. Die Börse geht definitiv nicht davon aus, dass es in Frankreich zu einer Umwälzung kommt.

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Das bedeutet aber auch, dass es bei einem - wenn auch noch so wenig wahrscheinlichen – Wahlsieg Le Pens eine heftige Marktreaktion geben würde. Börsen und Politik sind ein heikles Thema, wie ausführlich in WirtschaftsWoche 16 beschrieben. Doch selbst wenn man die These vertritt, dass die Märkte die divergierenden Tendenzen in der EU längste verarbeitet haben, wäre es doch ein schwerer Schlag, wenn sich Frankreich völlig vom europäischen Gedanken verabschieden würde.

Seitdem es den europäischen Gedanken gibt, wurde er im Kern immer um Deutschland und Frankreich aufgebaut. Ohne die Partnerschaft dieser beiden Länder gibt es keine europäische Konstruktion welcher Art auch immer. Dann gibt es auch keine Chance auf eine Erneuerung, die der aktuellen EU so gut tun würde.

Beide Volkswirtschaften, die französische wie die deutsche, sind Gewinner der europäischen Einigung. Sollte es hier eine Abkehr davon geben, wird das in der Konjunktur und an den Asset-Märkten deutlich zu spüren sein. Dennoch, unterm Strich überwiegt eindeutig die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem für die Wirtschaft und die Asset-Märkte verträglichen Wahlausgang kommt.

Entwarnung auf der Zinsseite

Einher mit der leichten Abschwächung des Dax ging in den vergangenen Wochen auch eine Stabilisierung des Euro. Hintergrund ist dabei vor allem die bemerkenswerte Entwicklung der langfristigen US-Renditen.

In Frankreich, Europas drittgrößte Volkswirtschaft, wählen die Bürger einen neuen Präsidenten. Der unsichere Ausgang beeinflusst auch die deutsche Börse. Marktbeobachter befürchten schlimme Folgen, sollte sich ein Populist durchsetzen.

Im Gegensatz zum Glauben an eine robuste US-Wirtschaft und den Ankündigungen weiterer Zinserhöhungen durch die Fed haben die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen deutlich nachgegeben. Mit aktuell 2,24 Prozent sind sie sogar aus der Schwankungszone nach unten herausgefallen, die sich seit Dezember gebildet hat. Mit anderen Worten: Am Zinsmarkt wird auf absehbare Zeit nicht mit einer weiteren Erhöhung durch die Fed gerechnet.

Fundamental passen dazu die jüngsten Daten, die auf eine verhaltene Entwicklung der US-Wirtschaft deuten. Und auf politischer Ebene entspricht dem der mildere Ton von US-Präsident Donald Trump gegenüber Fed-Chefin Janet Yellen. Beides sind Indizien dafür, dass der Euro in den nächsten Monaten gegenüber dem Dollar wohl in der bisherigen Bandbreite bleiben dürfte. Die besteht mittelfristig zwischen 1,04 Dollar und 1,16 Dollar.

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