Riedls Dax-Radar: Wie weit der Dax jetzt sinken kann

kolumneRiedls Dax-Radar: Wie weit der Dax jetzt sinken kann

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Die Konjunkturabschwächung in Chin a setzt dem Dax deutlich zu.

Kolumne von Anton Riedl

Die Hängepartie in Griechenland ist nur ein weiterer Tropfen, der das Fass überlaufen lässt. Chinas Schwäche und Verkaufssignale im Dow Jones drücken deutsche Aktien noch tiefer.

Der Rücktritt des griechischen Regierungschefs und die Aussicht auf eine erneute Hängepartie in Griechenland ließen im Dax das Fass überlaufen und führten zu einem schweren Rückschlag, der bei 10.144 bisher seinen Tiefpunkt gesehen hat.

Natürlich ist es für Anleger frustrierend, wenn in Griechenland zum allgemeinen Schuldenproblem die Unsicherheit dazukommt, mit wem man in Zukunft überhaupt verhandelt. Doch an der Krise des Landes ändert das nichts. Die wird sich auf kurze Sicht weder administrativ noch durch weitere Milliarden-Gaben lösen lassen – und darauf sollten sich Anleger einstellen.

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Dass die Griechenlandkrise derzeit dennoch an den Börsen so massiv wirkt, hat mit der Verwundbarkeit der Märkte zu tun. Und die hat andere Gründe: Die mittlerweile ernsthafte Schwäche Chinas und die schweren Verkaufssignale an den amerikanischen Märkten.

China-Krise aber keine China-Katastrophe

Die Stimmung in der chinesische Wirtschaft, so der jüngste Einkaufsmanagerindex, ist frostig wie seit 2009 nicht mehr. Das ist ohne Frage ein schlechtes Zeichen für die nächsten Monate und entspricht auch den Rückschlägen am chinesischen Aktienmarkt und den Abwertungen des Renminbi.

Allerdings ist bei solchen Frühindikatoren eine große Portion Psychologie dabei – und die kippt nun auch in China nach unten. Das ist ungewohnt und entspricht natürlich überhaupt nicht dem politisch verordneten Konjunkturoptimismus.

Wie schwach die chinesische Wirtschaft wirklich ist und in den nächsten Monaten noch wird, muss sich zeigen. Nach den bisherigen Erfahrungen dürfte es einen schweren Dämpfer geben, doch dass der langfristige Aufschwung der vergangenen Jahre gebrochen wird, ist noch keineswegs ausgemachte Sache. Ausführlich dazu die Titelgeschichte der aktuellen WirtschaftsWoche 35.

Die chinesische Währung ist mittlerweile gegenüber dem Euro knapp unter 14 Cent gerutscht. Im Frühjahr waren es noch 15,2 Cent. Das ist eine deutliche Einbuße, aber kein Drama. Sollte die chinesische Wirtschaft wie hier angenommen weiter an Dynamik verlieren, aber nicht zusammenbrechen, könnte sich der Renminbi in den nächsten Monaten bei 12 bis 13 Eurocent einpendeln. Das entspräche dem Niveau der Jahre 2012 bis 2013. Für das Gefüge der Weltwährungen wäre das keine Katastrophe.

Die Anleger der US-Börsen sahen die Abwertung des chienischen Yuan nicht allzu dramatisch. Einige Unternehmen kauften ihre Anteile zurück und stützen so die Märkte. Nur der Ölpreis fällt stetig.

Am chinesischen Aktienmarkt ist die Baisse ungebrochen. Seit Juli gab es einen Stabilisierungsversuch, der aber aus klassischer Sicht nur die Mitte in einem längeren Abwärtstrend sein dürfte. So gesehen besteht bei chinesischen Aktien noch immer ein Risiko von 20 bis 30 Prozent.

Abwärtspotenzial im Dow bis auf 14.600 Punkte

Die zweite große Gefahr für die deutschen Aktienmärkte ist die Entwicklung in Amerika. Die US-Wirtschaft ist, obwohl sie in den deutschsprachigen Medien eine viel geringere Rolle spielt als Griechenland oder China, für die heimischen Unternehmen und Aktien noch immer der wichtigste Taktgeber.

Das hat zu tun mit den ausgedehnten US-Geschäften vieler Dax-Unternehmen (die Autobauer zum Beispiel haben hier zum Teil ihrer größten Werke – nicht in China!), mit der Drehscheibenfunktion zu den Märkten in Mittel- und Südamerika, mit der dominanten Rolle der amerikanischen Währung (die angesichts des Renminbi-Rückschlags sogar wieder an Bedeutung gewinnt) und natürlich mit der wichtigsten Notenbank der Welt, der Fed.

Und dieser US-Markt ist nun gefährlich nach unten gekippt. Wie seit Wochen befürchtet, hat sich im Dow Jones eine brisante Konstellation herausgebildet, die man als mittelfristige Abwärtswende interpretieren kann:

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