Riedls Dax-Radar: Zitterpartie Richtung 11.000 Dax-Punkte

kolumneRiedls Dax-Radar: Zitterpartie Richtung 11.000 Dax-Punkte

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Der Dax kann durchaus noch bis auf 11.000 Punkte nach unten korrigieren. Der langfristige Aufwärtstrends wäre deswegen noch nicht vorbei

Kolumne von Anton Riedl

Nach dem Kurssturz im Dax kann sich die Korrektur noch etwas ausweiten, eine große Abwärtswende aber ist wenig wahrscheinlich. Spannend wird es für E.On- und Deutsche-Bank-Aktionäre.

Im ersten Quartal war die US-Wirtschaft schwächer als erwartet. Das ist zwar auch auf Sonderfaktoren zurückzuführen (kalter Winter, Hafenarbeiterstreik), dennoch hatten Anleger wohl letztlich etwas mehr Dynamik erwartet.

Dabei sind die Gründe für die Abkühlung keineswegs überraschend: Verantwortlich ist vor allem der hohe Dollar, der den US-Unternehmen im internationalen Geschäft weh tut; dazu kommen die für das ölproduzierende Land USA schmerzlich niedrigen Ölpreise. Dass der Aufschwung schon seit 2009 läuft und demnach auch von sich aus langsam müde werden könnte, ist ein zusätzliches Risiko.

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Nun kommt es auf das zweite Quartal an. Sollte die US-Wirtschaft dann abermals schwächer als erwartet abschneiden, könnte das dann Folgen auf die amerikanische Zinspolitik haben.

Zehnjährige Bundesanleihe Blitzcrash am Bondmarkt

Der Kursverfall der zehnjährigen Bundesanleihe geht weiter. Die Rendite steigt am Freitag auf bis zu 0,37 Prozent. Das sind mehr als 30 Basispunkte in nur zwei Wochen. Anleger müssen sich auf unruhige Zeiten einstellen.

Der Kurs zehnjähriger deutscher Staatsanleihen sackte um 2,6 Prozent ab. Quelle: dpa

Bisher allerdings deuten mehr Anzeichen darauf hin, dass die US-Wirtschaft im zweiten Quartal wieder etwas besser aussieht: Zum einen fallen die Sonderbelastungen des ersten Quartals weg; zum anderen hat sich der Ölpreis etwas über den Tiefen stabilisiert. Eine weitere Erholung der Ölnotierungen in Richtung 70 oder sogar 75 Dollar könnte in den nächsten Wochen möglich sein. Bemerkenswert ist, dass sich zuletzt das für die USA wichtige WTI-Öl stärker als europäisches Brent-Öl erholt hat.

Ebenfalls weiterhin durchaus stabil ist der nächste wichtige Faktor des US-Aufschwungs, der Konsum. Trotz Überhitzungserscheinungen auf dem Immobilienmarkt gibt es noch keine Anzeichen, dass der private Verbrauch an Fahrt verliert. Die Arbeitslosigkeit ist vergleichsweise niedrig.  

Insgesamt könnte die US-Wirtschaft in diesem Jahr an die 2,5 Prozent Wachstum schaffen. Eine Neuorientierung der Zinspolitik sollte damit nicht einsetzen – also ist weiterhin mit einer großzügigen Geldversorgung zu rechnen. Ob es dann im zweiten Halbjahr oder 2016 zu einer Zinserhöhung kommt, ist natürlich offen.

Wieder Rettungsanker Dow Jones?

Die US-Börsen haben auf die Wirtschaftsdaten in den USA kaum reagiert. Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen wird das Zinsniveau in den USA niedrig bleiben, zum anderen besteht nun auch wieder die Aussicht auf einen etwas schwächeren Dollar – eben weil die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung in den USA geringer geworden ist.

Das allerdings, und damit sind wir beim Dax, bekommt deutschen und europäischen Aktien überhaupt nicht. Deshalb läuft hier eine kräftige Korrektur, die Mitte März begonnen hat und die seit Mitte April an Tempo zulegt.

Deutsche Aktien wurden in den vergangenen Monaten von drei Triebkräften angefeuert: Niedrigen Zinsen, günstigen Energiepreisen und einer schwachen eigenen Währung. Nun drohen zwei dieser Faktoren schwächer zu werden oder sogar wegzufallen. Im Öl gibt es eine leichte Erholung, das wird sich in der Kostenrechnung der Unternehmen in den nächsten Wochen niederschlagen; und im Euro ist die Erholung sogar richtig scharf. Heute Morgen gleich um zwei Cent auf 1,12 Dollar.

Das alles trifft auf einen Aktienmarkt, der nach den Rekordanstiegen der vergangenen Wochen ohnehin reif für einen Rückschlag geworden ist.

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