Rocket Internet : Aktien der Startup-Schmiede stürzen ab

Rocket Internet : Aktien der Startup-Schmiede stürzen ab

Quelle:Meedia

Nach kaum einem Jahr an der Börse verlieren die Aktionäre die Geduld mit Rocket-Internet. Gestern verlor die Aktie über fünf Prozent und rutschte auf ein Rekordtief. Probleme bereitet der Börsengang der Tochter Westwing.

Ein neuer Exit ist nicht genug. In der vergangenen Woche noch machte die Meldung die Runde, dass die Rocket Internet-Tochter HelloFresh schon bald Börsenluft schnuppern könnte – vom Oktober war die Rede, die Blaupause aus dem Vorjahr mit den IPOs von Zalando und Rocket Internet selber drängte sich auf.

Doch ein Geldsegen ist dem Markt offenbar nicht genug: Aktionäre von Rocket Internet verlieren nach nicht mal einem Jahr an den Kapitalmärkten zunehmend die Geduld mit dem einst wertvollsten deutschen Internetkonzern, der den Spitzenplatz längst an die Beteiligung Zalando abgeben musste – tiefer und tiefer trudelt die vermeintliche Kursrakete.

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Die drei Samwer-Brüder

  • Die Paten des Internets - Das Buch

    Auf rund 400 Seiten schildert Gründerszene-Chefredakteur Joel Kaczmarek in „Die Paten des Internets“ das Leben der drei Brüder Marc, Oliver und Alexander Samwer – von ihrer Kindheit über ihr erstes eigenes Unternehmen bis zum gigantischen Start-up-Schmiede „Rocket Internet“. Das Buch gewährt nicht nur vertiefende Einblicke in das gigantische Firmenimperium der Samwers, es vermittelt auch einen Eindruck in die Denkweise der ehrgeizigen Geschwister und zeigt ihre unterschiedlichen Charaktere auf.


    „Die Paten des Internets. Zalando, Jamba, Groupon – wie die Samwer-Brüder das größte Internet-Imperium der Welt aufbauen" von Joel Kaczmarek, Finanzbuch Verlag, 19,99 Euro.

  • Marc Samwer

    Zu Beginn des Samwer-Aufstiegs sucht auch Marc (* 3. Dezember 1970) häufig die Öffentlichkeit, überließ jedoch später häufig Oliver Samwer das Rampenlicht und konzentrierte sich auf seine Rolle als rechtlicher Berater und Steuerer des Samwer-Imperiums. Der erste Sohn des Kölner Rechtsanwalts Sigmar-Jürgen gilt als charismatischer und vernünftiger Gesprächspartner. Allerdings haftet dem ältesten Bruder auch der Ruf als Manipulator an.


    Kaczmarek: "Marc Samwer, ein Menschenfänger mit Juristenverstand"


    Studium: Rechtswissenschaften

  • Oliver Samwer

    Der mittlere Bruder (* 9. August 1973) hat schnell die Anführerrolle des Trios übernommen. Oliver organisiert und treibt die Entwicklung des Samwer-Imperiums voran.


    Kaczmarek: „ Ein Mann, der sich körperlich bis an die Grenzen der Belastbarkeit tastet und einen gewissen Masochismus zeigt, wenn es darum geht, (über andere) zu triumphieren. Dem es gleichzeitig aber auch an einem moralischen Kompass oder einer für Unternehmer üblichen Wirtschaftsethik fehlt. […] Schnelligkeit und seine Auffassungsgabe heben Oliver Samwer deutlich hervor, doch es gibt eine Eigenschaft, die ihn wirklich von allen anderen absetzt – das ist diese ganz eigene Art, wie er mit Menschen umgeht und sie steuert. […] Ist es in seinem Interesse, verströmt er eine inspirierende, anregende Aura, der selbst Größen der internationalen Finanzwelt mit Leichtigkeit verfallen.“

    Abitur-Note: 0,8
    Studium: Betriebswirtschaftslehre

  • Alexander Samwer

    Anders als seine Brüder gilt Alexander nicht als nur vom Ehrgeiz Getriebener, sondern als analytischer Denker. Er wird als menschlich, höflich und zurückhaltend beschrieben.

    Kaczmarek: „Während die Gründungen, bei denen Oliver oder Marc Samwer federführend tätig waren, oftmals auf kurzfristigen Erfolg angelegt waren, konzentrierte sich Alexander Samwer auf die anspruchsvollen Aufgaben und betreute diese mit strategischer Weitsicht.[…] Hätte es ihn nicht in die Selbstständigkeit als Internetunternehmer verschlagen, könnte er heute genauso als Vorstandsvorsitzender eines DAX-Unternehmens tätig sein.“

    Abitur-Note: 0,66
    Studium: Volkswirtschaftslehre

Nachdem in der vergangenen Woche noch eine leichte Gegenreaktion beim Kampf gegen die Allzeittiefs zu beobachten war, brachen in den letzten Tagen die Dämme. Um gleich fünf Prozent wurden Anteilsscheine von Rocket gestern in die Tiefe geschickt – und damit in bislang unbekannte Kursterritorien. Nicht mal mehr 30 Euro waren für die Aktien der Berliner Internet-Beteiligungsgesellschaft zeitweise bewilligt – bei 31,00 Euro stoppte der Kursticker im späten Handel am Frankfurter Börsenparkett.

Aktionäre, die im vergangenen Oktober noch Titel von Rocket zum Ausgabekurs von 42,50 Euro ins Depot gebucht bekommen hatten, haben damit nach jeder Lesart herbe Verluste erlitten: 31 Prozent wurden seit dem Börsengang an Wert vernichtet, seit dem Allzeithoch im Februar sind gar binnen eines halben Jahres gar 49 Prozent abhanden gekommen.

Rocket Internet Neuer Beteiligungsfonds im Volumen von einer Milliarde Euro

Rocket-Internet-Vorstandschef Oliver Samwer sammelt Geld für einen neuen Beteiligungsfonds mit einem Volumen von rund einer Milliarde Euro.

Oliver Samwer Quelle: dpa

Den Kursschub in neue Niederungen ausgelöst hat die Meldung der Nachrichtengentur Reuters, dass sich der noch für dieses Jahr erhoffte Börsengang der Möbel-Tochter Westwing wegen “anhaltend roter Zahlen auf unbestimmte Zeit verschiebt”.

Rocket Internet hält an Westwing, das als potenzieller Milliarden-Börsenkandidat gilt, eine Beteiligung in Höhe von 32 Prozent. Westwing arbeitet weiter defizitär – im ersten Quartal fiel ein operativer Verlust von knapp 19 Millionen Euro an.

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Quelle:  Meedia
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