Rohstoff-Reichtum: Investoren meiden Billionen-Schatz

Rohstoff-Reichtum: Investoren meiden Billionen-Schatz

, aktualisiert 17. Oktober 2014, 20:14 Uhr
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Arbeiter einer Mine von AngloGold Ashanti in Fochville nahe Johannesburg singen während eines Streiks Ende 2012.

Quelle:Handelsblatt Online

Südafrika verfügt über die reichsten Rohstoffvorkommen der Welt: Platin, Gold, Eisenerz und Kohle kommen auf einen geschätzten Wert von 3,3 Billionen Dollar. Doch die Investoren sind damit nicht zufrieden zu stellen.

JohannesburgLangwierige Arbeitsniederlegungen, veraltete Bergwerke und rechtliche Unsicherheiten haben den Börsenwert der südafrikanischen Bergbauunternehmen im Vergleich zu den globalen Wettbewerbern auf ein Vierjahrestief abbröckeln lassen.

„Südafrika ist auf nationaler Ebene ohne Frage einer der schwierigsten Betriebsstandorte in der Welt”, sagt Charl Malan, Portfoliomanager von Van Eck Global. „Eine nicht-südafrikanische Firma wird mit einem Multiplikator-Aufschlag gegenüber einer südafrikanischen Firma gehandelt.”

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Der Wandel der Anlegerstimmung ist ein wichtiges Thema auf der Joburg-Indaba-Konferenz, die in der vergangenen Woche in Johannesburg begonnen hat. Ein fünf Monate währender Streik bei den Platin-Produzenten, schwindende Goldreserven, anhaltende Stromausfälle und politische Ungewissheit haben die Bergbaukonzerne zum Handeln veranlasst.

Anglo American, der weltweit größte Platinkonzern, verkauft nun Minen, die im vergangenen Jahr ein Drittel seiner Förderung geliefert haben. BHP Billiton, der weltgrößte Bergbaukonzern, plant die Ausgliederung einiger Betriebsgesellschaften in ein neues Unternehmen, das über die meisten seiner Vermögenswerte in Südafrika verfügen wird.

Gold Fields war der viertgrößte Gold-Produzent, bis im vergangenen Jahr die meisten der südafrikanischen Minen abgespalten wurden. Und der Plan des drittgrößten Goldkonzerns AngloGold Ashanti, seine inländischen und ausländischen Aktiva zu trennen, scheiterte nur daran, dass die Anleger eine damit einhergehende Aktienplatzierung in Höhe von 2,1 Milliarden Dollar blockiert hatten.


Ein verlorenes Jahrzehnt

„Der Zeitraum von 2004 bis 2014 sollte in unserer Branche als ein verlorenes Jahrzehnt betrachtet werden”, sagte Anglo-American-Chef Mark Cutifani auf der Konferenz. „Wir hatten die allergrößte Mineralienerschließung der Welt, doch im Laufe der letzten zehn Jahre fielen die Realwerte im Hinblick auf die Kurse unserer im JSE gelisteten Unternehmen um 30 Prozent.”

Die Unternehmen in dem 104 Mitglieder umfassenden Bloomberg World Mining Index werden zum 14,8-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, während die 16 südafrikanischen Rohstofftiteln im FTSE/JSE Africa Mining Index ein KGV von 12,3 aufweisen. Die Differenz zwischen den beiden erreichte am 6. Oktober 2,7 und damit den höchsten Abstand seit September 2010, zeigen Daten von Bloomberg. Anfang 2014, also vor dem Platin-Streik, lag der Abstand bei 1,54 und Anfang 2013 sogar nur bei 0,1.

In einer Citigroup-Auflistung der Länder nach Rohstoffreichtum aus dem Jahr 2010 nahm Südafrika mit mehr als 2,5 Billionen Dollar an Mineralienreserven den ersten Platz ein. Das waren 56 Prozent mehr als beim zweitplatzierten Russland.

An der Rangfolge habe sich seither aufgrund des langsamen Tempos bei der Ressourcen-Ausschöpfung wahrscheinlich nichts verändert, sagt nun Craig Sainsbury, Autor der damaligen Citigroup-Analyse, der jetzt für Goldman Sachs tätig ist. Die südafrikanische Regierung schätzt die Bodenschätze des Landes auf etwa 3,3 Billionen Dollar, wie das Mineral Resources Ministry im November 2012 mitteilte.


„Probleme in den Griff bekommen“

Doch das scheint nicht schwer genug zu wiegen, angesichts der Unsicherheiten, die mit dem Land verbunden werden. Zu nennen wäre beispielsweise ein Gesetzentwurf, der dem südafrikanischen Rohstoffminister erlauben würde, bestimmte Mineralien als strategisch wichtig zu erklären und Unternehmen zu zwingen, einen Teil ihrer Förderung an lokale Verarbeiter zu verkaufen. Noch wurde das Gesetz aber nicht abgesegnet.

Und dann gibt es noch das Streikrisiko. Die weltgrößten Platinproduzenten, darunter Anglo American, Impala Platinum und Lonmin, haben wegen des im Juni beendeten Streiks etwa 24 Milliarden Rand (1,7 Milliarden Euro) an Umsatz verloren. Es war die zweite langwierige Arbeitsniederlegung seit 2012, als die Polizei an einem Tag 34 Arbeiter in der Nähe von Lonmins Marikana-Mine tötete, die für höhere Löhne eingetreten waren.

Bergbaukonzerne ziehen deswegen nun Konsequenzen. Ausgliederungen und Verkäufe dürften Anlegern Chancen bieten, sagt der Chef von Sibanye Gold, Neal Froneman. Sein Unternehmen, zu dem auch drei Bergwerke gehören, die Gold Fields abgespalten hat, wies in diesem Jahr unter 14 großen Goldproduzenten die beste Entwicklung auf.

„Wenn man sich fokussiert um länderspezifische Probleme kümmern kann, dann ist das äußerst positiv und sollte für alle Aktionäre zu einem besseren Ergebnis führen”, sagt Froneman. „Ich bin ziemlich sicher, dass wir als Land diese Dinge in den Griff bekommen und sie von etwas Negativem in etwas Positives verwandeln werden.”

Quellle:  Handelsblatt Online
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