
Die Sommermonate liegen vor uns, da sollten Hausbesitzer besser schon an den Winter denken. So wie Gerhard Schulz. Der Eigentümer einer Doppelhaushälfte in einer kleinen Gemeinde am Niederrhein schaut jeden Tag in die Zeitung und prüft den Preis für Heizöl. „Ich weiß einfach nicht, ob ich jetzt schon Öl kaufen soll. Der Preis für Rohöl ist schon stark gefallen, aber vielleicht fällt er ja noch weiter“, sagt er. Sein Problem: Er kann die Preisbewegungen und Trends nicht so recht nachvollziehen. Also schlägt er weiter jeden Tag die Zeitung auf.
Jahrzehntelang galt für Schulz wie für Zigtausende andere Haushalte, dass Heizöl in den Sommermonaten wegen der geringeren Nachfrage am billigsten ist. Also wurde der Tank vollgetankt. Doch mit Ausbruch der Finanz- und Schuldenkrise 2008 lösten sich die Rohstoffmärkte von diesem einfachen Mechanismus. Seitdem haben Krisenängste, Energieknappheit, Umwelt- und Weltpolitik den größeren Einfluss auf die Preise.
Börse: Rohstoffmärkte suchen ihren Tiefpunkt
Der Preis für Nordsee-Ölsorte Brent hatte im April noch ein neues Hoch bei 128 Dollar erreicht. Aktuell liegt er 25 Prozent unterhalb dieser Marke.
Das leichtere WTI-Öl wie es in den USA gefördert wird, wurde seit dem ebenfalls um rund ein Viertel günstiger
Der Preis für Heizöl reagiert ohne Zeitverzögerung auf Änderungen der Rohölpreise
Aluminium zählt zu den Metallen, deren Preise derzeit sogar unterhalb der Grenzproduktionkosten notieren
Aufgrund von Trockenheit herrscht Sorge um die Weizenernte. Die drohende Knappheit sorgt hier noch für hohe Preise
Mais droht wie Weizen wegen schlechter Ernten knapp zu werden. Zudem ist es das wichtigste Getreide in den USA. Dort stehen die Zeichen auf einen Konjunkturerholung noch halbwegs gut
Zucker ist nicht nur Lebensmittel, sondern auch ein wichtiger Rohstoff für die chemische Industrie. Dem Kurs ist das anzusehen
Die Preise für Baumwolle sind mit der Konjunktureintrübung ebenfalls deutlich gefallen
Schweinebäuche zeigen bereits Anzeichen einer Erholung
Silber ist Edel- und Industriemetall zugleich, das heißt die Nachfrage ist auch konjunkturabhängig. Nach der scharfen Preiskorrektur im vergangenen Jahr, haben sich die Spekulanten aus dem Markt wohl verabschiedet
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Der Preis für Nordsee-Ölsorte Brent hatte im April noch ein neues Hoch bei 128 Dollar erreicht. Aktuell liegt er 25 Prozent unterhalb dieser Marke.
Vergangene Woche war es soweit: Brentöl notierte nur noch bei 98 Dollar für das Barrel (158 Liter), das leichtere WTI-Öl bei nur noch 82 Dollar für das Barrel – und markierte damit die längsten Preisrückgänge auf Wochenbasis seit 13 Jahren. Zum Beginn dieser Woche ging es dann nochmal abwärts. Noch im März war der Preis für das Fass Brentöl auf 126 Dollar geklettert, WTi kostete 110 Dollar. Der Kursrutsch seit März ist natürlich keine Laune der Rohstoffbörsen: Die Gründe liegen vor allem im Iran, Irak, Libyen und den arabischen Förderländern sowie in der Abschwächung der Konjunktur in China und den USA.
Faktoren der Rohstoffschwäche
Seit Februar oder März fallen die Rohstoffpreise an den Börsen auf breiter Front. Das gilt für das Energiesegment mit Öl und Gas ebenso wie für Agrarrohstoffe und Industriemetalle. Hauptverantwortlich für die massiven Preisrückgänge sind vor allem drei Faktoren:
Die Euro-Krise
Noch immer schwebt der mögliche Zusammenbruch der Euro-Währungsunion wie ein Damoklesschwert über allen Märkten. Das sorgt für eine generelle Risikoaversion bei Anlegern. Zudem bleibt ein Risiko global fallender Nachfrage, sollte die Euro-Krise eskalieren. Vor allem aber sorgt die Euro-Krise für einen Stärkung des Dollar. Da die meisten Rohstoffe in Dollar an den Börsen gehandelt werden, sorgt die Stärke der US-Währung für tendenziell sinkende Rohstoffpreise aus Nicht-Dollar-Ländern.
Der Konjunkturrückgang in China
Die Konjunkturlokomotive der Welt verlangsamt ihre Fahrt. Da China nicht nur einer der weltweit größten Rohstoffproduzenten sondern Rohstoffverbraucher ist, bewirkt eine Konjunktureintrübung im Reich der Mitte unmittelbar einen Nachfrageausfall auf dem Rohstoffmarkt.
Die Konjunkturabkühlung in den USA
Die größte Volkswirtschaft der Welt hat einen gewaltigen Energie- und Rohstoffhunger. Aber die USA kommen nicht so recht zurück auf die Erfolgsspur. Nachdem alle Anzeichen schon auf einen Aufschwung hindeuteten, verunsicherten zuletzt überraschend schwache Zahlen vom US-Arbeitsmarkt. Die Gefahr, dass der Aufschwung ausfällt, ist wieder gestiegen.
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