Rohstoffe: China treibt Ölpreise

Rohstoffe: China treibt Ölpreise

, aktualisiert 09. Dezember 2011, 15:49 Uhr
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Ein Barrel Nordsee-Öl Brent übersprang am Freitag die Marke von 108 Dollar und notierte 0,3 Prozent fester.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Anleger haben am Freitag wieder verstärkt auf Rohstoffe gesetzt. Vor allem die Nachricht über ein milliardenschweres Investitionsprogramm aus China sorgte für Stimmung.

SingapurErmuntert von der Aussicht auf milliardenschwere chinesischen Investitionen in den USA und Europa haben Anleger am Freitag bei Rohstoffen wieder zugegriffen. Nach Aussagen mehrerer mit der Angelegenheit vertrauter Personen will die Volksrepublik zwei neue Fonds im Gesamtvolumen von 300 Milliarden Dollar auflegen. „Das verstärkt den Risiko-Appetit“, sagte Analyst Thorbjörn Bek Jensen von Global Risk Management.

Auf geteiltes Echo stießen dagegen die Ergebnisse des EU-Krisengipfels. „Der Markt hatte etwas mehr erwartet und ist enttäuscht, dass die EZB nicht mehr tut“, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Die europäischen Spitzenpolitiker hatten sich in der Nacht auf strengere Richtlinien zur Haushaltsdisziplin und zum Schuldenabbau geeinigt. Am Vortag der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, massiven Anleihekäufen erneut eine Absage erteilt.

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Nach der Meldung zu den chinesischen Investitionsplänen übersprang Nordsee-Öl Brent die Marke von 108 Dollar und notierte 0,3 Prozent fester bei 108,43 Dollar je Barrel (159 Liter). Die US-Sorte WTI verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 98,55 Dollar. Neben der Schuldenkrise und den Aussichten für die Weltwirtschaft beschäftigen Investoren am Rohölmarkt die wachsenden Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen. Sollten die Sanktionen gegen die islamische Republik verschärft werden, könnte dies einen Ölpreis-Schub auslösen, sagte die New Yorker Analystin Helina Croft.

Industriemetall-Anleger reagierten erleichtert auf die Aussagen aus Brüssel. „Der Markt hatte ein ziemlich pessimistisches Szenario für Europa eingepreist“, sagte Barclays-Analystin Gayle Berry. Daher hätte es für weitere Kursverluste einer großen Enttäuschung bedurft. Kupfer verteuerte sich um ein Prozent auf 7825 Dollar je Tonne.

Der Gold -Preis blieb mit 1717,99 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) innerhalb seiner Handelsspanne der vergangenen Wochen. Derzeit hänge die Kursentwicklung allein vom Dollar ab, betonte Analyst Andrej Krjuschenkow von VTB Capital. Steige dieser, falle der Goldpreis und umgekehrt. „Und auf der physischen Seite wartet der Markt auf einen Rücksetzer, um mit Käufen zu starten. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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