Rohstoffe: Die Flucht ins Gold wird anhalten

Rohstoffe: Die Flucht ins Gold wird anhalten

, aktualisiert 17. November 2011, 15:20 Uhr
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Gold gilt als sichere Anlage, die Nachfrage steigt.

von Katharina SchneiderQuelle:Handelsblatt Online

Gold gilt für Anleger als sicherer Hafen. Insbesondere Europäer nutzen das Edelmetall zur Wertsicherung in der Krise. Zu den starken Nachfragern bei Goldschmuck gehören dagegen die Chinesen.

DüsseldorfWeltweit stürzen sich Investoren auf Gold als sicheres Wertaufbewahrungsmittel. Damit haben sie im dritten Quartal die Nachfrage auf einen Rekordwert getrieben. Mit 1.053,9 Tonnen lag sie sechs Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. International nahm die Investorennachfrage um 33 Prozent zu. Laut einer Analyse des World Gold Council führte insbesondere in Europa die Schuldenkrise in der Euro-Zone zu einem Run auf das Edelmetall - die Anleger kauften Gold im Wert von 4,6 Milliarden Dollar. Das sind 135 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

"Erwartungsgemäß waren Investoren im dritten Quartal der zentrale Treiber für die Goldnachfrage", sagt Marcus Grubb, Manager beim World Gold Council. Gründe dafür seien die steigenden Inflationsraten, die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA, die Schuldenkrise in der Euro-Zone und die magere Entwicklung anderer Anlagen. "Wahrscheinlich werden Investoren weiterhin in Gold investieren, um sich vor der Unsicherheit an den Märkten zu schützen", sagt Grubb.

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Die hohe Nachfrage ließ auch den Preis für das Edelmetall steigen. Im vergangenen Quartal legte er im Durchschnitt um 39 Prozent auf 1.702,12 Dollar zu. Experten rechnen sogar mit einem weiteren Preisanstieg, da die Unsicherheit an den Märkten anhält und die Angst vor einer Inflation steigt.

Großen Appetit auf Gold zeigten in den vergangenen Monaten vor allem die Zentralbanken. Allein im dritten Quartal kauften sie etwa 148 Tonnen Gold, Tendenz steigend. Auch dadurch wurde das Angebot am Markt verknappt und der Preis nach oben getrieben.

Während Anleger sich über den hohen Goldpreis freuten, drückte er jedoch die Kauflaune der Verbraucher. Die Nachfrage nach Goldschmuck sank um zehn Prozent auf 465,6 Tonnen. Entgegen dieser allgemeinen Entwicklung interessierten sich die Chinesen stärker für goldenen Schmuck. In China wurde ein Plus von 13 Prozent verzeichnet, in Indien sank die Nachfrage dagegen um 26 Prozent.


Europäer sind die größten Gold-Fans

Besser sah es im Technologiesektor aus. Trotz schwieriger Marktbedingungen blieb hier die Nachfrage stabil bei 4,8 Milliarden Dollar. Das ist gemäß der Analyse des World Gold Council vor allem einer steigenden Nachfrage des Elektroniksektors zu verdanken. Auch Goldbarren und -münzen erfreuten sich großer Beliebtheit. Weltweit wurden im vergangenen Jahr 390,5 Tonnen verkauft - 29 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Kurzfristig sind es gemäß der Analyse die westlichen Investoren, die den Goldpreis am stärksten beeinflussen. Mittel- und langfristig sei das aber nur einer von zahlreichen anderen Einflussfaktoren. Den dominierenden Einfluss auf den Goldpreis habe noch immer die Nachfrage nach Goldschmuck. Ingesamt habe sich der gegenseitige Einfluss zwischen Gold und anderen Anlagen verringert. Auch deshalb sei Gold für Anleger attraktiver geworden.

Der Markt befindet sich im Wandel. Besonders stark zeigt sich das an der verlagerten Nachfrage: Während 1980 noch 68 Prozent der Nachfrager aus Nordamerika und Europa kamen, haben Ostasiaten und Inder in den nachfolgenden Jahren kräftig aufgeholt. 2010 fragten sie 58 Prozent des weltweiten Goldes nach, die Nordamerikaner und Europäer dagegen nur noch 27 Prozent. Dies dürfte nach der Analyse der Gold-Experten auch einer stärkeren Annäherung der Schwellenländer und der Industriestaaten geschuldet sein. Besonders stark hat sich die West-Ost-Verlagerung zwischen 1980 und 2010 beim Goldschmuck gezeigt. 1980 kamen lediglich 22 Prozent der Nachfrager aus Indien und Asien, 2010 waren es 66 Prozent.

Anders sieht es dagegen im Investmentbereich aus: Zwischen 2000 und 2010 hat der Anteil der Nachfrager aus Nordamerika und Europa stark angestiegen, während sich die östlichen Investoren eher zurückhalten.

Die Gründe für die Marktveränderungen sind vielfältig. Dazu zählen Deregulierungen, Marktreformen, veränderte Nachfragermotive und die Entwicklung anderer Anlagen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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