Rohstoffrally: Was ist dran am Superzyklus?

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Rohstoffrally: Was ist dran am Superzyklus?

, aktualisiert 10. September 2012, 07:45 Uhr
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Bei der Prognose der Rohstoffpreise gehen die Meinungen auseinander.

Quelle:Handelsblatt Online

Die wachsende Weltbevölkerung, die Politik und das Klima werden die Rohstoffpreise in Zukunft in die Höhe treiben, sagen Experten. Es ist die Geschichte vom Superzyklus. Nur wird meist nicht alles erzählt.

Rohstoffe sorgen bei den Investoren für Furore. Da Experten erwarten, dass es in den kommenden Dekaden ein kräftiges Wachstum der Weltbevölkerung gibt, ist es zu einem massiven Kapitalfluss in die Anlageklasse Rohstoffe (Energie, Metalle, Agrar) und Urstoffe (Wasser, Erde, Luft) gekommen. Die handelnden Akteure in der Wirtschaft wissen, dass ein Leben auf der Erde ohne diese elementaren Basisstoffe nicht möglich ist. Die Nachfrage dürfte in den kommenden Jahren daher stark zunehmen.

Die Preise für Rohstoffe werden durch traditionelle ökonomische Einflüsse wie die Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft und die demografische Entwicklung bestimmt. Darüber hinaus wirken auch weniger berechenbare Faktoren wie etwa das Klima und politische Einflüsse auf die Rohstoffpreise ein.

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Vor allem wegen der steigenden Nachfrage der boomenden Länder Asiens bildete sich im Zeitraum von 2000 bis 2008 ein Rohstoff-Superzyklus heraus. Solche Superzyklen erstrecken sich in der Regel über einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren und mehr. Der im Jahr 2000 einsetzende Superzyklus ist inzwischen mehrmals an seine Grenzen gestoßen. Die Ermüdung der Rohstoffhausse hatte ihre Ursachen zum einen in der Finanzkrise und zum anderen in der aktuellen Erwartung einer krisenbedingten Rezession. Denn nehmen die Regierungen der hochverschuldeten Staaten in Europa, in den USA und auch in Japan die angekündigte Entschuldung wirklich ernst, könnte es in diesen Regionen zu einer längeren rezessiven Entwicklung kommen.

Was Sie über Gold wissen sollten

  • Was ist Gold?

    Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

  • Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

    Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

  • Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

    Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

  • Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

    In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

  • Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

    Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wir in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

  • Was passiert mit dem Gold?

    29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

  • Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

    Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

    Quelle: World Gold Council

  • Wer sind die größten Goldbesitzer?

    Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Nach den Erfahrungen der Vergangenheit wird dies die Rohstoffnachfrage dämpfen, was entsprechend negative Einflüsse auf die Preise haben wird. Vor allem deshalb lag der CRB-Rohstoff-Index in den vergangenen Wochen bei etwas über 300 Punkten - deutlich unter dem historischen Hoch von rund 475, das er im Juli 2008 erreicht hatte. Von November 2001 bis Juli 2008 war dieser bekannteste Rohstoffindex um rund 160 Prozent gestiegen, hatte sich danach in der Finanzkrise jedoch wieder mehr als halbiert.

Experten wie Australiens Rohstoff- und Energieminister Martin Ferguson sehen in der jüngsten Korrektur der Rohstoffpreise bereits die Vorboten für das anstehende Ende des Superzyklus. Ferguson hatte dieses Ende vor dem Hintergrund der drohenden globalen Rezession und einer Ankündigung des australischen Rohstoffriesen BHP Billiton ausgerufen. BHP plant, eine mehr als 20 Milliarden Dollar erfordernde Erweiterung des riesigen Olympic-Dam-Kupferprojekts in Südaustralien sowie weitere geplante Rieseninvestments in gleicher Größenordnung auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

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