Rückkehr an den Kapitalmarkt: Griechenland beflügelt die Märkte

Rückkehr an den Kapitalmarkt: Griechenland beflügelt die Märkte

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Griechenland strebt zurück an den Kapitalmarkt.

Das Land, dass die Euro-Schuldenkrise auslöste, will wieder an den Anleihemarkt zurückkehren. Es wäre ein Befreiungsschlag. Aber riesige Altschulden und strenge Bedingungen bleiben den Griechen noch lange.

Griechenland will wieder auf eigenen Füßen stehen - und sei es nur auf Krücken. Notwendige Voraussetzung dafür war die erst am Dienstag von den Euro-Finanzministern erreichte Verständigung auf eine Milliardenüberweisung an das krisengeschüttelte Land. Insgesamt sollen 8,3 Milliarden Euro an Athen überwiesen werden, der Löwenanteil noch im April. Damit sei die Finanzierung des Mittelmeerstaates für die kommenden zwölf Monate gesichert, sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloom. Da Griechenland bis Mai 9,3 Milliarden Euro benötigt, um Anleihegläubiger auszuzahlen, und milliardenschwere Schuldentilgungen vornehmen muss, drängte die Zeit.

Aber Athen will mehr: Griechenlands Regierung unter Premierminister Antonis Samaras verfolgt das ehrgeizige Ziel, Kontrolle und Reformzwänge von Seiten der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) loszuwerden und sich wieder selbst am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Letzteres gelang dem Land zuletzt vor vier Jahren. Jetzt stehen die Chancen für eine Platzierung neuer griechischer Staatsanleihen gar nicht schlecht.

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Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet denn auch unter Berufung auf Informationen aus dem Regierungsumfeld, dass Griechenland mit dem Verkauf von Staatsanleihen im Volumen von zwei Milliarden Euro einen ersten Versuch vorbereitet. Demnach ist die Entscheidung für die Anleihen bereits gefallen, es gehe jetzt nur noch um den richtigen Zeitpunkt. Nicht ausgeschlossen sei, dass nach einer solchen ersten Emission in den kommenden Monaten noch weitere Anleiheverkäufe folgen werden. Die Zeitung "Die Welt" mutmaßt sogar, es könnte bis zum Jahresende Anleiheemissionen der Hellenen im Volumen von fünf Milliarden Euro geben.

Wie es aus den Kreisen weiter hieß, hänge der Zeitpunkt der Platzierung von den Marktbedingungen ab. Zudem werde sie erst dann erfolgen, wenn das Land alle Bedingungen für die zugesagten 6,3 Milliarden Euro aus dem alten Rettungsschirm EFSF auch erfüllt habe. EZB-Chef Mario Draghi hat hier nochmals Druck gemacht: „Zugesagte Reformen müssen jetzt vollständig umgesetzt werden“, forderte Draghi. Griechenland hatte in der Nacht zum Montag dieser Woche Reformen verabschiedet - etwa Änderungen für die Kapitalaufnahme der Banken - und damit Voraussetzungen für weitere Tranchen aus dem Rettungspaket erfüllt. Das Krisenland hatte von internationalen Geldgebern zwei Hilfspakete in einem Umfang von insgesamt rund 240 Milliarden Euro bekommen, um die Staatspleite zu verhindern. Von europäischer Seite läuft das Programm Ende des Jahres aus. Ein drittes Hilfspaket steht jedoch derzeit noch nicht zur Debatte.

Marktstimmung für Griechenland hat sich gedreht

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Investoren aus den USA haben die Aktienmärkte von europäischen Ländern wieder entdeckt, die während der Schuldenkrise im Euroraum 2011 am meisten gelitten haben. Das hat dazu beigetragen, den Aktien von Griechenland bis Italien in diesem Jahr die beste Entwicklung zu bescheren. Die Benchmark-Indizes von Griechenland, Portugal und Italien sind in diesem Jahr bislang um mindestens 14 Prozent nach oben geklettert. Das ist die stärkste Entwicklung unter den entwickelten Märkten. Für Investoren ist der Markt damit attraktiv, zumal der griechische Börsenindex ASE noch rund 75 Prozent gegenüber dem Vorkrisenniveau nachzuholen hat.

Die Märkte beruhigt, dass Griechenland es in diesem Jahr schaffen könnte, seine seit sechs Jahren währende Rezession abschütteln. Damit ist die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit in den Augen der Marktteilnehmer deutlich gesunken. Das ist auch dem Anleihenmarkt deutlich anzumerken. Sowohl für Griechenland also auch für Portugal sind die Renditen der Staatsanleihen mittlerweile auf ein Vorkrisenniveau zurückgefallen, die Anleihenkurse umgekehrt deutlich gestiegen.

Eurogruppenchef Dijsselbloem legte sich dementsprechend auch nicht darauf fest, ob Athen ein drittes Hilfspaket braucht. „Es ist zu früh, das zu sagen.“ Er wolle „nach dem Sommer“ darüber reden. Der Niederländer ließ durchblicken, dass zu Panikmache kein Anlass besteht.

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