Schwacher Dax und Ausverkauf an den US-Börsen: Was die Sorge um China an den Börsen auslöst

Schwacher Dax und Ausverkauf an den US-Börsen: Was die Sorge um China an den Börsen auslöst

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Unsicherheit im Dax: Handelssaal der Börse Frankfurt.

"Eine lange Kette von Enttäuschungen", urteilen Analysten über die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft. Die enttäuschende Konjunkturdaten haben die Börsen rund um den Globus belastet.

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben auch den US-Anlegern die Laune gründlich vermiest. Die Anzeichen für eine deutliche Abkühlung der chinesischen Wirtschaft haben sich zuletzt gemehrt. Daten vom Freitag zeigten, dass die Geschäfte der Industrie im August so stark geschrumpft sind wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. "Die Zahl reiht sich ein in eine lange Kette von Enttäuschungen, die uns in den vergangenen Wochen aus dem Land erreicht haben, das noch vor wenigen Monaten als der große Hoffnungsträger für die weltkonjunkturelle Entwicklung galt", erklärten die Analysten der Metzler Bank.

Der Dow-Jones-Index ging auf Talfahrt und schloss 3,1 Prozent tiefer auf 16.459 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 brach 3,2 Prozent auf 1970 Zähler ein. Damit fiel das Marktbarometer erstmals seit dem 2. Februar unter die psychologisch wichtige Marke von 2000 Punkten. Für den S&P-500-Index war es der größte Rückgang an einem Tag seit knapp vier Jahren. Die Technologiebörse Nasdaq fiel sogar 3,5 Prozent auf 4706 Punkte. Vor allem im späten Geschäft beschleunigten sich die Verluste. Im Wochenvergleich verlor der Dow 5,8 Prozent, der S&P 5,8 Prozent und die Nasdaq 6,8 Prozent.

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Droht uns ein Abwertungswettlauf, also ein Währungskrieg? Quelle: dpa

Bei den Einzelwerten erfreute der SAP -Konkurrent Salesforce die Händler mit starken Zahlen und einer höheren Prognose. Der Softwarekonzern liegt nun auf der Weltrangliste der größten IT-Unternehmen auf dem vierten Platz. Salesforce-Aktien stiegen gegen die Tendenz um knapp zwei Prozent.

Deere enttäuschte dagegen mit einem Gewinneinbruch von 40 Prozent und einem Absatzrückgang von 20 Prozent. Der Landmaschinenbauer machte eine Schwäche des US-Agrarmarkts für seine Lage verantwortlich. Die Anleger straften die Titel des Unternehmens mit einem Minus von mehr als acht Prozent ab.

An den Börsen herrschte zudem die Befürchtung, dass sich der Wachstumsrückgang in der Volksrepublik als langfristiger Trend herausstellen könnte. Das dürfte vor allem exportorientierte Industriezweige wie die Autobauer treffen. Anteilsscheine von General Motors ließen vier Prozent Federn, Ford -Papiere fielen 3,9 Prozent.

Apple -Scheine verbilligten sich um mehr als sechs Prozent. Experten zeigten sich weiter über den Absatz des gewinnträchtigen iPhones in China besorgt. Dagegen zogen Hewlett-Packard nach Vorlage der Geschäftszahlen um 0,4 Prozent an. Der PC-Hersteller will sich in den kommenden Monaten aufspalten.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

  • Immobilienblase

    Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

  • Schattenbanken

    Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

  • Faule Kredite

    Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

  • Überkapazitäten

    Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

  • Internationale Krisen

    Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Der Dax ging 2,9 Prozent schwächer bei 10.124,52 Punkten ins Wochenende, das war der tiefste Stand seit sieben Monaten. In der abgelaufenen Handelswoche büßte er damit fast acht Prozent ein. "Die Aktienmärkte verfallen in einen Panik-Modus, da das volle Ausmaß des Konjunkturabschwungs in China deutlicher wird", sagte Angus Nicholson, Analyst beim Online-Broker IG. Der EuroStoxx50 gab am Freitagabend 3,2 Prozent nach.

Die Probleme in China drückten zudem auch wieder kräftig auf die Ölpreise. Ein Barrel (159 Liter) der US-Ölsorte WTI war mit 40,10 Dollar so günstig wie zuletzt vor sechseinhalb Jahren.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,33 Milliarden Aktien den Besitzer. 442 Werte legten zu, 2662 gaben nach und 103 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,73 Milliarden Aktien 823 im Plus, 2004 im Minus und 136 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten dagegen zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 9/32 auf 99-17/32. Die Rendite sank auf 2,052 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 6/32 auf 102-22/32 und rentierte mit 2,744 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit der Flucht der Anleger in die als sicher geltenden Staatspapiere.

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