Shutdown: Das Gerangel um den US-Haushalt gleicht einer schlechten Sitcom

kolumneShutdown: Das Gerangel um den US-Haushalt gleicht einer schlechten Sitcom

Kolumne

In einem Gastbeitrag zeigt Vermögensverwalter Guy Kieffer die Ähnlichkeiten des US-Haushaltsstreits mit einer amerikanischen Serie auf. Und erklärt auch, warum es nicht so schlimm ist, mal eine Folge zu verpassen.

Wer zurzeit als Außenstehender den Haushaltsstreit und das Handeln der Beteiligten verfolgt, dem drängt sich fast zwangsläufig der Verdacht auf, dass er Zuschauer einer US-amerikanischen Sitcom ist. Denn genau so verhalten sich die Beteiligten: Ständig geht eine neue Tür auf und ein weiterer Akteur hat seinen Minuten-Auftritt. Mal ist es der Präsident, der kurzzeitig im Rampenlicht steht, mal ist es ein Republikaner.

Das Problem dieses Schauspiels, das weltweit Milliarden Menschen beobachten, ist allerdings: Die Handlung kann die Zuschauer nicht wirklich amüsieren. Im Gegenteil, sie sorgt sogar für richtig schlechte Stimmung und steigende Unsicherheit. In der breiten Öffentlichkeit ist etwa die Zustimmung für den US-Kongress auf ein Rekordtief gesunken. Zudem brach der Gallup Economic Confidence Index, dem eine Befragung von US-Bürgern nach ihrer Einschätzung des aktuellen wirtschaftlichen Zustands sowie dessen weiterer Entwicklung zugrunde liegt, zuletzt so stark ein wie seit 2006 nicht mehr. Man kann es auch mit anderen Worten ausdrücken: Das Panikbarometer steigt. 

Anzeige

Die Volatilität könnte noch weiter zunehmen

Am Kapitalmarkt nimmt die Nervosität rapide zu. Zwar sind die Kursabschläge in den großen Indizes bislang überschaubar. So haben der Dow Jones und vor allem auch der DAX von ihren im September erreichten Rekordständen bislang nur minimal abgegeben. Doch das Geplänkel zwischen Demokraten und Republikanern hat die Volatilität deutlich erhöht. Und je näher der 17. Oktober rückt – das ist der Tag, bis zu dem sich die Parteien geeinigt haben müssen, um der Zahlungsunfähigkeit der Vereinigten Staaten aus dem Weg zu gehen –, desto stärker könnte die Schwankungsbreite zunehmen. 

US-Shutdown „Ami-Land“ ist abgebrannt

Die USA stehen mit 16,7 Billionen Dollar Schulden kurz vor der offiziellen Pleite. Keine neue Situation – doch eine mit bisher völlig gegensätzlichen Auswirkungen auf die Börsen. Was die Geschichte Anleger lehren sollte.

Wenn sich Republikaner und Demokraten nicht rechtzeitig auf eine höhere Schuldenobergrenze einigen, gerät der US-Staatsapparat ins Schlingern. Bereits jetzt kostet die Einschränkung des Staatsdienstes die Wirtschaft rund 300 Millionen US-Dollar täglich. Quelle: Getty Images


Die Qualität der Sitcom, die gerade aus den USA in die ganze Welt ausgestrahlt wird, ist gerade auch deshalb so fragwürdig, weil man wie so oft bei einem solchen Format das Ende vorausahnen kann: Wird der Druck der Märkte erst groß genug sein, müssen die Politiker handeln – dann wird trotz der zwischenzeitlich feurigen Rhetorik aus Washington wohl letztlich keine der Parteien riskieren, dass sie für einen Zahlungsausfall der USA verantwortlich gemacht werden kann. Dann wird man sich einigen – müssen. 

Langfristig orientierte Anleger bleiben gelassen

Für kluge Investoren zahlt es sich einmal mehr aus, dass sie mit einen langfristigen Anlagehorizont planen. Denn sie können dem mehr oder minder schlechten Film, der sich in den USA abspielt, verhältnismäßig entspannt zuschauen. Sie müssen sich von der ganzen „Action“ nicht anstecken lassen. So sehr die aktuelle Unruhe den Markt auch verunsichern mag, auf lange Sicht tritt sie in den Hintergrund. Schließlich unterliegen die Börsen grundsätzlich immer Schwankungen, ob diese nun politisch oder ökonomisch bedingt sind. Mal fallen diese Schwankungen heftiger, mal weniger heftig aus.

weitere Artikel


Der langfristig orientierte Investor hat den Vorteil, dass er sich nicht von jeder Schwankung des Marktes beunruhigen lassen muss. Statt auf Nachrichten, politische Entwicklungen oder Konjunkturdaten mit hektischer Betriebsamkeit zu reagieren, investiert und handelt er stets in Ruhe nach seiner langfristig ausgelegten breit streuenden Strategie. Das heißt im Klartext: Wenn das Portfolio bestens diversifiziert in verschiedenen Anlageklassen ist und das definierte Risikoprofil exakt passt, dann braucht ein Anleger nur das Risiko des Portfolios neu zu gewichten.

Das Anpassen an das ursprüngliche Risikoprofil bedeutet schließlich nichts anderes, als eine Anklageklasse zu einem höheren Preis zu verkaufen und eine andere Anlagenklasse zu einem niedrigen Preis zurückzukaufen, ohne dass die Entscheidungen von Emotionen, politischen Entscheidungen oder von panikartigen Presseartikeln gesteuert werden. Die Aufrechterhaltung der strategischen Verteilung des Depots ist von wesentlicher Bedeutung und Hauptgarant für die Performance.Wer diese Strategie befolgt, der muss nicht bei jeder einzelnen Bewegung des Marktes aktiv werden. Oder um im Bild zu bleiben: Wer eine Folge dieser Sitcom verpasst, dem ist nicht viel entgangen.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%