Shutdown: US-Etatstreit schickt Europas Börsen auf Talfahrt

Shutdown: US-Etatstreit schickt Europas Börsen auf Talfahrt

Der weiter schwelende US-Haushaltsstreit hat die europäischen Börsen am Montag auf Talfahrt geschickt. "Bis wir eine Lösung bekommen, halten sich die Anleger ihr Geld für den Fall zurück, dass das Undenkbare passiert", sagte Richard Hunter, Chef des Aktiengeschäfts beim Brokerhaus Hargreaves Lansdown.

Die USA steuern auf eine Zahlungsunfähigkeit zu, weil sich Republikaner und Demokraten im US-Kongress bislang nicht auf einen neuen Haushalt und die Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar einigen konnten. Weil immer noch keine Einigung in Sicht ist und das öffentliche Leben in den USA bis auf weiteres lahm gelegt ist, reagieren die Märkte zunehmend nervöser. Dax und EuroStoxx50 verloren jeweils ein knappes Prozent auf 8539 und 2902 Punkte. Im Gegenzug schossen die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, jeweils etwa zehn Prozent in die Höhe. Am Rohstoffmarkt drückte die Furcht vor den Folgen des US-Haushaltsnotstandes für die Weltwirtschaft die Preise für Rohöl und Kupfer um jeweils etwa 0,8 Prozent.

Shutdown Verrückte Börse: USA vor der Pleite, Kurse steigen

Der US-Haushaltsnotstand lässt die weltweiten Märkte kalt. Doch so entspannt, wie es scheint, ist die Lage nicht. Es drohen neue Gefahren. Erste Anzeichen für Turbulenzen gibt es bereits.

huGO-BildID: 33158654 epa03890364 Traders work on the floor of the New York Stock Exchange at the end of the trading day in New York, New York, USA, 30 September 2013. Markets worldwide are reacting to the likely shutdown of the United States' federal government. EPA/JUSTIN LANE +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

"Wäre erst einmal klar, dass Gläubiger der Vereinigten Staaten von Amerika zu Geiseln im parteipolitischen Hickhack genommen werden, wäre der Nuklearblitz da", warnte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. "Denn wenn Amerikas Politiker erst einmal diese Hemmschwelle überschritten hätten, wäre kaum anzunehmen, dass sie noch irgendein Tabu kennen."

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Vor diesem Hintergrund nahmen einige Anleger Kurs auf als sicher geltende Häfen. Der Bund-Future, der auf der zehnjährigen Bundesanleihe basiert, legte 24 Ticks auf 140,20 Punkte zu. Gold verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 1316,01 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Ein Euro kostete mit 1,3579 Dollar etwas mehr als zum New Yorker Freitagsschluss.

Versorger gefragt - SAP wegen Blackberry-Spekulation tiefer

Bei den Unternehmen konnten sich RWE und E.ON dem Abwärtstrend des Gesamtmarktes entziehen. Die Aktien stiegen um 4,9 beziehungsweise 3,4 Prozent. Börsianern zufolge profitierten die beiden Versorger von unterschiedlichen Nachrichten: Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge will die EU die Subventionspolitik für Erneuerbare Energien in Deutschland umkrempeln. Darüber hinaus hatte die Bank Exane BNP die Papiere von RWE und E.ON hochgestuft.

Unter Druck standen dagegen SAP, die sich um 2,3 Prozent auf 52,89 Euro verbilligten. Börsianer verwiesen auf einen Reuters-Bericht, dem zufolge der angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry auf der Suche nach einem neuen Großaktionär auch beim Walldorfer Software-Konzern angeklopft habe. "Einige Anleger fürchten vermutlich, dass SAP zu viel zahlen könnte", sagte einer von ihnen. Unabhängig davon warnten die Analysten der Deutschen Bank angesichts der bevorstehenden Quartalszahlen mit einer Prognose-Senkung.

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Im Nebenwerte-Index MDax sorgte ein gut zwölfprozentiger Kursrutsch von TAG Immobilien für Aufsehen. Als Auslöser nannten Börsianer einen Bericht der "Welt am Sonntag" über einen angeblichen Interessenkonflikt bei einem privaten Immobilien-Deal des Vorstandschefs Rolf Elgeti. Eine Sprecherin der TAG bezeichnete die Vorwürfe als unfair und teilweise falsch.

An der Mailänder Börse stiegen Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS) um bis zu 5,4 Prozent auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 0,23 Euro. Der Verwaltungsrat der ältesten Bank der Welt wollte am Montag einen verschärften Sanierungsplan genehmigen und sich damit die Zustimmung der EU-Kommission zu milliardenschweren Staatshilfen sichern.

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