Spanien: Lohnt der Einstieg in Bankaktien?

Spanien: Lohnt der Einstieg in Bankaktien?

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Nach der Bekanntgabe von Hilfsgeldern für Spaniens Banken stiegen die Werte an der Börse rasant an. Doch wie lange wird der Höhenflug anhalten?

von Andreas Toller

Die angekündigten Rettungsmilliarden für Spaniens Banken geben den Finanztiteln an den Börsen Auftrieb. Ist das die Wende für Europas Bankaktien?

Das riecht förmlich nach Trendwende an den Finanzmärkten: Mit deutlichen Kursgewinnen haben die europäischen Börsen auf die angekündigten Hilfskredite für die spanischen Banken reagiert. Die Benchmark für den Euroraum, der Finanztitel-lastige Euro Stoxx 50, legte 1,6 Prozent zu auf 2.315 Punkte zu. Der Frankfurter Börsenindex Dax festigte sich um 2,2 Prozent und mit 6.264 Punkten wieder deutlich oberhalb der psychologisch wichtigen 6.000-Punkte-Marke. Selbst der Schweizer SMI gewann 1,1 Prozent.

Auch wenn im Tagesverlauf die Kursgewinne langsam wieder dahin bröckelten: Bankenwerte waren nach den angekündigten Hilfsgeldern für spanische Banken bei Anlegern gefragt. An der Börse Madrid schnellten die Titel der in Schieflage geratenen Bankengruppe Bankia um 16,6 Prozent nach oben. Und die Titel der spanischen Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) etwa stiegen um 6,3 Prozent. In Frankfurt freuten sich Aktionäre der Commerzbank und der Deutschen Bank über ein Kursplus von etwa vier Prozent.

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Die Titel der Schweizer Großbanken UBS AG und Credit Suisse Group AG verteuerten sich zwischen zwei und drei Prozent.

Sorgenkinder an Europas Börsen
Bankenaktien gehören nun schon seit der Verschärfung der Finanzkrise vor drei Jahren zu den Sorgenkindern der europäischen Börsen. Vor allem die schwer kalkulierbaren Risiken durch Schrottpapiere in den Bankbilanzen, teilweise oder vollständige Verstaatlichungen im Zuge der Finanz- und Euro-Krise und das wachsende Misstrauen der Banken untereinander haben der Finanzbranche in den vergangenen Jahren schwer zugesetzt.

Affären und Skandale um unsaubere Geschäftsmethoden im Bankenvertrieb oder Händler, die Milliarden ihrer Geldhäuser verzockten, gaben vielen Aktien des Bankensektors den Rest und zerstörten viel Vertrauen bei den Anlegern.
Als Folge davon sind viele Bankentitel gemessen an ihren Gewinnperspektiven niedrig bewertet und somit günstig zu haben. Das zeigt etwa das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) vieler Bankaktien. Derzeit ist die Aktie der Deutschen Bank mit dem sechs- bis siebenfachen der erwarteten Unternehmensgewinne für 2012 bewertet. Allgemein gilt ein KGV von weniger als zehn als Indiz für eine niedrige Bewertung. Die Aktien großer europäischer Aktien liegen denn auch meist unterhalb von sechs. Selbst Spaniens Großbanken Banco Santander und BBVA kommen auf Werte von 7,9 und 9,3. Die britische Barclays kann mit einem KGV von 6,1 aufwarten, die französische BNP Paribas mit 5,1 und die niederländische ING sogar mit nur 4,0. Commerzbank und Deutsche Bank sind aktuell mit dem 5,5-fachen ihrer Gewinne bewertet. Insbesondere letztere Aktie empfehlen viele Analysten zum Kauf.

Mit den niedrigen Bewertungen gibt es jedoch ein Problem: Sie basieren auf den Gewinnerwartungen, die von einer anhaltend guten Konjunktur ausgingen. Kommt es zum scharfen Konjunktureinbruch oder müssen die Banken und Bankanalysten im Jahresverlauf ihre Gewinnschätzungen revidieren, sind die optisch niedrigen Bewertungen dahin. Das niedrige KGV ist eben Indiz für günstige Bewertung, mehr nicht.

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