Staat gegen Hedgefonds: Streit um gerettete US-Hypothekenfinanzierer

Staat gegen Hedgefonds: Streit um gerettete US-Hypothekenfinanzierer

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Die US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, die in der Finanzkrise mit 187 Milliarden Dollar vom Staat gerettet wurden, interessieren nun wieder die Investoren

Die Skandalfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae sind auferstanden. Sogar Hedgefonds wittern wieder Reibach. Den macht hingegen die Obama-Regierung, die die beiden Hypotheken-Riesen schrumpfen will.

Nicht wenige Experten reiben sich verwundert die Augen: Fannie Mae und Freddie Mac, die beiden US-Hypotheken-Riesen, die 2008 ins Auge des Finanzkrisensturms gerieten und mit Steuergeldern in Milliardenhöhe gerettet werden mussten, sind auf einmal wieder tonangebend auf dem US-Hypothekenmarkt. Gemeinsam halten sie fast die Hälfte der ausstehenden Hypothekenschulden, rund zehn Billionen Dollar. Wirklich erstaunlich aber ist, dass die beiden riesigen Baufinanzierer unter gestraffter staatlicher Aufsicht und gestützt durch das Anziehen der US-Immobilienpreise wieder Gewinne schreiben – hohe Gewinne.

Schön für den US-Steuerzahler: Wie die Ergebnisse für das zweite Quartal 2013 zeigen werden, haben die beiden von den 187 Milliarden Dollar an staatlichen Rettungsgeldern aus dem Jahr 2008 bereits wieder 131 Milliarden Dollar als Dividenden an den Fiskus zurückgezahlt. Als dies kürzlich ruchbar wurde, ließ das den Wert der inzwischen nur noch außerbörslich gehandelten Stammaktien von Fannie und Freddie um rund 500 Prozent in die Höhe schießen; auch der Kurs der Vorzugsaktien legte um rund 200 Prozent zu.

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Nie wieder die alten Freiheiten

Befeuert wurde dieser Kurssprung durch einige Hedgefonds, die auf eine Wiedereinführung der beiden Aktien an der Börse wetten. Denn sollten die Hypobanken gesunden, könnten sie den Anlegern nach ihrer Restrukturierung – in reprivatisierter Form – ähnlich hohe Gewinne bescheren wie der Versicherungsriese AIG und andere Ex-Opfer der Finanzkrise. Anleger sollten sich aber nicht allzu leichtfertig den Hedgefonds anschließen. Die US-Politik wird kaum gewillt sein, den beiden staatlich protegierten Instituten jemals wieder die alten Freiheiten zu gewähren.

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Bis 2008 profitierten die beiden, damals halbstaatlichen, Institute nämlich dank der impliziten staatlichen Garantien für ihre ausstehenden Hypotheken von bestmöglichen Bonitätsbewertungen – und folglich von wettbewerbswidrig günstigen Refinanzierungszinsen; diese nutzten sie weidlich, ihre Marktmacht auf dem gesamten US-Hypothekenmarkt auszubauen und private Banken immer weiter ins Abseits zu drängen, anstatt nur einkommensschwache Schuldner zu finanzieren, wie es ihr Auftrag war.

US-Parlament fordert radikale Gangart

In Zukunft wird die US-Regierung zu verhindern wissen, dass sich private Fannie- und Freddie-Aktionäre dank staatlicher Privilegien erneut bereichern und die Steuerzahler die Scherben aufklauben lassen, wenn der Karren wieder gegen die Wand gefahren wird. Zwei in den letzten Wochen im US-Parlament eingebrachte Gesetzesentwürfe fordern eine radikale Gangart. Die Institute sollen einer Zwangsverwaltung unterworfen und ihre Vermögenswerte verkauft werden, heißt es darin. Präsident Barack Obama sprach sich erst vergangenen Mittwoch erneut genau dafür aus. Unklar ist, ob solch radikale Maßnahmen mehrheitsfähig wären, und ein neues Gesetz dürfte kaum vor den US-Zwischenwahlen 2014 verabschiedet werden.

Auf jeden Fall aber nimmt der Druck seitens der Politik auf die beiden Banken zu, und es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass deren Stamm- und Vorzugsaktien ihren aktuellen hohen Wert werden halten können. An der langfristigen Notwendigkeit einer Neuausrichtung des gesamten US-Hypothekenmarktes besteht kaum Zweifel.

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