Star-Investor: Warum Warren Buffet womöglich eine Fluglinie kauft

Star-Investor: Warum Warren Buffet womöglich eine Fluglinie kauft

, aktualisiert 24. Februar 2017, 16:21 Uhr
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US-Starinvestor Warren Buffet überrascht immer wieder mit seinen Investment-Ideen. Kauft er bald eine komplette Fluglinie auf?

Quelle:Handelsblatt Online

Wenn Warren Buffet zuschlägt, bekommen Aktionäre Schnappatmung. Nun heißt es, der US-Großinvestor könnte eine komplette Fluglinie kaufen. Warum die Idee für Buffet so verführerisch ist.

Warren Buffet ist reich, berühmt – und immer für eine Überraschung gut. Mal verkündet der US-Großinvestor, er zahle zu wenig Steuern. Mal entdeckt er die Bahnbranche für sich. Nun könnte sein nächster Coup anstehen: Der Kauf einer kompletten Fluglinie. Erste Anzeichen gibt es bereits. Buffets Investmentfirma Berkshire Hathaway steckte in den vergangenen Monaten große Summen in die vier größten US-Fluglinien Delta, United Continental, American Airlines und Southwest. Für Analysten ein Indiz, dass Buffet eines der Unternehmen bald komplett an sich reißen könnte.

„Wir halten eine Komplettübernahme einer Airline durch Berkshire für eine Möglichkeit, die nicht von der Hand zu weisen ist“, schrieben kürzlich die Analysten von Morgan Stanley in einer Beurteilung. Insbesondere bei schwachen Aktienkursen sei so ein Szenario denkbar.

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Vor einigen Jahren hatte Buffet ein ganz ähnliches Geschäft bereits in der Bahnbranche gestemmt. Damals hatte Berkshire Hathaway ebenfalls ordentlich Aktien der großen US-Bahngesellschaften gekauft, abgewartet – und sich 2010 für Burlington Northern Santa Fe entschieden. Dann kaufte seine Investmentfirma 77,5 Prozent des Konzerns auf.

Auf einer Veranstaltung in Los Angeles gab der stellvertretende Vorsitzende von Berkshire Hathaway, Charles Munger, Hinweise auf eine ähnliche Strategie für die Luftfahrt. „Es war 80 Jahre lang ein furchtbares Geschäft", sagte der 93-Jährige über das Bahngeschäft. Letztlich seien aber lediglich vier große Gesellschaften übrig geblieben, denen es nun besser gehe. „Etwas ähnliches geschieht gerade in der Luftfahrt“, so Munger.


Der Romantik-Faktor der Luftfahrtbranche

In einem Bloomberg-Interview äußerte sich Milliardär Buffet vergangenen Monat selbst. Sowohl in der Luftfahrt als auch im Bahnverkehr hätten die Überlebenden des harten Konkurrenzkampfes von der Marktbereinigung profitiert. Ein Schienennetz zu betreiben sei allerdings unfassbar komplex und teuer. Im Vergleich dazu könne auch ein Seiteneinsteiger Flugzeuge kaufen und fliegen lassen. Außerdem besitze die Luftfahrtindustrie eine ganz eigene Anziehungskraft. „Es gibt da eine gewisse Romantik in der Branche“, sagte Buffet in dem Interview. „Aber es gibt auch keinen Zweifel, dass sie ein Milliardengrab gewesen ist.“ Ob er gedenke eine Fluglinie zu kaufen, verriet Buffet nicht.

Doch er hat längst andere Wetten auf eine wachsende Luftfahrtbranche platziert. Vergangenes Jahr kaufte er den Hersteller von Flugzeugteilen Precision Castparts auf. Mit einem Kaufpreis von 37 Milliarden Dollar war es der größte Deal, den Buffets Investmentfirma Berkshire Hathaway jemals abgeschlossen hatte. Auch damals hatte Buffet zuvor einen Minderheitsanteil erworben.

Die US-Luftfahrtbranche erholt sich derzeit von jahrzehntelangen Milliardenverlusten. 2016 machte sie das fünfte Jahr in Folge Gewinne. Niedrige Kerosinpreise und der bereinigte Markt begünstigen die Entwicklung. Gute Gründe für Warren Buffet, tatsächlich zuzuschlagen. Dann allerdings muss er sich für eine Fluglinie entscheiden. Die Analysten von Morgan Stanley tippen auf die Billig-Airline Southwest. Das Unternehmen aus Dallas verfüge über viele Barmittel, habe eine günstige Kostenstruktur und werde gut gemanagt. Warren Buffet sprach öffentlich bereits in höchsten Tönen über Southwest-Mitgründer Herb Kelleher. Southwest äußere sich nicht zu Gerüchten und Spekulationen, gab das Unternehmen bekannt. Auch die anderen Übernahmekandidaten verweigerten einen Kommentar.

„Wir wissen zwar nichts über irgendwelche konkreten Geschäftsvorgänge, aber die US-Fluglinien haben sich strukturell deutlich verbessert“, schrieben die Morgan Stanley-Analysten. Das Interesse von Buffets Investmentfirma Berkshire Hathaway an solchen Industriezweigen und die zugekauften Anteile an den US-Fluglinien ähnelten dem Vorgehen beim Bahnunternehmen Burlington Northern Santa Fe aber sehr. Die Cowen Group, ein Investmentunternehmen, heizte die Spekulationen weiter an. „In der Industrie gibt es jedes Jahr eine Überraschung“, sagte Helane Becker von der Cowen Group. „Wir glauben, dass dieses Jahr eine große Fluglinie von der Börse gehen könnte – oder von Berkshire Hathaway aufgekauft wird.“

Genügend Geld für so einen Deal hätte Buffet wohl. Berkshire Hathaway verwaltete zuletzt 80 Milliarden Dollar. Davon sollten Teile für die Übernahme von Unilever durch die Kraft Heinz Company verwendet werden. Berkshire Hathaway besitzt große Teile von Kraft Heinz. Doch vor einigen Tagen Platzte der Deal – und machte die Gelder für andere Geschäfte frei.

Quelle:  Handelsblatt Online
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