Starker Greenback: Der Dollar steigt und steigt - wie lange noch?

Starker Greenback: Der Dollar steigt und steigt - wie lange noch?

Bild vergrößern

Die Parität zwischen Dollar und Euro scheint greifbar nahe.

von Saskia Littmann und Katharina Kistler

Neue Prognosen sehen den Euro im Jahr 2017 nur noch bei 80 US-Cent. Was die Dollarstärke für die US-Wirtschaft bedeutet und warum ein Abwertungswettlauf (noch) unwahrscheinlich ist.

Bisher wurde der schwache Euro vor allem in Deutschland als Konjunkturprogramm gefeiert. Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft könne es kaum besser kommen, hieß es. Mögliche Risiken wurden weitestgehend ausgeklammert, zu gewichtig schienen die Vorteile. Mittlerweile steht die Diskussion allerdings an der Kippe. Denn zentraler als der schwache Euro ist der starke Dollar. Und der droht, das System aus dem Gleichgewicht zu heben.

Aktuell kostet ein Euro nur noch 1,06 Dollar. Allein in diesem Jahr hat Europas Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar rund zwölf Prozent an Wert verloren. Die Parität zwischen beiden Währungen scheint greifbar nah. Zuletzt gab es diesen Patt zwischen Euro und Dollar im Januar 2002, nach dem Zerplatzen der Dotcom-Blase.

Anzeige

Biografische Daten der Fed-Chefin

  • Name

    Janet L. Yellen

  • Alter und Geburtsort

    Janet Yellen wurde am 13. August 1946 (Alter 71) im New Yorker Stadtteil Brooklyn geboren.

  • Ausbildung

    Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Brown University (US-Staat Rhode Island, 1967); Doktor in Wirtschaftswissenschaften von der Yale University (US-Staat Connecticut, 1971)

  • Berufserfahrung

    Seit dem 1. Februar 2014 ist Yellen in der Nachfolge von Ben Bernanke Präsidentin des Federal Reserve Board (FED); von 2010 bis 2014 war sie Vizepräsidentin des FED; von 2004 bis 2010 Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco; von 1997 bis 1999 Vorsitzende des Rats der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses (Council of Economic Advisers); von 1994 bis 1997 Mitglied des Federal Reserve Board of Governors; von 1980 bis 1994 Lehrkraft an der University of California, Berkeley; von 1978 bis 1980 Dozentin an der London School of Economics and Political Science; von 1977 bis 1978 Ökonomin bei der Federal Reserve; von 1971 bis 1976 Assistenzprofessorin an der Harvard University.

  • Familie

    Verheiratet mit George A. Akerlof, Wirtschaftsnobelpreisträger und Professor an der kalifornischen Berkeley-Universität; ihr Sohn, Robert Akerlof, ist Assistenzprofessor an der University of Warwick.

Während die Parität kaum noch angezweifelt wird, sorgten zuletzt langfristige Prognosen der große Devisenhändler für Unruhe. Zunächst legten die Devisenexperten der Deutschen Bank vor, sie erwarten, dass 2017 ein Euro nur noch 85 US-Cent kosten könnte. Am Freitag legten die Kollegen von Goldman Sachs nach und unterboten den Wert, sie rechnen 2017 mit einem Kurs von 80 US-Cent je Euro.

Kommt es soweit, hätte sich der Kurs halbiert, 2008 kostete ein Euro fast 1,60 Dollar. Stellt sich die Frage, ob derartige Prognosen fundamental gerechtfertigt sind. Ist das Vertrauen der Investoren in die USA so viel höher als in Europa? Wie lange akzeptieren die Vereinigten Staaten einen so starken Dollar?

Unterschiedliche Wege der Währungshüter

Wenig zweifelhaft scheint, dass ein langfristiger Boden noch längst nicht erreicht ist. "Der Euro bleibt unter Druck", analysieren die Experten der Dekabank. Zwar nehme bei Parität das Korrekturpotenzial deutlich zu, dennoch sprechen auch fundamentale Faktoren für eine Abwertung des Euro bis 2016. "Die Geldpolitik stellt für längere Zeit eine zentrale Belastung für den Euro dar", so die Analysten.

Während die Europäische Zentralbank (EZB) um Präsident Mario Draghi immer mehr Euro in den Markt pumpt, um die angebliche Deflationsgefahr im Euro-Raum zu bekämpfen, hat die US-Notenbank Fed ihre Anleihekäufe beendet, könnte in den nächsten Monaten sogar erstmals nach der Krise ihre Zinsen wieder leicht erhöhen. Die Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks sind also auf einer ganz anderen Strategie unterwegs - so unterschiedlich wie jetzt waren die Wege der Währungshüter nur selten.

In der Euro-Zone ist der Weg zunächst klar. Bis September 2016 will die EZB monatlich für 60 Milliarden Euro Anleihen kaufen, an Zinserhöhungen ist noch deutlich darüber hinaus vorerst nicht zu denken. Hinsichtlich der Fed dagegen kommen immer öfter Stimmen auf, die Notenbank könne auf den starken Dollar reagieren. Am kommenden Mittwoch wird es daher wie immer auf jedes Wort von Fed-Chefin Janet Yellen ankommen. Sollte die Fed ihre Haltung zur Zinserhöhung weiter als "geduldig" bezeichnen, rechnen Beobachter mit einer Erhöhung des Leitzins ab Juni.

Christoph Balz, Analyst bei der Commerzbank, rechnet zunächst nicht mit einer Reaktion der Fed auf den starken Dollar. "Unsere Analysen der Geldpolitik der Fed haben keine merkliche Korrelation zwischen Wechselkurseffekten und den geldpolitischen Entscheidungen der Notenbank gezeigt", erklärt Balz. Viel stärker orientiere sich die Fed an den Wachstums- und Inflationsaussichten. Ein Gegensteuern der Fed - der befürchtete Abwertungswettlauf - sei daher vorerst nicht wahrscheinlich.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%