Stille Geldschwemme: Die Dividendenkönige unter den Unternehmer-Clans

12. August 2013
von Rüdiger Kiani-Kreß und Andreas Dörnfelder

2013 brachte vielen Großaktionären Rekordeinnahmen. Wie viel Geld die Clans aus ihren Beteiligungen ziehen und verlieren, wie sie trickreich Gewinne tarnen und wie die Ausschüttungsperspektiven der 30 Dax-Konzerne sind.

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Wenn sich VW-Patriarch Ferdinand Piëch je über ein Frühjahr gefreut hat, dann sicher über das gerade vergangene. Die Porsche Automobil Holding SE (PSE) genannte Investmentgesellschaft der Familien Porsche und Piëch schaffte für das Geschäftsjahr 2012 ein Gesamtergebnis nach Steuern von 7,8 Milliarden Euro. Damit konnte der Autoclan nicht nur die hohen Schulden aus der versuchten Übernahme des VW-Konzerns im Jahr 2009 tilgen. Es blieben sogar noch 2,6 Milliarden Euro flüssige Mittel übrig. Außerdem konnte die Salzburger Sippe dem Emirat Katar den im Krisenjahr 2009 verkauften Anteil von zehn Prozent der PSE-Stammaktien wieder abhandeln. Experten schätzen, dass die Piëchs und die Porsches bis zu zwei Milliarden Euro an die Scheichs überweisen mussten, um wieder Herr im eigenen Haus zu werden.

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Deutschlands Handelsclans hüllen sich über ihre jährlichen Gewinne in Schweigen. Aber es gibt ein paar Anhaltspunkte.

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Mehrere Milliarden für Sünden der Vergangenheit, das hätte viele andere Investoren überfordert. Nicht jedoch die größte deutschsprachige PS-Dynastie.

Dass die Stimmung am Familiensitz in Salzburg heiter blieb, wie ein Menuett des berühmtesten Sohns der Stadt Wolfgang Amadeus Mozart, lag ausgerechnet an einer großzügigen Überweisung aus der Blechstadt Wolfsburg. Der Volkswagenkonzern beschickte das Konto von Großaktionär PSE im Anschluss an die Hauptversammlung im April pflichtgemäß mit gut einer halben Milliarde Euro an Dividende.

Zwar verblasst der Zauber der Zuwendung ein wenig, weil sie nur einer Magerrendite von gerade mal zwei Prozent auf den aktuellen Börsenwert des Piëch-Porsche-Pakets entspricht. Doch die Ausschüttung verschaffte der Doppelfamilie die nötige Turbokraft im Rennen um den Titel Deutschlands Dividendenkönig. Denn von dem Geldsegen landeten – inklusive der von VW an eine andere Familien-Gesellschaft gezahlten Gelder – in den Häusern Porsche und Piëch geschätzte 301 Millionen Euro. Das Zubrot von weiteren fast drei Millionen Euro für die VW-Aufsichtsratsarbeit von Ferdinand Piëch nebst Verwandten inklusive Gattin Ursula fällt da kaum noch ins Gewicht. Die im Vergleich zum Vorjahr insgesamt fast zweieinhalbfache Zuwendung macht das Motoren-Geschlecht, dem die Schulden bei PSE noch 2011 eine Ausschüttungsabstinenz aufzwangen, zum wahrscheinlich zweitgrößten deutsche Dividendenempfänger.

Das einzig Schmerzliche: Piëch und seine Lieben überholten zwar die Familie Merck, die 295 Millionen Euro vom gleichnamigen Darmstädter Pharmariesen kassierte. Doch ausgerechnet eine andere Autosippe hatte finanziell das insgesamt bessere Drehmoment: die BMW-Haupteigentümer Quandt.

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Kommentare | 6Alle Kommentare
  • 12.08.2013, 09:23 UhrStefan

    Wieder mal geht es um die Rendite von Kapital.
    Das empoerende ist dass viele Menschrn in Deutschlsnd mit dem Verdienst aus Lohnarbeit nicht ueber die Runden kommen, sich Kapialbesitz sehr wohl rentiert. Ob das aud die Dauer gut geht?

  • 12.08.2013, 10:31 Uhrskyjellyfetty

    Warum lesen wir in Wirtschaftsmagazinen immer wieder solche Berichte?Wozu dienen sie?Wir wollen doch keine Neiddebatte führen,oder?
    Oder sollen wir uns vielleicht doch fragen:
    Wie viel Geld braucht ein Mensch?Was kann ein Mensch tun,um einen bestimmten Betrag zu verdienen?Und was tut ein Mensch mit solchen Beträgen?

  • 12.08.2013, 11:09 Uhrmartind

    Warum wird nicht erwähnt, ob diese Dividendenmillionäre auch brav die Abgeltungssteuer plus Soli zahlen oder ob sie selbst da mehr oder weniger legal tricksen können und nicht mal diese im Vergleich zur Lohnsteuer des Durchschnittsarbeiters läppischen 25% bereit sind abzuführen?

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