Stresstest: Bittere Dividenden der US-Banken

KommentarStresstest: Bittere Dividenden der US-Banken

von Angela Hennersdorf

Die Fed erklärt die Krise inoffiziell für beendet, die Aktien der großen US-Banken starten durch. Aber die Risiken bleiben.

Endlich wieder mehr Dividende. Anleger von US-Banktiteln können frohlocken. JP Morgan Chase kündigte an, seinen Aktionären in diesem Jahr 20 Prozent mehr Gewinn ausschütten und 15 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe bereitstellen zu wollen. Vier Jahre nach der Finanzkrise will die US-Bank ihren Anlegern endlich etwas Gutes tun. Den Segen der US-Notenbank hat sie. Die Fed bescheinigte in der vergangenen Woche nicht nur JP Morgan, sondern 14 weiteren US-Banken, sie verfügten bei einer gravierenden Verschlechterung der Wirtschaftslage über genügend Kapitalpuffer von mindestens fünf Prozent.

Auch Goldman Sachs und Bank of America erlaubten die Währungshüter, eigene Aktien zurückzukaufen und die Dividende anzuheben. Die Fed hatte in ihrem Bankenstresstest geprüft, wie die größten US-Institute dastehen würden, wenn die Arbeitslosenquote auf über 13 Prozent steigt, die Immobilienpreise um 21 Prozent sinken und die Börsenkurse um die Hälfte einbrechen. Zu den Häusern, die eine neue Krise am besten überstehen würden, zählen State Street, American Express und Bank of New York Mellon.

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Inoffiziell hat die Fed die Finanzkrise damit für beendet erklärt. Die US-Banken seien heute besser aufgestellt als zu Zeiten der Finanzkrise, so die Fed. Das liege vor allem daran, dass sie darauf geachtet habe, dass die Banken ihre Ausgaben zügeln und Gewinnausschüttungen einschränken.

Dennoch steht der US-Bankensektor noch fragil da. Und das nicht nur deshalb, weil vier US-Institute den Test nicht bestanden: Die Nummer drei der Branche, die Citigroup, die während der Finanzkrise vom Staat hatte gerettet werden müssen, sowie Ally Financial, Suntrust und Metlife verfehlten im Fed-Krisenszenario die erforderliche Kernkapitalquote.

Zwar profitiert der US-Bankensektor von der Erholung der US-Wirtschaft. Der Kreditbedarf von Konsumenten und Unternehmen steigt. Gleichzeitig leidet die Branche aber immer noch unter der Immobilienkrise. Bei den größten Instituten summieren sich Lasten für faule Immobilienkredite und Zwangsversteigerungen auf 72 Milliarden Dollar.

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Fragil ist der US-Bankensektor zudem wegen der labilen Lage in Europa. Bisher habe die Europäische Zentralbank mit ihren massiven Geldspritzen die Risiken nicht nur im europäischen, sondern auch im US-Bankensystem reduziert, sagt Robert Mumby, Fondsmanager bei Jupiter Asset Management in London. Doch die Schuldenkrise in Europa ist längst noch nicht ausgestanden, Abwärtsrisiken bleiben auch für die US-Institute.

Für Analyst Chris Kotowski von Oppenheimer ist der Stresstest der Fed deshalb nicht mehr als eine politische Veranstaltung. „Banken und Aufsichtsbehörden wollen nur irgendetwas machen, um zu zeigen, dass wir auf dem Weg der Besserung sind.“ Die angekündigten Dividenden sind daher ziemlich faule Geschenke an Anleger. Aber wir wissen ja: pecunia non olet. Geld stinkt nicht.

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