Studie : Bei Prognosen fehlt den Dax-Konzernen der Mut

Studie : Bei Prognosen fehlt den Dax-Konzernen der Mut

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Eine DSW-Studie untersuchte, wie umfangreich die Ergebnisprognosen der Dax-Konzerne ausfallen.

von Saskia Littmann

Laut einer Studie geben viele Dax-Konzerne in ihren Geschäftsberichten nur ungenaue Prognosen über die zukünftige Entwicklung ab. Ausgerechnet Prognosen-Kassierer Siemens bekommt ein gutes Zeugnis ausgestellt.

Prognosen über die zukünftige Entwicklung des Geschäfts gibt wohl kaum ein Konzernlenker gerne ab. Zu groß ist die Gefahr, dass das Angekündigte später wieder einkassiert werden muss. Das jüngste Beispiel Siemens zeigt, welche Auswirkungen das haben kann. Deshalb halten sich viele Dax-Konzerne bei Prognosen zurück und geben nur eine wage Tendenz für die kommenden Monate an. Die Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat zusammen mit der Kirchhoff Consult AG die Geschäftsberichte von Deutschlands größten Konzernen für 2012 untersucht und ermittelt, dass die Prognosen der Dax-Konzerne oft zu ungenau ausfallen. "Obwohl die Geschäftsberichte in der Regel mehrere hundert Seiten lang waren, blieben die Prognosen allzu oft von mehr als mäßiger Aussagekraft", sagte DSW-Präsident Ulrich Hocker. Klaus Rainer Kirchhoff, Vorstandsvorsitzender der Kirchhoff Consult AG gibt ihm Recht. "Bei Prognosen sind Manager oft ängstlich, es fehlt ihnen die Bereitschaft, Kante zu zeigen".

Demnach weisen lediglich sieben Dax-Konzerne in ihren Prognosen eine hohe Transparenz auf, darunter die Deutsche Telekom und die Allianz. Während das Gros der Unternehmen eine mittelmäßige Transparenz erreicht gelten sechs Konzerne als besonders intransparent, was ihre Prognosen angeht, darunter die krisengebeutelte Commerzbank und Beiersdorf.

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Die Telekom konnte nicht nur durch detaillierte Hochrechnungen bis 2015 überzeugen, sondern vor allem mit einer Übersicht darüber, wie sich bestimmte Einflussfaktoren auf das Ergebnis der Bonner auswirken könnten. So werden Anleger explizit darauf aufmerksam gemacht, dass sich Zusatzsteuern in den USA und Europa negative Folgen für die Telekom haben könnten. Gleichzeitig blieb die Commerzbank in ihrem Geschäftsbericht 2012 sehr wage was die Erwartungen angeht. "In einem nach wie vor herausfordernden Konjunktur- und Kapitalmarktumfeld werden für das Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr der anhaltenden Ertragsdruck, die steigende Risikoversorge sowie der investitionsbedingte Kostenanstieg auf das Operative Ergebnis wirken", formulierte die Commerzbank lediglich.

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Grundsätzlich sei es wichtig, so die DSW, dass im Rahmen der Prognoseberichte eine Aussage zum Ergebnis getätigt werde. Denn am Ende sei nicht nur das Umsatzwachstum oder das Verringern der Kosten wichtig. Allerdings offenbart die Studie deutlich, warum transparente Prognosen nicht alles sind. Denn ausgerechnet Siemens sammelt hier Pluspunkte für eine vergleichsweise hohe Transparenz. Doch was hat der Anleger von den umfangreich formulierten Zielen des Konzerns, wenn wie zuletzt im Fall der Münchner die Prognose erst gekappt und dann wieder einkassiert wird.

Den Zusammenhang zwischen Transparenz und Prognosesicherheit der Unternehmen hat die Studie leider nicht erfasst. Im Hinblick auf frühere Untersuchungen dazu sei aber ein Zusammenhang erkennbar. "Aus den Ergebnissen des Vorjahres lässt sich erkennen, dass die Unternehmen, die konkrete Prognosen lieferten, auch vergleichsweise treffsicher bei den Vorhersagen waren", sagt Kirchhoff. Es gebe bei transparenten Unternehmen offensichtlich eine größere Begabung für Prognosesicherheit.

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