Substanzperle aus der japanischen Spielhölle

Börse: Substanzperle aus der japanischen Spielhölle

Glücksspiel macht reich – weniger die Spieler, dafür aber die Betreiber von Casinos und Spielhöllen oder die Hersteller von Spielautomaten. Auf 5,9 Milliarden Dollar schätzt das US-Magazin „Forbes“ das Privatvermögen von Kunio Busujima. Der heute 87-Jährige gründete vor gut 40 Jahren Sankyo, einen der führenden Hersteller von Paschinko- Maschinen in Japan.

Dort ist Glücksspiel eigentlich verboten, doch nicht das Spiel an den 4,6 Millionen hochkant aufgestellten Automaten in landesweit über 12 000 Paschinko-Spielhallen. An den Automaten versuchen schätzungsweise 20 Millionen Japaner regelmäßig, kleine Metallkugeln mit einem Hebel in das richtige Loch zu steuern. Klappt das, gewinnen sie neue Kugeln, die sie eintauschen können – nicht gegen Yen, sondern gegen Sachpreise wie Zigaretten oder Parfüm.

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In den vergangenen Jahren stockte das Wachstum der Volksdroge Paschinko. Auch in Japan wurde zunehmende Spielsucht und der höllische Lärm in den mit Rauchschwaden durchzogenen Spielhöllen medial thematisiert. Das schlug negativ auf das Image der Branche durch. Seit 2007 machten per saldo 1262 Spielhallen dicht. Zwar blieb die Anzahl der installierten Maschinen konstant, doch die jährlichen Geräteverkäufe der Hersteller gingen um ein Viertel zurück. Das traf Sankyo hart. Im Geschäftsjahr 2011/12 (31. März) verkaufte der Konzern 15 Prozent weniger Automaten, der Umsatz verringerte sich um 14 Prozent auf 173,7 Milliarden Yen – umgerechnet 1,6 Milliarden Euro. Der Nettogewinn ging gar um 42 Prozent zurück auf 20,2 Milliarden Yen (186 Millionen Euro). Allerdings sollte die Talsohle damit erreicht sein. Neue Automaten und mehr Wohlfühlatmosphäre in den Höllen sollen es richten. Das heute von Busujimas Sohn Hideyuki geleitete Unternehmen stellt für das aktuelle Geschäftsjahr rund 21 Prozent Umsatzplus in Aussicht. Der Nettogewinn soll um fast drei Viertel höher ausfallen, die Dividendenrendite 3,9 Prozent betragen. Sankyo hat Dividenden in seiner Geschichte noch nie gekürzt. Sankyo ist schuldenfrei und sitzt auf umgerechnet 2,44 Milliarden Euro Barreserven – fast zwei Drittel des Börsenwertes. So gesehen ist Sankyo eine japanische Substanzperle und kein Zock.

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