Südafrika : Präsident Zuma schockt die Märkte

Südafrika : Präsident Zuma schockt die Märkte

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Finanzminister für zwei Tage: Donnerstag wurde David Douglas Des van Rooyen (links) zum neuen Finanzminister in Südafrika ernannt, Sonntag setzt Präsident Jacob Zuma (rechts) ihn schon wieder ab.

von Saskia Littmann

Präsident Jacob Zuma entlässt seinen Finanzminister und stürzt damit die Märkte in den Abgrund. Nun rudert er zurück und tauscht den Minister erneut. Folgen wird das Hin und Her trotzdem haben. Vor allem für Zuma selbst.

Während die Währungen anderer Schwellenländer angesichts der US-Zinswende verrückt spielen, hat Südafrikas Präsident Jacob Zuma den Rand ganz alleine gestürzt. Am Montag wird Zuma zum zweiten Mal innerhalb von fünf Tagen einen neuen Finanzminister vereidigen. Zumas ursprüngliche Entscheidung hatte an den Finanzmärkten für so große Verluste gesorgt, dass der Präsident nun zurückrudern musste.

Am Sonntag ernannte Zuma den früheren Ressortchef Pravin Gordham zum künftigen Finanzminister Südafrikas. Am Mittwoch zuvor musste der ursprüngliche Finanzminister Nhlanhla Nene seinen Schreibtisch räumen, Zuma ersetzte ihn durch den eher unbekannten Abgeordneten David van Rooyan. Dessen Ernennung war eine große Überraschung. Selbst der Governeur von Südafrikas Notenbank erklärte, den neuen Finanzminister nicht zu kennen.

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Nene dagegen war im In- und Ausland anerkannt, an den Märkten löste seine Entlassung große Unsicherheit aus. Der südafrikanische Rand, ohnehin schon geschwächt durch anstehende Zinswende der US-Notenbank Fed, wertete dramatisch ab. Innerhalb von zwei Tagen verlor die Währung rund zwölf Prozent gegenüber dem Euro. Zwischenzeitlich war ein Euro rund 17,40 Rand wert, nachdem es in den Monaten zuvor im Schnitt etwas mehr als 15 Rand waren. Nach der Ernennung von Gordham legte der Rand zumindest um gut sechs Prozent wieder zu, auch an der Börse in Johannesburg lag der Leitindex FTSE/JSE Top 40 leicht im Plus.

Dennoch sind die Verluste immens und Ökonomen glauben nicht an eine schnelle Erholung. "Die Märkte werden Zeit brauchen, um das Blutbad der letzten Woche zu verarbeiten", schreibt der unabhängige Ökonom Cees Bruggemans in einer Analyse.

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Zuma selber erklärte die erneute Kehrtwende mit der massiven Kritik. Er habe viele Aufforderungen erhalten, die Entscheidung vom Mittwoch zu überdenken. "Als demokratisch gewählte Regierung ist es für uns wichtig, dem Volk zuzuhören und auf seine Meinung einzugehen." Die Opposition warf Zuma angesichts des erneuten Wechsels vor, "Russisch Roulette mit Südafrikas Wirtschaft zu spielen", wie es Mmusi Maimane von der Demokratischen Allianz formulierte.

Auch der Leiter der Forschungsabteilung bei Nedbank Capital, Mohammed Nalla, zeigte sich skeptisch. "Kritiker würden sagen, dass es dem Ruf Südafrikas nicht förderlich ist, wenn ein Finanzminister nur zwei Tage im Amt bleibt." Van Rooyen hatte die Geschäfte am Donnerstag und Freitag geführt.

Vor allem Zuma war es, dem das Auftreten Nenes nicht mehr gefiel. Nene hatte sich für Einsparungen und die Begrenzung von Hilfen für Staatskonzerne eingesetzt. Er stemmte sich zudem gegen Pläne zum Bau einer Reihe von Atomkraftwerken mit Gesamtkosten von bis zu 100 Milliarden Dollar. Außerdem rüffelte er die Chefin der staatlichen South African Airlines, Dudu Myeni, wegen einer geplatzten Bestellung von zehn Airbus -Maschinen. Myeni gilt als Zuma-Vertraute.

Viele Ökonomen sprachen van Rooyen seinerseits die Befähigung ab, die schwierige Wirtschaftslage zu meistern. Südafrika leidet insbesondere unter den weltweit niedrigen Rohstoffpreisen, die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 25 Prozent. Bisher schlitterte das Land knapp an einer Rezession vorbei, nachdem die Wirtschaft im zweiten Quartal dieses Jahres schrumpfte, schaffte sie im dritten Quartal mit 0,7 Prozent ein kleines Plus.

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Für Zuma wird die Situation nun immer brenzliger. Die Bevölkerung ist nun endgültig davon überzeugt, dass er nicht mehr Herr der Lage ist, in dieser Woche soll es Protestmärsche gegen den südafrikanischen Präsidenten geben. Seit Zumas Minister-Rochade floriert in den sozialen Medien der Hashtag #ZumaMustFall, Zuma muss fallen, welcher nach Zumas Rückzieher für Gordham in #ZumaMustStillFall umbenannt wurde. Den ähnlichen Hashtag #FeesMustFall nutzten schon die Studentenproteste im Oktober, um niedrigere Studiengebühren in Südafrika zu fordern.

Schon damals musste Zuma zurückrudern, angesichts der Proteste nahm er die geplante Erhöhung der Gebühren um zehn Prozent wieder zurück. Oft wird er sich solche Manöver nicht mehr erlauben können.

Mit Material von Reuters.

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