Tech-Aktien: AOL versucht ein Comeback

Tech-Aktien: AOL versucht ein Comeback

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Der Verkauf von Patenten an Microsoft brachte AOL einen schnellen Geldsegen - Doch reicht das aus für eine Rückkehr der Internet-Ikone?

von Andreas Toller

Internet-Urgestein AOL verdient am Patentverkauf an Microsoft mehr als ein Milliarde Dollar. Die Aktie ist seit Monaten im Höhenflug. Erleben Anleger ein Comeback des lange siechen Ex-Börsenstars?

„Bin ich schon drin?“, fragte Tennis-Promi Boris Becker in einem beliebten Werbespot um die Jahrtausendwende: Obwohl unbeholfen, weil in technischen Dingen ahnungslos, gelang dem Leistungssportler damals der Sprung ins Internet und die Nutzung von E-Mail mit Hilfe von America Online, kurz AOL – dem mit 30 Millionen Kunden damals größten Internet-Serviceanbieter weltweit. Dann kam es zur verhängnisvollen Fusion mit dem Medienkonzern Time Warner, AOL verpasste den Anschluss an das Hochgeschwindigkeitsinternet und der einstige Dotcom-Superstar der Börse siechte lange Jahre dahin.

AOL-Aktie klettert steil nach oben

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„Bin ich schon drin?“, fragt sich heute wohl eher mancher Anleger, wenn er sieht, was für einen fulminanten Kursanstieg die Aktie in den vergangenen Monaten hingelegt hat. Nachdem die AOL-Aktie im Zuge eines krisenbedingten Börsentiefs im August 2011 einen neuen Tiefpunkt bei 10,06 Dollar markiert hatte, kletterte der Kurs wieder steil nach oben. Als AOL am Ostermontag nun den milliardenschweren Verkauf von Patenten an den IT-Giganten Microsoft bekannt gab, schoss der AOL-Kurs fast senkrecht in die Höhe - von 18,42 Dollar auf inzwischen mehr als 26 Dollar. Innerhalb von acht Monaten ist das ein Kursplus von 160 Prozent. Der Börsenwert von AOL stieg an nur einem Tag von 800 Millionen Dollar auf nun 2,5 Milliarden Dollar. Ist das die Rückkehr der Internet-Ikone AOL oder nur ein schnell verpuffendes Börsenfeuerwerk?

Freude an der Börse dank Microsoft

Das Geschäft mit Microsoft kann sich in der Tat sehen lassen: AOL kündigte gestern an, mehr als 800 Schutzrechte und damit verbundene Anwendungen an Microsoft für mehr als eine Milliarde Dollar in bar abzutreten. Medienberichten zufolge hatten Patentanwälte den Wert des Rechtepakets eher in der Größenordnung von 300 Millionen Dollar vermutet. AOL hat darüber hinaus noch 300 weitere Patente, für die Microsoft nur eine Lizenz erhält. „Das ist ein wertvolles Portfolio, das wir schon seit Jahren im Blick haben“, sagte Microsoft-Chefjustiziar Brad Smith. Die Nachricht von dem Geschäft sorgte an der Börse für Begeisterung, die AOL-Aktie sprang sofort um fast 50 Prozent ins Plus. Besonders gut kommt bei den Investoren an, dass der Internetkonzern den Gewinn aus dem Patentgeschäft zum überwiegenden Teil als Sonderdividende an seine Aktionäre ausschütten möchte.

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